Zuweg zu Haus Marck bleibt für die Öffentlichkeit gesperrt
Privatsphäre wird nicht respektiert

Tecklenburg -

Die Zuwege zu Haus Marck sind gesperrt. Es waren zu viele Leute, die auf das Gelände kamen und sich nicht gerade respektvoll verhalten haben.

Mittwoch, 01.07.2020, 20:32 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 17:08 Uhr
Eine Holzschranke sichert die Feuerwehrzufahrt.
Eine Holzschranke sichert die Feuerwehrzufahrt. Foto: Ruth Jacobus

Leute, die sich an den Fensterscheiben von Haus Marck die Nase platt drücken oder an Türklinken rütteln. Nächtliche Besucher, die als Geocacher unterwegs sind und auf der Suche nach einem „Schatz“ alles mit Taschenlampen ableuchten. Große Radlergruppen, die über den Hof fahren. In Zeiten der Corona-Beschränkungen nahm die Zahl der „Besucher“ noch einmal deutlich zu. Als sich dann auch noch Wanderer zum Picknick auf dem (Privat)-Rasen niederließen, reichte es. Familie von Diepenbroick-Grüter hat Konsequenzen gezogen. Der Zuweg zu Haus Marck ist für die Öffentlichkeit gesperrt und wird es auch bleiben.

Die Sperrung sei in Absprache mit der Stadt und der Tecklenburg Touristik erfolgt. Die Stadt habe Absperrgitter aufgestellt, erläutert Ricarda von Diepenbroick-Grüter, die mit ihrer Familie auf Haus Marck lebt. Nicht nur der Weg und die Feuerwehrzufahrt zu dem historischen Gebäude sind betroffen, sondern auch der Privat-Parkplatz. Wanderer und Gassi-Geher haben dort vorher ihre Fahrzeuge abgestellt, so dass diejenigen, die eine Veranstaltung oder Hochzeit auf Haus Marck besuchen wollten, ihre Wagen nicht parken konnten.

Die Leute standen fast schon bei mir in der Küche.

Ricarda von Diepenbroick-Grüter

Sie freue sich über Touristen. Aber es gehe um die großen Massen, die mittlerweile kämen. „Wir wollten sanften Tourismus, haben jetzt aber Über-Tourismus“, schildert die Tecklenburgerin die Situation. Und sie ärgert sich über des ebenso respekt- wie distanzlose Verhalten mancher Menschen. „Die Leute standen fast schon bei mir in der Küche.“

Die Lage habe sich in den vergangenen fünf Jahren extrem zugespitzt. „Wir haben viel versucht, aber es hat nichts genutzt“, wirbt Ricarda von Diepenbroick-Grüter um Verständnis für die Sperrung. Sie wünscht sich etwas mehr Privatsphäre. „Wir wollen uns nicht abschotten“, versichert sie und verweist auf die zahlreichen Veranstaltungen, die auf Haus Marck stattfinden. Dazu gehören Aufführungen des Krokodiltheaters, Konzerte und Führungen.

Der Parkplatz wird mit Pollern abgesperrt und der Zuweg mit einem Tor geschlossen. Was aber nicht bedeutet, dass Wanderer den Rückweg antreten müssen, weil es nicht weitergeht. Denn die offiziellen Wanderwege, die führen um Haus Marck herum – und eben nicht über das Privatgelände der Familie.

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