Kreisausschuss berät über Entwicklungskonzept
Großinvestition in den Burgberg

Tecklenburg -

Rund 7,9 Millionen Euro sollen in den Burgberg investiert werden - verteilt auf acht Jahre. Ein Konzept ist entwickelt worden. Es soll am 25. November im Fachausschuss des Kreises in Steinfurt präsentiert werden.

Freitag, 20.11.2020, 20:24 Uhr aktualisiert: 20.11.2020, 20:30 Uhr
Die Promenade weist immer wieder Schäden auf. Zudem sind die Hecken von Unkraut durchwachsen..
Die Promenade weist immer wieder Schäden auf. Zudem sind die Hecken von Unkraut durchwachsen.. Foto: Ruth Jacobus

Wer mit offenen Augen über den Burgberg flaniert, dem bleibt es nicht verborgen: Er wirkt, vorsichtig ausgedrückt, ungepflegt und sich selbst überlassen. Das sieht auch der Kreis Steinfurt so und will das ändern. Gemeinsam mit einem Fachbüro sowie engagierten Bürgern ist ein „Zielkonzept Burgberg Tecklenburg“ entwickelt worden. Am Mittwoch, 25. November, wird es im Kreisausschuss für Wirtschaft, Bauen, Verkehr, Wohnen und Digitales präsentiert. Der Beschlussvorschlag: „Die Verwaltung wird beauftragt, in enger Abstimmung mit der Stadt Tecklenburg die Federführung zur Entwicklung und Umsetzung des Projektes auf Basis des vorgelegten Entwicklungskonzeptes zu übernehmen.“

Welche Bedeutung das Projekt hat, wird anhand der Zahlen deutlich: Die Gesamtkosten werden auf 7,9 Millionen Euro geschätzt. Der Kreis möchte im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Isek) Städtebaufördermittel des Landes nutzen, um das überregional bedeutende Areal nachhaltig aufzuwerten. Verbleiben würden dann als Eigenanteil des Kreises 2,2 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Stadt würde bei 500 000 Euro liegen. Das Geld soll in den Jahren 2021 bis 2027 ausgezahlt werden.

Wie wichtig dem Kreis Steinfurt das Projekt ist, ist der Sitzungsvorlage zu entnehmen: „Der Burgberg ist ein historisch und kulturell bedeutender Ort. Aufgrund seiner besonderen Lage hat er nicht nur für die Stadt Tecklenburg und das Tecklenburger Land eine im wahrsten Sinne herausragende Bedeutung, sondern für den gesamten Kreis Steinfurt wie auch für das Münsterland.“ Der Investor des neuen Hotels „Burggraf“ habe sein Interesse an einem attraktiveren Umfeld mit einer hohen Erlebnis- und Aufenthaltsqualität ebenso zum Ausdruck gebracht wie die Jugendherberge.

Leider zeige sich der Burgberg heute in vielen Teilbereichen in einem wenig ansprechenden Zustand, heißt es in der Sitzungsvorlage. „Wege und Plätze sind sanierungsbedürftig. Auch die Ausstattung ist größtenteils als marode und für den bedeutenden Ort als nicht angemessen gestaltet anzusprechen. Die Pflege der Grünanlagen ist derzeit auf ein Mindestmaß beschränkt und verlangt eine neue Konzeption. Eine Wahrnehmung der bedeutsamen historischen Anlage ist von außen kaum noch möglich, da Sichtbeziehungen weitestgehend zugewachsen sind.“

Leider zeigt sich der Burgberg heute in vielen Teilbereichen in einem wenig ansprechenden Zustand.

Aus der Sitzungsvorlage

Die Bestandssituation ist laut Vorlage ernüchternd. Beispiel Südhang (zwischen Burggraf und Burgruine): marode, abgängige Stützmauer, schlechte Wegebeläge, Vegetationsüberschuss, mangelnde Ausleuchtung, unübersichtliche Beschilderung, durch Bewuchs behinderte Sichtbeziehungen. Hier soll ein gepflegtes Burgareal entwickelt werden. Dazu gehören unter anderem gegebenenfalls Sanierungen der Mauern, eine hochwertige Beleuchtung, Sanierung der Treppen sowie eine Auslichtung des Gehölzbestandes, um Sichtbezüge herzustellen.

Beispiel Promenade: Dort sind die Schwachpunkte unter anderem die wiederkehrenden Schäden des Belags, vermutlich durch zu hohe Verkehrsbelastung, grüne Stabgitterzäune, die gestalterisch nicht angemessen sind, teilweise marode Rast- und Aufenthaltspunkte, nicht gegebene Sichtbeziehungen und – nicht begehbare unterirdische Wegeverbindungen. Allein für diesen Bereich sind knapp 1,8 Millionen Euro vorgesehen.

Beispiel Hauptburg mit Burgwiese: Die Hauptausdehnung der Burg lässt sich nicht mehr erkennen, ungepflegter Eindruck an der gesamten Ostseite, Nutzung als temporärer Stellplatz im Herzen der ehemaligen Hauptburg durch die Bühne, Erscheinungsbild der Bühnenwerkstätten. Diesen Bereich möchte der Kreis als Kern der Burganlage wieder erlebbar machen und zu einem attraktiven und öffentlichen Ort für Geschichtsvermittlung, Freizeit und Kultur entwickeln. Kosten: rund 829 000 Euro.

Laut Konzept sollen außerdem „die beiden touristischen Schätze Burgberg und Kurpark über die Schlossstraße hinweg attraktiv verbunden werden und leicht aufzufinden sein“.

Weitere Maßnahmen: Der Parkplatz Münsterlandblick soll gestalterisch aufgewertet werden. Dort sowie auf dem Parkplatz Burgberg sollen in der Saison jeweils zehn Stellplätze für Bühnenmitarbeiter reserviert werden. Bislang haben einige auf dem Burggelände geparkt. Die Zuwegung dorthin soll durch einen versenkbaren Poller verschlossen werden. Unterhalb der Jugendherberge ist ein Kinderspielbereich geplant, der Erlebnisse mit historischem Bezug und unterschiedliche Aufenthaltsbereiche bieten soll. Auch hier soll es eine hochwertige Beleuchtung geben, die sicherheitstechnischen, gestalterischen und artenschutzrechtlichen Anforderungen gerecht wird.

 

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