Sommer-Gespräch mit Ministerin Anja Karliczek
Von großer und kleiner Politik

Tecklenburg-Brochterbeck -

Die bundesweite Digitalisierung der Schulen, aber auch der Wahlkampf in Tecklenburg: Im Sommer-Pressegespräch mit Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, kommen große und kleine Themen auf den Tisch.

Freitag, 10.07.2020, 20:02 Uhr aktualisiert: 12.07.2020, 17:00 Uhr
Anja Karliczek nutzt in ihrem Heimatort die Zeit für ein Pressegespräch. Natürlich ist Corona ein bestimmendes Thema.
Anja Karliczek nutzt in ihrem Heimatort die Zeit für ein Pressegespräch. Natürlich ist Corona ein bestimmendes Thema. Foto: Ruth Jacobus

An dem Thema Corona-Pandemie kommt in diesen Zeiten niemand vorbei. Auch und besonders nicht die Bundesministerin für Bildung und Forschung. Anja Karliczek hatte am Freitag zum traditionellen Sommer-Pressegespräch in das Hotel Teutoburger Wald eingeladen – mit Abstand natürlich.

Der Brochterbeckerin ist es ein großes Anliegen, eine zweite Corona-Welle zu verhindern. Maske tragen, Abstand halten, Hygieneregeln einhalten, das seien alles Dinge, die jeder beitragen könne. „Würde ein zweiter Lockdown kommen, bräuchten wir Jahre, um wieder auf die Beine zu kommen“, ist sie überzeugt. Bislang sei die Krise gut bewältigt worden.

Was auch an einem Maßnahmenpaket liegt, das die Bundesregierung beziehungsweise das Ministerium für Bildung und Forschung geschnürt haben. 500 Millionen Euro werden investiert in ein Sofortausstattungsprogramm für bedürftige Schüler. Dieses Geld geht an die Länder, die es wiederum an die Schulträger weiterleiten. Diese kaufen davon Laptops und verleihen sie an Schüler, deren Eltern sich die Anschaffung nicht leisten können. „Ab dem neuen Schuljahr sollten alle damit ausgestattet sein“, ist Anja Karliczek zuversichtlich.

Die Schulen müssen sich auf drei Situationen vorbereiten.

Anja Karliczek

„Digitale Präsenzschule“ nennt sie die Schule der Zukunft, zu der auch der Digitalpakt beiträgt. Mit fünf Milliarden Euro wird die Digitalisierung gefördert. Doch damit ist es nicht getan. „Die Weiterbildung der Lehrer muss gewährleistet sein“, betont die Ministerin.

100 Millionen Euro aus dem Pakt stehen zur Verfügung für den schnellen Aufbau der Infrastruktur und die Ausweitung des digitalen Unterrichts in der Krise – also für Lernplattformen, deren Inhalte abrufbar sind. Bislang habe es kein länderübergreifendes Lernmanagement-System gegeben. 4000 Schulen seien bereits dabei.

Und worauf müssen sich die Schulen einstellen, da die Corona-Pandemie noch nicht vorbei ist? „Sie müssen sich auf drei Situationen vorbereiten“, erläutert Anja Karliczek: Da ist zum einen die offene Schule, an der das Hygienekonzept umgesetzt werden muss. Zum Zweiten die „hybride Beschulung“ (die Klassen werden halbiert, Abstandsregeln gelten) und zum Dritten, dass Schulen geschlossen werden müssen. „In allen drei Szenarien findet regelmäßiger Unterricht statt“, so die Ministerin. Die getroffenen Maßnahmen und Geldpakete machen das möglich.

Das Thema Schule ist der Brochterbeckerin nicht nur als Ministerin wichtig, sondern auch als Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Tecklenburg. Deshalb wird es auch ein Wahlkampfthema sein. Denn Veränderungen stehen allein schon wegen der Digitalisierung bevor. Das wolle man kompetent begleiten, eine Arbeitsgruppe gründen und Experten einladen. Das gelte auch für die zwei weiteren großen Themen in Tecklenburg: Mobilität und Energieversorgung in den Baugebieten. Man müsse sich mit den Nachbarkommunen regional zusammenschließen, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

In den Wohngebieten habe jeder seine eigene Energieversorgung. Blockheizkraftwerke regt Anja Karliczek an und sieht in der Energieversorgung durch Wasserstofftechnologie „ein gigantisches Thema“.

Auch den Bereich der Mobilität müsse man als Ganzes sehe und da am Ball bleiben, wenn man etwas erreichen wolle – ebenfalls in enger interkommunaler Zusammenarbeit und mit Unterstützung von Experten.

Themen gibt es also, auch wenn der Wahlkampf in Tecklenburg noch nicht so richtig auf Touren gekommen ist. Veranstaltungen, wie man sie kenne, seien ja derzeit nicht möglich, bedauert die CDU-Vorsitzende. Trotzdem gibt es Pläne. Wenn möglich, werde zum Beispiel zu einem Picknick eingeladen, bei dem sich die Kandidaten für die Kommunalwahl vorstellen.

Die große Politik in Berlin, die (etwas) kleinere in Tecklenburg: Der Ministerin macht beides Spaß. „Politik ist ein toller Job", sagt sie und wirbt darum, sich vor Ort zu engagieren. So, wie sie selbst es auch getan hat: 2004 wurde sie Mitglied im Stadtrat, übernahm 2011 den Parteivorsitz in Tecklenburg und wurde 2013 in den Bundestag gewählt. Seit März 2018 ist sie Ministerin.

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