Städtische Mitarbeiter räumen die Schneeberge weg
Mit Baggern gegen die Massen

Tecklenburg -

Schneeberge türmen sich am Straßenrand. Die Stadt sorgt dafür, dass sie dort verschwinden, wo sie Fußgängern im Weg sind.

Donnerstag, 11.02.2021, 19:29 Uhr
Mit Hilfe von Radladern und Anhängern wird Tecklenburgs gute Stube vom Schnee befreit. Die weiße Pracht bereitet in der Innenstadt Anwohnern, Handwerkern und Besuchern Kummer.
Mit Hilfe von Radladern und Anhängern wird Tecklenburgs gute Stube vom Schnee befreit. Die weiße Pracht bereitet in der Innenstadt Anwohnern, Handwerkern und Besuchern Kummer. Foto: Wilhelm Schmitte

Schnee, Schnee, Schnee – zwar fällt er nicht mehr vom Himmel, aber er wird uns in dieser und mindestens auch noch in der nächsten Woche erhalten bleiben. Da ist sich Bernd Pieper , Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen und Umwelt, sicher. Selbst im strahlenden Sonnenschein taut nur wenig weg. Also türmen sich die weißen Berge am Straßenrand oder auf den Gehwegen. Denn dort ist der Schnee gelandet, den die Räumfahrzeuge beiseite geräumt haben. Dieser Massen nimmt sich die Stadt nun an und räumt sie weg.

Konnten die Tecklenburger an den ersten beiden Schnee-Tagen noch auf der Straße laufen, weil kaum Verkehr unterwegs war, müssen sie nun die Gehwege nutzen – und die liegen voll. „Der Schnee türmt sich hoch“, schildert Pieper die Situation. Besonders schlimm sei es zudem an den Bushaltestellen. Dort lägen teilweise haushohe Schneeberge. „Was nutzt es, wenn die Busse wieder fahren, aber der Weg zu den Haltepunkten lebensgefährlich ist?“

Man habe sich entschieden, den Schnee dort und auf den Gehwegen mit Radlader und Bagger abzufahren, erläutert Bernd Pieper. Besonders auf den Serpentinen in Höhe des Puppenmuseums komme kein Fußgänger zurecht. „Das wird uns auch nächste Woche noch beschäftigen“, ist sich der Fachbereichsleiter sicher. „Es sind Wahnsinnsmassen an Schnee.“ Auf den Gehwegen in den Ortsteilen sehe es besser aus, doch auch dort werde man Schnee wegräumen. Und wo bleibt die weiße Pracht? Auf öffentlichen Plätzen. Sie wird unter anderem zum Parkplatz am Bismarckturm verfrachtet.

Was nutzt es, wenn die Busse wieder fahren, aber der Weg zu den Haltestellen lebensgefährlich ist?“

Bernd Pieper

Viel Arbeit also für das Team der Stadt. „Wir sind täglich 14 Stunden im Einsatz“, sagt Bernd Pieper. Am Montag sei er mit Mitarbeitern durch die Straßen gefahren und habe „das Elend gesehen“. Die Leute seien teilweise nicht von ihren Häusern weggekommen. „Da haben wir beschlossen, sämtliche Straßen im Stadtgebiet frei zu schieben. Da lag teilweise bis zu einem halben Meter Schnee. Damit werden die Anwohner nicht fertig.“

Deshalb ist die Stadt auch dort aktiv geworden, wo der Winterdienst laut Satzung auf die Anwohner übertragen ist und es keinen städtischen Winterdienst gibt. Auch Lohnunternehmer habe man dafür eingesetzt. Am Montagabend war das Schlimmste behoben. Seit Mittwoch wird nun der Schnee auf den Gehwegen weggeräumt.

Für die Mitarbeiter bedeutet das alles Schwerstarbeit – und das seit Tagen. Wie viel sie unterwegs waren, belegt eine Zahl, die Pieper nennt: 1000 Liter Diesel haben die eingesetzten Fahrzeuge innerhalb dieser wenigen Tage verbraucht.

Doch es ist nicht nur alles anstrengend und viel Arbeit. Bernd Pieper weiß die schöne Winterlandschaft durchaus zu genießen – ohne dabei aber den Blick darauf zu verlieren, dass der Schnee eben auch eine Belastung ist.

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