Waldrand-Projekt von Claudia und Stefan Grothus
Ein Paradies für den Artenschutz

Tecklenburg-Ledde -

Auf einem knapp drei Hektar großen Grundstück haben Claudia und Stefan Grothus vor drei Jahren ein Waldrand-Artenschutzprojekt gestartet. Auf der Fläche ist mittlerweile ein kleines Paradies entstanden.

Freitag, 24.07.2020, 20:01 Uhr aktualisiert: 26.07.2020, 15:06 Uhr
Stefan und Claudia Grothus bekamen Besuch von der Klimaschutzmanagerin Laura Backhaus (links). Ein Feuersalamander, der sich auf dem Totholzhaufen ausruhte, verschwand angesichts der Gäste zwischen den Holzscheiben.
Stefan und Claudia Grothus bekamen Besuch von der Klimaschutzmanagerin Laura Backhaus (links). Ein Feuersalamander, der sich auf dem Totholzhaufen ausruhte, verschwand angesichts der Gäste zwischen den Holzscheiben. Foto: Ruth Jacobus

Über schmale Wege geht es zwischen Bäumen hindurch, an blühenden Wildblumen und Sträuchern vorbei, zum „Lieblingsplatz“ von Claudia und Stefan Grothus . Auf einer Lichtinsel steht eine überdimensionale Holzliege. Dort lässt es sich herrlich sitzen und entspannen, während es drumherum sirrt und schwirrt. Die beiden haben ein kleines Paradies geschaffen – für sich und für die Natur. Obwohl die Bezeichnung klein eigentlich nicht passt. Schließlich ist das Areal, auf dem sie 2018 ihr Waldrand-Artenschutzprojekt gestartet haben, knapp drei Hektar groß.

Claudia und Stefan Grothus haben die neue Klimaschutzmanagerin der Stadt, Laura Backhaus , zur Besichtigung des Geländes an der Osnabrücker Straße eingeladen. Und die ist begeistert von dem, was sie sieht und hört. Eigentlich, so erfährt sie, war alles ein glücklicher Zufall – auch wenn es zunächst nicht danach klingt. Das Gelände war als Ausgleichsfläche gedacht, doch in einer Nacht- und Nebelaktion wurden hunderte Buchensetzlinge gestohlen. Weitere Setzlinge gingen später durch Wildverbiss verloren. Lücken im Baumbestand und große Freiflächen bildeten sich, wie es bei einem natürliche Waldrand sein sollte.

Wir wollen eine natürliche Vielfalt.

Stefan Grothus

Als das Grundstück verkauft werden sollte, haben es Claudia und Stefan Grothus erworben. „Auf diesem idyllischen Stückchen Land ein kleines Artenschutz-Paradies zu gestalten, bedeutet für uns Lebensqualität und ist unsere Antwort auf den Klimawandel und Artensterben“, begründen die beiden ihren arbeitsreichen Einsatz. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Wort gestalten. Sträucher und Bäume werden gepflanzt, Wildblumen ausgesät, Totholzhaufen, Steinpyramiden und Blänken (kleine Wassertümpel) angelegt. „Wir wollen eine natürliche Vielfalt“, erläutert Stefan Grothus.

Sanddorn, Schwarzdorn und Haselnuss, Eiche und Erle wachsen. Wildblumen und Wildkräuter gedeihen prächtig. Es zwitschert, summt und brummt in diesem Naturparadies. Das alles will gehegt und gepflegt sein. Dass das in dieser Größenordnung viel Arbeit ist, verhehlen die beiden nicht. Mähen, sensen, säen, pflanzen und pflegen gehören dazu. Aber es lohnt sich – für Natur und Mensch. Dabei gibt es auch Unterstützung, von der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land und dem Naturschutzbund zum Beispiel. Auch den regelmäßige Austausch mit dem zuständigen Revierförster empfinden die beiden als hilfreich.

Natürlich gibt es auf einem drei Hektar großen Areal andere Möglichkeiten als in einem Garten. Aber auch dort lässt sich einiges tun für die Artenvielfalt, wissen Claudia und Stefan Grothus. Den Rasen wachsen lassen und nur Wege darin mähen sei zum Beispiel ein Kompromiss. Und, ganz wichtig: Im Herbst nicht aufräumen, Sträucher nicht zurückschneiden und das Laub und Totholz liegen lassen.

Wer Tipps für den Artenschutz im Garten haben möchte, kann sich bei Claudia und Stefan Grothus informieren (www.made-in-nature.de). Sie bieten auch Führungen an. Bis zum 31. August läuft zudem noch der Wettbewerb „Mein blühender Garten“ der Stadt. Tecklenburger können Fotos und eine kurze Beschreibung per E-Mail einsenden (backhaus@tecklenburg.de). Weitere Infos gibt es unter www.tecklenburg.de/wirtschaft und umwelt.

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