Vom Anwärter zum Truppführer der Freiwilligen Feuerwehr
Die Ausbildung ist vielfältig

Tecklenburg -

Wer den Notruf 112 wählt, erwartet schnell Hilfe von der Feuerwehr. Ob die Einsatzkräfte ehrenamtlich oder hauptberuflich diese Tätigkeit ausüben – dem Hilfesuchenden ist das egal. Einen Unterschied erkennt der Laie kaum, weil sich die beiden Gruppen nicht auseinanderhalten lassen. Egal ob Ausbildung, Ausrüstung, Schutzkleidung oder Fahrzeuge: Alles ist gleich beziehungsweise sehr ähnlich.

Sonntag, 02.08.2020, 18:33 Uhr aktualisiert: 03.08.2020, 16:18 Uhr
Fahrzeuge
Fahrzeuge Foto: Freiwillige Feuerwehr

„Retten, löschen, schützen, bergen“ lautet das Motto der Feuerwehr . Was sich hinter diesen vier Worten verbirgt, wie die Feuerwehr entstanden ist und wie sie heute aufgestellt ist, zeigen wir in einer Serie am Beispiel der Freiwilligen Feuerwehr Tecklenburg. Heute: das Ehrenamt

Wer den Notruf 112 wählt, erwartet schnell Hilfe von der Feuerwehr. Ob die Einsatzkräfte ehrenamtlich oder hauptberuflich diese Tätigkeit ausüben – dem Hilfesuchenden ist das egal. Einen Unterschied erkennt der Laie kaum, weil sich die beiden Gruppen nicht auseinanderhalten lassen. Egal ob Ausbildung, Ausrüstung, Schutzkleidung oder Fahrzeuge: Alles ist gleich beziehungsweise sehr ähnlich.

Dabei stellen die freiwilligen Kräfte rund 95 Prozent der gesamten Feuerwehr-Aktiven in Deutschland. Insgesamt sind das rund 1,1 Millionen Frauen und Männer. Zu ihnen gehören auch die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Tecklenburg mit ihren vier Löschzügen.

Einige Dinge kann man halt im Schlaf.

Sebastian Völker

Eines von ihnen ist Sebastian Völker , der „über Freunde zur Feuerwehr gekommen ist“. Eigentlich wollte er nur mal reinschnuppern, „dann bin ich dabei geblieben“, beschreibt er seinen Weg. Und hat die klassische Ausbildung gemacht. Nach zwei Grundlehrgängen ist aus dem Anwärter ein Feuerwehrmann geworden. Weitere Lehrgänge folgen, als erster der für Funk. „Der ist obligatorisch“, hat er diesen Schritt schnell abgehakt.

Anders ist es bei der Weiterbildung zum Atemschutzgeräteträger. „Das Atmen muss man lernen“, erinnert sich der 40-Jährige an die ersten Male, als er in voller Montur Luft aus der Flasche auf dem Rücken atmete. Und ein gewisses Engegefühl habe sich auch eingestellt. „Das ist sehr schnell gewichen“, fühlt er sich keineswegs unwohl, wenn ein Einsatz mit Atemschutzgerät ansteht. Dazu tragen auch die regelmäßigen Übungsabende bei, an denen die „Flaschenluft“ geatmet wird. Und Brillenträger? „Kein Problem, die haben ihre Maske mit der passenden Scheibe am Haken hängen“, stellt Sebastian Völker lapidar fest. Passende Scheibe heißt, diese ist auf die Sehstärke des Trägers eingerichtet, ähnlich wie bei Tauchermasken.

Einen ABC-Lehrgang hat der Tecklenburger ebenfalls absolviert. Die drei Buchstaben stehen für Atomar, Biologisch, Chemisch. Und Truppführer ist er inzwischen. Bei der Feuerwehr steht der Begriff „Trupp“ für ein Zwei-Mann-Team. „Ich bin für meinen Kameraden zuständig, leite unser Duo im Einsatz“, beschreibt er die Aufgabe eines Truppführers. Wobei die Zuständigkeit auch in umgekehrter Richtung gelte. „Man muss sich immer gegenseitig unterstützen und im Auge behalten“, betont er mit Nachdruck.

Ob die ehrenamtliche Arbeit als Feuerwehrmann auf Dauer langweilig wird? „Das ist nach wie vor sehr interessant“, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen. Wobei der 40-Jährige keinen Hehl daraus macht, dass vieles Routine geworden sei. „Einige Dinge kann man halt im Schlaf“, findet er das für völlig normal. Ambitionen, in der Hierarchie der Feuerwehr noch weiter nach oben zu klettern, „habe ich nicht, nie gehabt. Truppführer, das ist genau das richtige für mich“, stellt er fest.

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