Alexandra Fliedner lebt in Südafrika
Das Herz an Kapstadt verloren

Tecklenburg-Ledde -

Aufgewachsen ist sie in Ledde, heute lebt sie in Kapstadt: Alexandra Fliedner. Sie hat sich in die südafrikanische Stadt verliebt.

Sonntag, 03.01.2021, 17:53 Uhr aktualisiert: 03.01.2021, 18:01 Uhr
Die Fröhlichkeit der Menschen ist es, die Alexandra Fliedner in Kapstadt besonders gefällt.
Die Fröhlichkeit der Menschen ist es, die Alexandra Fliedner in Kapstadt besonders gefällt. Foto: privat

Bei einem Auslandsjahr nach dem Studium hat sich Alexandra Fliedner verliebt. In Kapstadt. In die Menschen, den Blick auf den Tafelberg, das gute Essen, die einmalige Natur zwischen Bergen und Meer. Inzwischen lebt die 32-Jährige, die in Ledde aufwuchs und 2008 am Ibbenbürener Johannes-Kepler-Gymnasium ihr Abitur machte, seit mehr als vier Jahren in der südafrikanischen Großstadt.

Alexandra Fliedner arbeitet dort für Amazon im Management. Von ihrem Büro mit Blick auf den berühmten Tafelberg aus agiert sie weltweit für den Internet-Versandhandel.In ihrer Freizeit genießt sie das bunte Leben in und um Kapstadt, vor allem die Natur.

Fliedner hat nach ihrem Abitur und einer Auszeit in den USA und Argentinien 2009 in Den Haag begonnen, EU-Wissenschaften zu studieren. Ein Auslandssemester verbrachte sie in Russland. Nach dem Bachelor schrieb sie in Berlin ihre Masterarbeit im Studiengang Political Economy. 2014 ging sie mit einer christlichen Organisation nach Südafrika, verbrachte drei Monate an einer Missionsschule in Kapstadt. „Das hat mir sofort gut gefallen“, erinnert sie sich.

Als sie 2015 zurück in Deutschland war, wollte sie am liebsten sofort wieder zurück. Aber wie? Alexandra Fliedner erhielt den Tipp, dass Amazon in Kapstadt viele freie Stellen ausgeschrieben habe, gerade auch für Deutschsprachige. Sie bewarb sich und war nur fünf Monate später wieder in Kapstadt – als Mitarbeiterin des amerikanischen Online-Versandhändlers.

„Kapstadt hat gute Universitäten und ist quasi ein Tech-Hub“, nennt Fliedner die Vorzüge, die ein Unternehmen wie Amazon in der südafrikanischen Stadt findet. Fliedner arbeitet mit einem internationalen Team, zurzeit meist im Homeoffice. Normalerweise aber sind es von ihrer Wohnung in der Nähe des Stadtzentrums ins Büro nur fünf Minuten. Ein Luxus, weiß Fliedner, denn die Rush Hour sei extrem in Kapstadt, die Busse proppenvoll, „man braucht ein Auto“. Das aber muss dann gut gesichert abgestellt werden, denn vor allem die Gang-Kriminalität ist groß in der Stadt. „Sicherheit ist ein Riesen-Thema“, sagt Fliedner, für die es inzwischen selbstverständlich ist, im Dunkeln nicht alleine rauszugehen, Kamera oder Smartphone nicht einfach so herauszuholen und keinen Rucksack zu tragen.

Jeder, der schon mal hier war, weiß genau, warum man einfach gerne hier ist.

Alexandra Fliedner

Im ersten Jahr habe sich das angefühlt, als sei ihr ein Stück Freiheit genommen, erinnert sich Fliedner, aber ihre große Begeisterung für die Stadt macht vieles wieder wett. „Die Fröhlichkeit der Menschen und überhaupt ihre Mentalität, das gute Essen, die Freundlichkeit“, zählt die 32-Jährige auf, was Kapstadt für sie so besonders macht. „Jeder, der schon mal hier war, weiß genau, warum man einfach gerne hier ist.“

Natürlich vermisst sie ihre Familie und würde sich mal wieder deutsches Brot wünschen oder einfach einen Abendspaziergang zu machen. Aber für sie steht fest: „Ich bleibe hier, das ist der richtige Ort für mich.“

In ihrer Freizeit ist sie viel in der Natur unterwegs, „Hikes“, quasi Trekkingtouren, übers Wochenende mit Freunden sind beliebt, immer inklusive Grillen. „Das hier minimiert andere Urlaubsziele, das Meer, die Berge, es sieht wirklich so aus wie auf den Fotos.“ Gerne zeigt Alexandra Fliedner ihrer Familie oder Freunden ihre neue Heimat. Viele haben sie schon besucht.

Und während sie in anderen Jahren die 12,5 Stunden Flug nach Deutschland auf sich genommen hat, wird daraus im Corona-Jahr nichts. „Ich werde wohl am heißen Strand liegen.“ Denn in Südafrika ist gerade im Sommer. Im Winter dagegen wird es zwar mit durchschnittlich zwölf Grad und Regen nicht sonderlich kalt, dafür haben die Wohnungen keine Heizungen und sind nicht isoliert. „Ich glaube, ich friere im Winter hier mehr als zu Hause“, sagt Fliedner schmunzelnd. Für sie ist dennoch klar: Kapstadt ist ihre Herzensstadt.

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