Stadtrat vertagt Entscheidung über Denkmalschutz für alten Bahnhof
Den Investoren mehr Zeit geben

Tecklenburg -

Muss der alte Bahnhof unter Denkmalschutz gestellt werden? Die Beantwortung dieser Frage lässt noch auf sich warten. Erst einmal sollen Gespräche über die Zukunft des Gebäudes geführt werden.

Mittwoch, 17.06.2020, 20:03 Uhr aktualisiert: 18.06.2020, 16:42 Uhr
Der Tecklenburger Bahnhof als Modell im Maßstab 1:160. Bernd-Udo Seiffarth aus Laggenbeck hat das kleine Schmuckstück als Bausatz ergattert. Es ziert dessen Modellbahnanlage. Das Original ist derzeit Diskussionsobjekt.
Der Tecklenburger Bahnhof als Modell im Maßstab 1:160. Bernd-Udo Seiffarth aus Laggenbeck hat das kleine Schmuckstück als Bausatz ergattert. Es ziert dessen Modellbahnanlage. Das Original ist derzeit Diskussionsobjekt. Foto: Bernd-Udo Seiffarth

Muss das historische Empfangsgebäude des alten Bahnhofs unter Denkmalschutz gestellt werden? Die Antwort auf diese Frage wird auf sich warten lassen. Vorerst wird das Amt für Denkmalpflege beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) nicht um eine Überprüfung gebeten. Der Stadtrat hat das Thema am Dienstagabend auf seine nächste Sitzung im September verschoben.

Das Gebäude befindet sich im Besitz der Tiebor Betriebsgesellschaft, die vor einigen Jahren gegründet worden war, um unter anderem eine Rodelbahn zu bauen. Zu dem Konzept gehörte damals auch die Restaurierung des alten Bahnhofs und eine gastronomische Nutzung. Nun hatten das Bürgerbündnis und das Aktionsbündnis pro TWE (Teutoburger Wald-Einsehbahn) beantragt, eine Unterschutzstellung zu überprüfen.

Für Michaela Tiedemann (Tiebor) kommt das Ansinnen zur unrechten Zeit. Das teilte in der Einwohnerfragestunde mit. Man sei relativ kurzfristig über den Antrag informiert worden. Es habe ein Gespräch mit den Antragstellern gegeben. „Wir befinden uns in einer Phase, in der wir konzeptionell etwas Neues erstellen“, führte sie aus. Grundsätzlich solle das Gebäude denkmalgerecht wiederhergestellt werden und das ursprüngliche Gesicht erhalten. Sie bat darum, den Tagesordnungspunkt zu verschieben.

Bürgermeister Stefan Streit erläuterte, dass die Stadt verpflichtet sei, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen, wenn das zuständige Fachamt die Denkmalwürdigkeit feststelle.

Es brennt nichts an, wenn man abwartet.

Marielies Saatkamp (Grüne)

Norbert Uhlmann (CDU) sprach sich dafür aus, dem Antrag auf Überprüfung nicht zu entsprechen, bevor sich die Beteiligten an einen Tisch setzen. Der Konsens müsse dahin gehen, dass er der Vorstellung der Antragsteller entspreche. Diese können sich durchaus Gastronomie in den Räumen vorstellen, aber zusätzlich auch ein Dokumentationszentrum der kulturellen und industriellen Geschichte des Tecklenburger Raums.

Auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Doris Löpmeier sprach sich dafür aus, abzuwarten, bis es weitere Gespräche gegeben habe. „Sonst könnte die ganze Planung über den Haufen geworfen werden“, stimmte ihr der CDU-Fraktionsvorsitzende Egbert Friedrich zu. „Es brennt nichts an, wenn man abwartet“, fand auch Marielies Saatkamp (Grüne).

Der Stadtrat sprach sich letztendlich dafür aus, über den Antrag im September zu beraten.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7454807?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F187%2F
Nachrichten-Ticker