Werner Schröder wurde vor 45 Jahren Stadtdirektor von Tecklenburg
Eine beeindruckende Bilanz

Tecklenburg -

Vor 45 Jahren wurde Werner Schröder zum Stadtdirektor von Tecklenburg ernannt. Ein Album aus dem Fundus des damaligen Kämmerers Wilfried Brönstrup dokumentiert, was Schröder in seiner Amtszeit für die Stadt erreicht hat.

Sonntag, 03.01.2021, 15:04 Uhr
Werner Schröder wurde vor 45 Jahren Stadtdirektor von Tecklenburg: Eine beeindruckende Bilanz

Wer sich die Zeit nimmt, aufzuräumen oder einfach nur mal wieder das in die Hand zu nehmen, was viele Jahre lang verwahrt wurde, stößt dabei auf manchen „Schatz“, der es wert ist, weiter aufgehoben und für die Nachwelt erhalten zu werden. Dazu gehört ein Fotoalbum, das Alt-Bürgermeister Wilfried Brönstrup jetzt dieser Zeitung zur Verfügung gestellt hat. Es dokumentiert in Bild und Text die Amtszeit von Werner Schröder , der vor 45 Jahren, nach der Gebietsreform, Stadtdirektor der „neuen“ Stadt Tecklenburg wurde.

Ob Neubau der Volksschule in Brochterbeck, Bau der Feuerwehrgerätehäuser in den vier Ortsteilen oder Bau von Rathaus und Waldfreibad – vieles ist in die Tat umgesetzt worden in der Amtszeit von Werner Schröder. Von 1963 bis 1974 war er Amts- und Stadtdirektor von Tecklenburg sowie Gemeindedirektor von Brochterbeck und Ledde, bevor er 1975 Stadtdirektor der Gesamtstadt wurde. Dieses Amt hatte er bis 1987 inne. Als Abschiedsgeschenk erhielt er ein Erinnerungsalbum. Davon besitzt auch Wilfried Brönstrup ein Exemplar. Er war damals Kämmerer der Stadt und hielt die Laudatio auf den Verwaltungschef.

Es ist schon eine beeindruckende Bilanz, die in dem Album gezogen wird. Ein Beispiel, das auch heute wieder Thema ist: das Burggelände. „Gleich zu Anfang der ersten Wahlperiode sind in Tecklenburg der Meesenhof und das Burggelände neu gestaltet worden mit immerhin einer halben Million D-Mark – was damals schon viel Geld war“, erinnerte Brönstrup in seiner Rede. Ein weiterer Meilenstein: der Bau des beheizten Waldfreibades im Jahr 1971 mit einem Volumen von 2,1 Millionen D-Mark. Bei durchschnittlich jährlich 70 000 Besuchern wurde 1987 der millionste Badegast erwartet.

Eine seiner Hauptaufgaben hat Werner Schröder im Fremdenverkehr gesehen. Neben dem Bau des Waldfreibades fiel auch die Anerkennung Tecklenburgs als Luftkurort und die Schaffung des „Haus des Gastes“ in seine Amtszeit, ebenso wie das Anlegen des Kurparks und die Anerkennung Brochterbecks als Erholungsort.

Bereits 1964 hatte Schröder das Anlegen des Brochterbecker Dorfteiches in Angriff genommen. Das sei auch ein Grundstein für die Intensivierung der Fremdenverkehrsförderung in Brochterbeck gewesen, hat Brönstrup festgehalten. 186 000 D-Mark wurden dafür ausgegeben.

Fotos in dem Album lassen nicht nur Erinnerungen an diese Maßnahme wach werden. Dokumentiert wird auch der Neubau der Turnhalle Brochterbeck (Bauzeit 1964-66) für 184 000 D-Mark, der Neubau der Volksschule Brochterbeck (1963/64) für 205 000 D-Mark sowie das Entstehen des ersten Sportplatzes in Leeden (1963-65) für 119 000 D-Mark. 1967 wurde der Neubau des Rathauses fertiggestellt (897 300 D-Mark). 1969 wurde die Hauptschule fertiggestellt. 710 000 Euro hat die Maßnahme gekostet.

Auch die Siedlungspolitik wurde vorangetrieben. Die Stadt kaufte in Schröders Amtszeit mehrere Flächen, erschloss sie und verkaufte sie günstig als Baugrundstücke. 727 zusätzliche Häuser sind dadurch entstanden, die Zahl der Gebäude in Tecklenburg erhöhte sich um rund 39 Prozent. Auf Luftbildern aus den Ortsteilen aus den Jahren 1965 und 1983 ist diese Entwicklung deutlich zu erkennen.

Die eine oder andere Maßnahme, die in den 1960er Jahren durchgeführt wurde, wäre Jahre später nicht mehr möglich gewesen. In seiner Laudatio erwähnte Wilfried Brönstrup 1987 die Ortsdurchfahrt Ledde: „Während in den 60er Jahren ganze Häuser fallen mussten, um die Straße Ende der 70er Jahre in voller Breite zu bauen, wird heute überlegt, wie man diese Straße wieder verkehrsberuhigt umgestalten kann.“

Auch ein kleiner Seitenhieb auf den Stadtrat fehlte damals nicht in dem Rückblick auf die Amtszeit von Werner Schröder: „Dass heute im politischen Raum einiges praktisch völlig auf den Kopf gestellt wird, ist natürlich auch den schwierigen Mehrheitsverhältnissen im Rat und vielleicht auch der dort vertretenen berühmten Lehrerschaft, die fast ein Drittel der Ratsherren stellt, zuzuschreiben.“

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