GHV leistet am Samstag seinen 25. Arbeitseinsatz
Im alten Haus wird aufgeräumt

Tecklenburg -

Eigentlich sollte die Renovierung des künftigen Heimathauses des Geschichts- und Heimatvereins schon weiter fortgeschritten sein. Doch Corpona kam dazwischen. Doch nun laufen die Arbeit.

Dienstag, 27.10.2020, 20:13 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 16:21 Uhr
Kurt Felgenhauer und Frank Bosse (rechts) heben die Erde im Kaminraum aus
Kurt Felgenhauer und Frank Bosse (rechts) heben die Erde im Kaminraum aus Foto: Ruth Jacobus

Es ist zugig und kalt, doch dagegen kann man sich anziehen – und sich warm arbeiten. Frank Bosse und Kurt Felgenhauer nehmen Schaufel und Hacke in die Hände und legen los – und das seit Monaten. Schließlich wollen der Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins (GHV) und sein Stellvertreter, dass aus dem rund 500 Jahre alten Fachwerkhaus an der Adresse Im Grund in absehbarer Zeit ein Schmuckstück wird – und gleichzeitig ein Zuhause für den Verein.

Im vergangenen Jahr hatte der GHV das Gebäude erworben und knapp 300 000 Euro für die Renovierung aus dem Landesförderprogramm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet“ erhalten. Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, hatte die entsprechende Urkunde persönlich überbracht. Und von einem sportlichen Zeitplan gesprochen. Bis Ende diesen Jahres sollte das Geld eigentlich verbaut sein. Doch dann kam die Corona-Pandemie und brachte den Zeitplan durcheinander. Mit Unterstützung der Bezirksregierung habe man eine Verlängerung um ein Jahr bekommen, ist Bosse erleichtert.

Am Samstag haben wir den 25. Arbeitseinsatz.

Kurt Felgenhauer

Nun liegt die Baugenehmigung des Kreises endlich vor. Die ersten Aufträge an Handwerker sind vergeben. Und die GHV-Mitglieder krempeln selbst die Ärmel hoch – seit Monaten. „Am Samstag haben wir den 25. Arbeitseinsatz“, freut sich Felgenhauer über die fleißigen Helfer. Zwischen acht und 15 Personen sind es immer, die mit anpacken – von der zwölfjährigen Tochter eines Mitglieds bis hin zu dem 86-jährigen Gerhard Knoblauch. Damit sie alle bei Kräften bleiben, gibt es jeden Samstag ein Frühstück, serviert von einem Vereinsmitglied oder von Nachbarn.

950 Arbeitsstunden geleistet

Rund 950 Arbeitsstunden hätten die Mitglieder bereits in die Entkernung und den Rückbau investiert, hat Felgenhauer ausgerechnet. Zu tun gab und gibt es genug. So sind zum Beispiel Fußböden aufgenommen, Decken abgenommen und Zwischenwände entfernt worden. Die Denkmalpflege hatte es notwendig gemacht, dass von März bis Juni eine Pause eingelegt wurde, die dann genutzt wurde, um den Garten auf Vordermann zu bringen. Kartoffeln wurden bereits geerntet und gemeinsam genossen, derzeit wächst der Feldsalat in einem Hochbeet, umrankt von vielen Blumen. „Der Garten wird richtig schön“, sind sich Bosse und Felgenhauer sicher.

Im Inneren des Hauses ist mittlerweile das Ständerwerk gut sichtbar. Die Zimmererarbeiten haben begonnen und sollen zu Weihnachten fertig sein. Es wird alles vorbereitet, damit die Bodenbetonplatte gegossen und mit den Maurerarbeiten begonnen werden kann. Deshalb sind Frank Bosse und Kurt Felgenhauer auch regelmäßig während der Woche im Arbeitseinsatz. Am nächsten Samstag geht es an den Erdaushub im Kaminraum und in der Diele. Außerdem werden im Innenbereich die Fugen an der alten Stadtmauer freigelegt.

Viel Arbeit, aber auch viele positive Erfahrungen: Bosse und Felgenhauer freuen sich über die vielen Mitstreiter, über die Geduld der Nachbarn, wenn es einmal laut wird. Und darüber, dass auch Stadtwerke und Wasserversorgungsverband gut mitziehen und mitdenken. Denn in einem 500 Jahre alten Haus ist halt Vieles anders als in einem Neubau.

Eines wird auf jeden Fall hochmodern: Für den Anschluss ans Breitbandnetz habe man sich bereits angemeldet, berichtet Bosse. Schließlich soll das Haus nicht nur vom GHV, sondern auch von anderen Vereinen genutzt werden und allen Tecklenburgern zur Verfügung stehen. Da kann zum Beispiel schnelles Internet von Nutzen sein.

„Es macht Spaß“, sagt Frank Bosse, während er den Blick über die zugige Baustelle schweifen lässt. Er würde sich freuen, wenn samstagsvormittags noch weitere ehrenamtliche Helfer außer den Mitgliedern hinzukämen. Denn Arbeit – leichte und schwere – gibt es noch genug, bis das Haus komplett renoviert ist.

Wer sich über die Arbeiten informieren möchte, findet alles Wissenswerte auf der Homepage des Vereins (www.ghv-tecklenburg.de).

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