Neue Mitglieder im Tecklenburger Stadtrat
Mit Motivation an die Arbeit

Tecklenburg -

In allen vier Fraktionen im Stadtrat sind neue Mitglieder dabei. Welche Ideen und Ziele verfolgen sie?

Samstag, 24.10.2020, 10:45 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 16:19 Uhr
Wieland Fortmeyer (CDU),
Wieland Fortmeyer (CDU), Foto: Ruth Jacobus/Volker Göx

Die Kommunalwahlen liegen schon mehr als einen Monat zurück, Anfang November konstituiert sich der Stadtrat. Die politische Arbeit nimmt wieder Fahrt auf. Neben alten Hasen sind nun auch neue Gesichter dabei. Wir stellen Neulinge aus den vier vertretenen Fraktionen vor:

Eins vorne weg. Völlig ins kalte Wasser wird keiner von ihnen geworfen. Wieland Fortmeyer zieht für die CDU in den Rat ein, ist seit 2000 aber bereits Parteimitglied. Silke Sundermann ist seit sechs Jahren in der SPD und seit drei Jahren Ortsvereinsvorsitzende. Zudem war sie bereits als sachkundige Bürgerin tätig. Neu dabei ist auch Yara Jebsen für Bündnis 90/Die Grünen. Die 58-Jährige ist zwar erst seit einem Jahr Parteimitglied, sagt aber auch: „Gerade im vergangenen Jahr war ich bei vielen Sitzungen dabei. Dabei habe ich viel für meine eigene Arbeit mitnehmen können.“ Die vierte im Bunde ist Dörthe Wittrock, die sich Mitte September über den Stimmenzuwachs der FDP (plus 4,6 Prozent) freuen konnte und die zuletzt bereits als sachkundige Einwohnerin, zum Beispiel im Umweltausschuss, aktiv war.

Ich war bei vielen Sitzungen dabei. Da habe ich mir sehr viel abgeschaut.

Yara Jebsen

Vier verschiedene Personen in unterschiedlichen Parteien. Sie alle eint der Wille, sich für Tecklenburg und die umliegenden Ortsteile einzusetzen. Für Dörthe Wittrock stehen zum Beispiel die Situation von Jugendlichen, der Gastronomie und des ÖPNV hoch im Kurs.

Bei Silke Sundermann, 45-Jährige Mutter von zwei Kindern und Lehrerin am Gesamtschul-Standort Tecklenburg, liegt es nahe, dass der Ausbau der Schulstandorte und die Sicherung der Kindergartenplätze für sie besonders wichtig sind.

Die berufliche Nähe ist auch bei Wieland Fortmeyer (65, CDU) gegeben. Der Landwirt sagt im Gespräch mit unserer Zeitung: „Der Landschaftsplan des Kreises Steinfurt steht aktuell auch in Tecklenburg an. Die Landwirtschaft hat bei uns einen hohen Stellenwert.“ Als ehemaliger ehrenamtlicher Leiter der Freiwilligen Feuerwehr treiben ihn auch der Neubau des Gerätehauses in Brochterbeck, die Frage nach einem Standort in Leeden und der in den Startlöchern stehende Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Ledde an. Sein Schwerpunkt liegt in Leeden: „Der Ortsteil musste bei der Vergabe von Baugebieten immer sehr zurückstecken. Außerdem ist die Lotter Straße in einem katastrophalen Zustand – da müssen Veränderungen her.“

Mir liegen die attraktiven Ortsteile besonders am Herzen.

Dörthe Wittrock

Yara Jebsen spricht ebenfalls klare Ziele an: „Das Klimaschutzkonzept ist gut ausgearbeitet, wir müssen jetzt aber am Ball bleiben. Tatsachen wie der massenhafte Rückgang von Insekten sind äußerst bedenklich. Es geht um unsere Zukunft.“ Der Ausbau von Radwegen, die Verbesserung des ÖPNV stehen für sie im Mittelpunkt. „Frische Ideen“ will sie aber auch einbringen: „Es gibt das Konzept der `essbaren Stadt´, wobei Tomaten, Gurken, Hoch- und Kräuterbeete und vieles mehr sich durch die Stadt ziehen. Das könnte ich mir auch gut für Tecklenburg vorstellen.“

Die Idee, für den Stadtrat zu kandidieren, kam ihr bei einer Sitzung des Umweltausschusses: „Da saßen so viele Männer und so wenige Frauen – da kam mir der Gedanke, mich aktiv einzusetzen.“ Bei den Grünen spricht sie die Parität an: „Die Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern gibt es nirgendwo so wie bei uns.“

Silke Sundermann kommt aus „einem SPD-Haushalt“. Für sie ist die Partei der „Ansprechpartner für die breite Masse“ – genau das wolle sie auch vorleben: „Mit offenen Ohren die Probleme der Bürger hören und versuchen, sie zu lösen.“ Sie schnupperte erst einmal in die politische Arbeit in Tecklenburg rein, freut sich nun besonders auf die Zusammenarbeit der Fraktionen, die sie immer als „sehr harmonisch“ empfunden hat. Sich einzuarbeiten, sei zwar „sehr viel Arbeit“, die Gesamtschullehrerin sagt aber auch: „Das ist mein Hobby. Es ist toll, wenn man sieht, dass man mit seiner Stimme Veränderungen durchführen kann.“

Dörthe Wittrock entschied sich 2009 für den Eintritt in die FDP: „Damals war die Partei am Boden. Das war die Initialzündung für mich.“ „Ich schätze an der FDP sehr, dass Toleranz und Freiheit im Vordergrund stehen. Unser Team in Tecklenburg ist stark. Wir agieren nur zusammen, Probleme werden direkt und gemeinsam angesprochen.“

Alle vier freuen sich auf die Arbeit, die für sie schon bald los geht. Angst vor der Aufgabe verspürt keiner. Fortmeyer: „Ich kenne viele und komme mit allen gut klar. Da freue ich mich auf die Zusammenarbeit.“ Sundermann: „Direkt frisch in den Rat ist wahrscheinlich schwierig, aber das ist bei mir ja nicht der Fall. Ich fühle mich gut vorbereitet.“ Jebsen zeigt „großen Respekt“: „Die Verantwortung, die ich durch die Bürgerinnen und Bürger bekommen habe, freut mich. Diese Zustimmung will ich zurückgeben.“

Und Dörthe Wittrock sagt: „In Tecklenburg wird jeder gut aufgenommen. Wir wollen ja alle nur das Beste für die Stadt.“

 

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