Zehn Jahre Verein „Magi“ und Hilfe für Mädchen in Malawi
Für eine lebenswerte Zukunft

Tecklenburg -

Seit zehn Jahren gibt es den Verein „Magi“, den Anja Hirschmann gegründet hat, um Mädchen im afrikanischen Malawi zu helfen. Ein Blick zurück und nach vorne.

Donnerstag, 09.07.2020, 19:34 Uhr
Neun Brunnen sorgen mittlerweile für frisches Trinkwasser – sehr zur Freude von Anja Hirschmann.
Neun Brunnen sorgen mittlerweile für frisches Trinkwasser – sehr zur Freude von Anja Hirschmann. Foto: Magi

„Es ist dieses unglaubliche Gefühl, wenn sich eine kleine Hand in deine legt und dir voller Vertrauen folgt. Das unbeschreibliche, unfassbare Grauen hinter sich lässt und alle Hoffnungen auf dich legt, gemeinsam einer Zukunft entgegen.“ Für Anja Hirschmann ist das der Motor, der sie immer wieder antreibt und sie trotz aller Schwierigkeiten weitermachen lässt. Vor zehn Jahren hat sie den Verein „Magi“ (Malawian Girls) gegründet und seitdem viel für Mädchen im afrikanischen Malawi erreicht. Dabei hatte und hat sie immer das Ziel vor Augen, die Kinder aus einem Leben voller Elend und Gewalt zu holen und dafür zu sorgen, dass sie später einmal auf eigenen Füßen stehen können.

Wir wollten die Kinder von der Straße holen und vor der Prostitution schützen.

Anja Hirschmann

Die Tecklenburgerin hätte sich vor zehn Jahren wohl kaum träumen lassen, was sie alles zusammen mit ihrem Team sowie vielen Helfern und Spendern erreichen würde. Damals war sie zum ersten Mal in Malawi. Angefangen hatte alles mit einer Schulpartnerschaft. Anja Hirschmann ist Lehrerin an einer Grundschule in Atter, die seit 2007 regelmäßige Spendenaktionen für eine Schule in Malawi organisiert hatte. 2010 flog die Tecklenburgerin dann dort hin, um sich alles anzusehen. Dabei hat sie ein Projekt für Jungen besucht, die als Straßenkinder aufwuchsen – und nach einem Projekt für Mädchen gefragt – was es nicht gab. Das war der Auslöser für ihr Engagement.

„Wir wollten die Kinder von der Straße holen und vor der Prostitution schützen“, erläutert Anja Hirschmann. Wieder zurück in Deutschland hat sie den Verein „Magi“ gegründet und parallel Spendengelder gesammelt.

Ein Jahr später wurde in Chigumula ein Mädchenhaus eröffnet, in dem die Kinder Schutz und Unterkunft, Zuneigung und Zugang zu Bildung fanden. Mittlerweile steht in Likotima ein Frauenzentrum, in dem sich das „Magi“-Team um misshandelte Frauen und ihre Kinder kümmert, ihnen Zukunftsperspektiven durch Näh- und Kochkurse bietet. In Chiswe steht ein Kinderhaus, in das täglich rund 50 Kinder kommen, dort den Tag verbringen und essen. Eine Farm ist in Chikumbu geschaffen worden, um eine Infrastruktur aufzubauen und die Lebenssituation von zahlreichen Menschen zu verbessern. Neben dem Gemüseanbau gibt es eine Maismühle, eine eigene Schule sowie Lehrerhäuser und Gebäude für misshandelte Frauen. Außerdem sind mittlerweile neun Brunnen gebohrt worden, damit die Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

Bei allem arbeitet Anja Hirschmann Hand in Hand mit Sister Ruth, vormals Leiterin der Partnerschule in Malawi, die mittlerweile voll eingebunden ist in „Magi“. „Ohne unsere Sister Ruth in Malawi ginge natürlich gar nichts“, weiß die Tecklenburgerin. Jeden Abend werde geskypt und zwischendurch per WhatsApp kommuniziert. Beide seien verbunden in dem gemeinsamen Ziel, Kindern, die misshandelt, ausgesetzt, vergewaltigt, weggeschmissen, sogar in der Toilette entsorgt worden sind, Hoffnung zu geben und eine Zukunft zu schenken.

Sobald Schulferien sind, sitzt Anja Hirschmann auf gepackten Koffern, um nach Malawi zu fliegen. Mittlerweile ist sie mit den Lebensweisen der Menschen in dem Land vertraut und kennt sich mit den Besonderheiten aus. Und sie kennt „jedes einzelne unserer Kinder“, ist stolz auf das Erreichte. Acht Mädchen besuchen inzwischen eine weiterführende Schule. Und das erste Mädchen, das sie vor zehn aufgenommen haben, möchte studieren. Es sind solche Schicksale, die motivieren, weiterzumachen zum Wohl der Mädchen in Malawi.

Ein Spendenkonto ist eingerichtet unter dem Stichwort Magi e.V., IBAN DE43 4035 1060 0073 1257 34. Weitere Informationen finden sich unter www.magi-ev.de.

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