Osnabrückerin spendet dem Puppenmuseum ihren „Spielzirkus“
Das Riesenrad musste immer mit

Tecklenburg -

Ein Vor über 70 Jahren selbst gebautes Riesenrad ist das neueste Exponat im Puppenmuseum. Eine Osnabrückerin hat es gespendet.

Mittwoch, 06.01.2021, 20:26 Uhr aktualisiert: 06.01.2021, 20:31 Uhr
Riesenrad und Wohnwagen können im Puppenmuseum bewundert werden, sobald es wieder geöffnet ist.
Riesenrad und Wohnwagen können im Puppenmuseum bewundert werden, sobald es wieder geöffnet ist. Foto: Heiner Schäffer

Wien hat eins, das Riesenrad am Prater. Aber auch andere Hauptstädte haben eins. Ob das „London Eye“ in der britischen Hauptstadt oder der „Singapore Flyer“ in Südostasien – nun hat auch Tecklenburg eines. Zu sehen ist künftig „Ingrids Riesenrad“ im Puppenmuseum Tecklenburg. Altersmäßig kann es nicht ganz mithalten mit Wien. „Aber mit seinen 71 Jahren ist es auch schon ein historisches Bauwerk, nicht modern aber wunderschön“, heißt es in einem Bericht des Puppenmuseums.

Ingrid ist heute 80 Jahre alt und lebt in Osnabrück. Schon mehrmals hat sie das Puppenmuseum in Tecklenburg besucht. Es muss ihr wohl gefallen haben, denn sonst hätte sie wohl kaum gewollt, dass ihr „Spielzirkus“ dort einen Platz findet.

Am 24. Dezember 1949 bekam Ingrid Riesenrad und Wohnwagen vom Weihnachtsmann geschenkt. Ihr Opa hatte es in vielen Nachtstunden gebastelt. Am Tage konnte er nichts daran machen, weil Ingrid es dann schon gesehen hätte.

Der Opa als Weihnachtsmann

Nach Weihnachten durften die Kinder ihr schönstes Weihnachtsgeschenk mit zur Schule bringen. Opa und Ingrid luden Riesenrad und Wohnwagen auf einen geliehenen Handwagen und zuckelten in Osnabrück über die Lotter Straße mit ihrem Gefährt zur Heger-Tor-Schule. Es wurde dort zwei Wochen ausgestellt. Ingrid, die damals neun Jahre alt war, wurde immer größer vor Stolz.

Alle Kinder kannten Ingrid und ihren Spielzirkus und freuten sich, wenn auch sie mal damit spielen durften. Am schönsten war es, wenn der Wohnwagen in voller Beleuchtung erstrahlte. „Aus dem Riesenrad sind oft die Püppchen rausgeflogen, weil wir zu heftig daran gedreht hatten“, erinnert sich Ingrid.

Das Riesenrad hat Opa noch einmal für ein Nachbarkind gebaut. Der Wohnwagen allerdings ist ein Unikat. Es war dem Großvater zu aufwendig, ihn noch einmal zu fertigen.

Wenn die liebe Verwandtschaft zu Besuch kam, wurden Wohnwagen und Riesenrad in den Garten gestellt, und es gab nichts Schöneres, als Zirkus zu spielen.

Nach der Hochzeit von Ingrid und ihrem Heinz waren die Wohnverhältnisse etwas knapper. „Wir hatten zwei Räume zur Untermiete, aber Riesenrad und Wohnwagen mussten mit. Sie standen dann etliche Jahre auf dem Kleiderschrank. Vom Bett aus konnten wir alles sehen und hatten immer noch Freude daran“, erzählt die Seniorin. Heute ist Ingrid 80 Jahre alt und hat den „Spielzirkus“ dem Puppenmuseum übergeben in der Hoffnung, dass alles seinen Platz gefunden hat. Sie wollte ihn nicht verkaufen, damit er nicht eines Tages auf dem Sperrmüll landet.

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