Dank für ehrenamtliche Unterstützung beim Lesen lernen
Mit Fingerzeichen geht es leichter

Tecklenburg-Ledde -

Seit eineinhalb Jahren hilft Christina Schaefers den Grundschülern, lesen zu lernen. Ehrenamtlich und mit einer besonderen Methode.

Mittwoch, 03.02.2021, 20:17 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 20:20 Uhr
Britta Frommeyer (links), Stefan Streit und Barbara Wömmel (von rechts) bedankten sich bei Christina Schaefers für ihr Engagement zum Wohl der Kinder in der Grundschule Ledde.
Britta Frommeyer (links), Stefan Streit und Barbara Wömmel (von rechts) bedankten sich bei Christina Schaefers für ihr Engagement zum Wohl der Kinder in der Grundschule Ledde. Foto: Ruth Jacobus

Gut lesen zu können, ist nicht nur für das spätere Leben wichtig, sondern bereits in der Grundschule. Denn gut lesen können, das müssen die Kinder in allen Fächern. „Sonst sind sie benachteiligt“, weiß Christina Schaefers . Im „Lesenest“ der Grundschule in Ledde hilft sie seit eineinhalb Jahren ehrenamtlich und professionell den Mädchen und Jungen, die damit Probleme haben. In Gruppen- oder auch Einzelstunden werden sie unterrichtet. Dafür gab es jetzt ein offizielles Dankeschön von Bürgermeister Stefan Streit, Schulleiterin Barbara Wömmel und Britta Frommeyer von der Kreissparkasse.

„Ich bin begeistert von ihrer tollen Leistung. Ich zählte selbst einmal zu diesen Kindern“, gab der Bürgermeister unumwunden zu.

Ihr Engagement ist beispiellos, gerade in einem Bereich, der hochsensibel ist.

Schulleiterin Barbara Wömmel

Wie engagiert Christina Schaefers ist, stellte sie sogleich unter Beweis, als sie von der Methode berichtete, mit der sie den Schülern hilft. Kennengelernt hat sie diese in der „Hasenschule“ in Bochum. Ihr Sohn habe eine ausgeprägte Leseschwäche gehabt und dort dann „unglaublich schnell“ lesen gelernt. Es gebe nur wenig Fördermöglichkeiten, habe sie damals festgestellt – und wollte helfen. An der „Hasenschule“ hat die Schulpädagogin, die am Lehrstuhl für Pädagogik in Münster tätig war, ihre Fortbildung absolviert. „Ich habe immer nach einer Möglichkeit gesucht, das umzusetzen“, erzählt Christina Schaefers. Die hat sie in Ledde gefunden und wird sie eventuell ausdehnen auf einen anderen Grundschul-Standort. Auf die Unterstützung von Barbara Wömmel kann sie dabei zählen. „Ihr Engagement ist beispiellos, gerade in einem Bereich, der hochsensibel ist, betont die Schulleiterin. Es habe Versuche gegeben, die Methode der „Hasenschule“ auch in Klassen anzuwenden. „Der Erfolg ist aber ausgeblieben. Das funktioniert nur in Kleingruppen.“

Lernen mit Fingerzeichen

Auch Britta Frommeyer ist voll des Lobes. „Das ist eine tolle Sache. Es ist unsere Aufgabe, gerade auch die ehrenamtliche Arbeit in der Region zu unterstützen“, so die Beraterin aus dem Kreissparkassen-Center Laggenbeck/Tecklenburg. Die 800 Euro, die sie mitgebracht hat, kommen gerade recht. Damit könne der Lizenzvertrag mit der „Hasenschule“ für ein Jahr verlängert werden, freut sich Christina Schaefers.

Es sei wichtig, dass die Kinder ihre Rückstände aufholen. Das würden sie auch selbst merken, wenn sie feststellen: „Ich kann das ja.“ Wichtig sei auch die Anerkennung.

Die Ledderanerin arbeit nach der Rabanus-Methode mit Fingerzeichen. Dabei wird jedem Laut eines Buchstabens eine Gebärde zugeordnet. Die Fingerzeichen werden als einfache Gesten vor dem Gesicht gebildet, während der jeweilige Laut gleichzeitig gesprochen wird. Laut Homepage der „Hasenschule“ baut die Methode darauf auf, dass sich Gelerntes besser im Gedächtnis verfestigt, wenn es parallel in mehreren Gedächtnisbereichen abgelegt und miteinander verknüpft wird.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7798654?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F187%2F
Nachrichten-Ticker