Graf-Adolf-Gymnasium entlässt seine Abiturienten auf der Freilichtbühne
Hürden erfolgreich gemeistert

Tecklenburg -

Zum ersten Mal haben die Abiturienten des Graf-Adolf-Gymnasiums ihre Zeugnisse auf der Freilichtbühne bekommen. Ein besonderer Ort dafür in ebenso besonderen Zeiten.

Donnerstag, 25.06.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 26.06.2020, 17:22 Uhr
Ein ungewohntes Bild auf der Freilichtbühne: Mit großem Abstand saßen die Abiturienten und die Eltern auf den Holzbänken.
Ein ungewohntes Bild auf der Freilichtbühne: Mit großem Abstand saßen die Abiturienten und die Eltern auf den Holzbänken. Foto: Ruth Jacobus

Es war eine Abschlussfeier der anderen Art: Die Abiturientia des Graf-Adolf-Gymnasiums (GAG) erhielt am Donnerstag ihre Abschlusszeugnisse nicht wie sonst im bei diesem Wetter stickigen Kulturhaus, sondern auf der Freilichtbühne. Ein besonderer Rahmen für einen besonderen Jahrgang. Das bescheinigten alle Redner den jungen Frauen und Männern, die sich nun aufmachen in die berufliche Zukunft.

Mit munteren Klängen begrüßte die Lehrer-Band, bestehend aus Christian Pieper , René Gizinski und Christian Riesenbeck, die Abiturienten und deren Eltern. Oberstufenkoordinatorin Susanne Wilmer hieß alle „an diesem außergewöhnlichen Tag und in fantastischer Kulisse“ willkommen und bat zunächst Bürgermeister Stefan Streit auf die Bühne. Auch für ihn sei es ein besonderer Tag in der Festspielstadt. „Sie sind der erste Jahrgang, der das hier erleben darf“, freute er sich, dass die Bühne für die Entlassfeier genutzt worden ist.

Streit ging auch auf die Corona-Pandemie ein, die es den Abiturienten nicht leicht gemacht habe. Er riet den jungen Leuten, in sich zu gehen, die positiven Seiten der Krise zu erkennen und sich in der Gesellschaft zu engagieren.

Dankesworte an die Lehrer, die großartige Arbeit geleistet hätten, und einen Blick zurück auf die vergangenen Schuljahre prägten die Ansprache der Elternpflegschaftsvertreter Ina Michels und Henner Diersmann. „Seid mutig und nehmt das Schicksal in die eigenen Hände. Probiert euch aus“, so die Ratschläge der Eltern.

Keine Ratschläge, aber ein dickes Lob gab es von der Schülervertretung des GAG, Johanna Pfeiffer und Paul Gerring. Die Abiturientia sei dem Motto der Schule als Unesco-Schule gerecht geworden. Das hätten keiner so verkörpert wie sie. Und: „Ihr habt die besten Partys geschmissen.“ Ein Kompliment, das mit großem Gelächter quittiert wurde.

Manchmal unfassbar, aber engagiert und kreativ seien die Entlassschüler gewesen, betonten die Stufenleiter Dr. Kristina Musli und Christian Pieper in ihrer humorvollen Ansprache. Urteils- und Kritikfähigkeit hätten sie ebenso gelernt wie soziale Verantwortung.

Ihr habt nicht die obligatorischen Hürden bis zum Abitur genommen, sondern wegen Corona gleich einen ganzen Hindernislauf hingelegt.

Stefanie Wittlage, stellvertretende Schulleiterin

Nicht im Programm vorgesehen, aber trotzdem begeistert aufgenommen wurde die Rede der beiden Abiturienten Lukas Ziegeler und Patrick Hövels.. Sie amüsierten das Publikum mit ihrem Blick zurück in die Zeit, als sie „endlich auf ihre Traumschule, das GAG, gehen durften“. Sie hätten Erfahrungen gesammelt und beste Freunde gefunden. Sie dankten zudem ihren Eltern und hatten Blumen mitgebracht für die Stufen- und die Schulleitung – auch für Schulleiterin Evelyn Futterknecht, die krankheitsbedingt nicht dabei sein konnte. Sie sei immer für die Schüler da gewesen und habe das GAG noch sozialer gemacht, lobten die beiden. Die stellvertretende Leiterin Stefanie Wittlage indes habe in Corona-Zeiten alles allein und großartig gemacht.

Stefanie Wittlage war dann auch letzte Rednerin an diesem schwül-warmen Sommertag. Die Abiturienten hätten nicht die obligatorischen Hürden bis zum Abitur genommen, sondern wegen Corona gleich einen ganzen Hindernislauf hingelegt. „Ihr habt euch immer wieder neu orientiert und wart sogar dann noch gelassen, als wir gefragt haben, ob wir die mündliche Prüfung per Videokonferenz machen können. Ihr habt viel Flexibilität gezeigt“, war sie stolz auf diesen Jahrgang. „Unvorhergesehene Dinge werden euch immer treffen, aber wer so das Abitur schafft, bewältigt auch Studium und Ausbildung.“

Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen, glücklich und zufrieden sein, das wünschte sie der Abiturientia. „Ich hoffe für euch auf goldene 20er Jahre, schloss sie ihre Rede. Einen Spruch aus den 1920er Jahren hatten sich die Abiturienten als Motto gewählt: „Mit uns der Ruhm und nach uns die Krise.“ Dass die (Corona-)Krise bereits vor dem Abitur kommen würde, haben sie da noch nicht ahnen können. Aber, wie Stefanie Wittlage befand: „Ihr hat sie erfolgreich gemeistert.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7468163?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F187%2F
Nachrichten-Ticker