Familie Duka kommt aus Albanien
Gut eingelebt im neuen Zuhause

Tecklenburg-Brochterbeck -

Seit fünf Jahren gibt es die Flüchtlingshilfe. Anlass genug, einmal die Menschen vorzustellen, die sie unterstützt hat.

Montag, 19.10.2020, 20:27 Uhr
Treffen am Mühlenteich im Herzen des Ortes: Stefanie Tholen, Altea, Ersti, Ersela und Altin Duka (von links).
Treffen am Mühlenteich im Herzen des Ortes: Stefanie Tholen, Altea, Ersti, Ersela und Altin Duka (von links). Foto: Luca Pals

Drei Sprachen kann Altea schon. Dabei ist sie gerade einmal elf Jahre alt, ihr Bruder Ersti beherrscht ebenfalls schon fast Deutsch und Englisch sowie natürlich Albanisch. Die Sprache aus der alten Heimat – sie wird in der Familie Duka regelmäßig gesprochen. Sie nicht zu verlernen, ist den Eltern Altin und Ersela genauso wichtig wie das Erlernen der deutschen Sprache. Da brauchen sie sich bei ihren Kindern aber keine Sorgen zu machen: In der Schule, mit Freunden oder beim Fußballspielen – die Sprache und der Alltag sind schon längst auf Deutsch.

Familie Duka wohnt im Herzen Brochterbecks. Aus dem Dachfenster blicken sie auf den Dorfteich, unter der Wohnung liegt eine Pizzeria – zentraler geht es im größten Tecklenburger Ortsteil nicht. Die Überschaubarkeit kennen sie. Vater Altin schmunzelt: „In Albanien haben wir in einem noch kleineren Ort gewohnt, uns gefällt das sehr.“

Klar: Zur Arbeit und zur Schule ist es nicht weit. Vater Altin arbeitet in der Firma Reiffenschneider Garten- und Landschaftsbau, Tochter Altea besucht die Gesamtschule in Tecklenburg, Ersela macht eine Ausbildung zur Pflegehelferin in Ibbenbüren und der siebenjährige Sohn Ersti geht in den Unterricht an der Teutoburger Waldschule – zu Fuß schnell zu erreichen.

In Albanien haben wir in einem noch kleineren Ort gewohnt, uns gefällt das sehr.

Altin Duka

Über fünf Jahre leben die Vier bereits in Deutschland. Im September 2015 kamen sie in Dortmund an, wurden dann nach Tecklenburg weitergeleitet. Beide Kinder versichern: „Wir fühlen uns sehr wohl in Deutschland. Die Schule macht uns großen Spaß.“ Der kleine Ersti formuliert die Sätze problemlos. Dass das Erlernen einer neuen Sprache mit den regelmäßigen Kontakten in der Schule wesentlich schneller und dazu optimaler klappt als bei erwachsenen Menschen in Sprachkursen, ist auch hier wieder zu erkennen. Mutter Ersela sagt: „Die Kinder sprechen einfach, sie haben keine Angst davor, Fehler zu machen. Bei Erwachsenen ist das oft anders.“

Stefanie Tholen, Ansprechpartnerin der Familie und ehrenamtliches Mitglied in der Brochterbecker Flüchtlingshilfe, hat einen ähnlichen Eindruck: „Die Kinder haben in der Schule nur mit der Sprache zu tun. Das geht sehr schnell. Aber ich ziehe vor allem vor den Eltern den Hut.“ Ersela gibt zu, besonders am Anfang größere Verständnisprobleme gehabt zu haben, legte vor einiger Zeit aber die Prüfung auf B1-Niveau ab.

Im Gespräch wird immer wieder deutlich, dass neben den Sprachkursen besonders der Besuch der Spielenachmittage bei der Flüchtlingshilfe vor Ort der Familie sehr geholfen hat. Altin: „Wir konnten uns austauschen, die Kinder konnten spielen, wir haben wichtige Freundschaften aufgebaut.“ Eine davon zu Stefanie Tholen: „Einmal sind sie mit dem Fahrrad zu mir nach Wechte gekommen, wir haben einen ganzen Tag in unserem Garten verbracht. Zwischen uns ist eine tiefe Freundschaft entstanden. Zu sehen, wie die Familie nun hier in Deutschland klar kommt, ist auch für mich eine große Freude.“

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