Geständiger Internetbetrüger geht in Berufungsverhandlung
Gericht: Gutachten soll Schuldfähigkeit klären

Tecklenburg/Münster -

Ein Gutachten soll klären, ob ein 47 Jahre alter Mann aus Tecklenburg schuldfähig ist. Er ist mehrfach verurteilt worden, weil er unter anderem bei e-Bay für angebotene Waren Geld erhalten, diese aber dann nicht ausgeliefert hatte. Teilweise konnte sich der Mann nicht mal erinnern, stellte sich vor Gericht heraus.

Mittwoch, 18.11.2020, 21:11 Uhr

Nach einer Verurteilung vor dem Amtsgericht Tecklenburg wegen Betruges in zwei Fällen hatte ein 47-jähriger Familienvater aus Tecklenburg Berufung eingelegt. Deshalb wurde der Fall jetzt bei der Verhandlung vor dem Landgericht Münster neu aufgerollt.

Ursprünglich war der Mann angeklagt, Waren auf der Verkaufsplattform E-Bay angeboten und verkauft zu haben. Nach dem Erhalt des Geldes hat der Tecklenburger dann allerdings die Waren nicht versandt. Dieses immer gleiche Betrugsmuster hatte der 47-Jährige schon in mehreren vorherigen Taten angewandt und war dafür zwischen 2014 bis 2019 immer wieder zu Bewährungsstrafen zwischen vier und sechs Monaten verurteilt worden.

Vor dem Landgericht sollte geklärt werden, ob die aktuelle Strafe des Amtsgerichts Tecklenburg (vier Monate) zur Bewährung ausgesetzt werden könne oder der Mann sofort seine Haft anzutreten habe. Die Taten selbst hatte der Angeklagte durch seinen Verteidiger vollumfänglich eingeräumt.

Der Mann auf der Anklagebank machte während der Verhandlung immer wieder den Eindruck, dem Verfahren nicht folgen zu können. So konnte er nicht erklären, warum er die Waren – die er ja in seinem Besitz hatte – nicht an die Verkäufer weitergegeben habe.

Auch sein Verhalten vor dem Amtsgericht Tecklenburg darf als außergewöhnlich bezeichnet werden. Damals brachte er seinen Opfern die bisher verweigerten Waren in den Gerichtssaal mit und händigte sie dort aus.

Zur Aussetzung der Verhandlung kam es, nachdem der Staatsanwältin der Kragen geplatzt war. Der Behauptung des Angeklagten, er habe seither keine weiteren Verkäufe getätigt, hielt sie entgegen: „Es gibt ein neues Verfahren im März diesen Jahres vor dem Amtsgericht Detmold und ein Ermittlungsverfahren vor dem Amtsgericht Düsseldorf aus dem Januar 2020.“

Der offensichtlich überforderte Mann gab an, nichts von diesen Vorgängen zu wissen.

Nach kurzer Beratung entschied das Gericht, ein psychologisches Gutachten über den Angeklagten erstellen zu lassen, unter anderem um die Frage nach der Schuldfähigkeit beantworten zu können. Bis zu einem Ergebnis ruht das Verfahren.

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