20-Jähriger muss 100 Sozialstunden ableisten und sich beraten lassen
Ex-Freundin mit einer Holzstange geschlagen

Tecklenburg/Rheine -

100 Sozialstunden und Beratungsgespräche liegen vor einem 20-Jährigen. Das Jugendgericht Rheine verurteilte den in Tecklenburg gemeldeten jungen Mann zu dieser Strafe.

Donnerstag, 18.02.2021, 18:29 Uhr

Ein 20-jähriger zweifacher Vater, der bei seinem Vater in Tecklenburg gemeldet ist, musste sich jetzt beim Jugendgericht in Rheine wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung gegenüber seiner Ex-Freundin im Dezember 2019 verantworten. Zudem soll er laut Anklage der Staatsanwaltschaft am 4. Juli 2020 in einem Drogeriemarkt in Rheine Parfüm für 94 Euro und am 27. April 2020 in einem Drogeriemarkt in Osnabrück mit anderen drei Flaschen Parfüm im Wert von 289 Euro gestohlen haben.

Am Ende kam er wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung mit 100 sozialen Arbeitsstunden und drei Beratungsgesprächen bei der Caritas glimpflich davon. Vorbestraft war er nicht. „Sie haben Glück, dass Sie nach Jugendstrafrecht verurteilt werden. Für eine gefährliche Körperverletzung bekommt ein Erwachsener eine Mindeststrafe von sechs Monaten“, sagte der Richter in der Urteilsbegründung. Er sah einen „großen erzieherischen Förderbedarf“.

Erzieherischer Förderbedarf

Kein Schulabschluss, die Arbeit als Zeitarbeiter verloren, weil sie ihm über den Kopf gewachsen sei. „Ich bin ja keine Maschine“, argumentierte der Angeklagte auf Nachfrage des Richters. Für seine Kinder bezahle er keinen Unterhalt. Auch der Kontakt zu ihnen finde nur gelegentlich auf Initiative seines Vaters in Tecklenburg statt. „Sie haben offensichtlich nie verstanden, was Verantwortung heißt. Sie haben Ihre Kinder in die Welt gesetzt, und sind dafür verantwortlich“, hielt der Richter ihm vor. Deswegen soll er die Gespräche bei der Caritas führen, um zu lernen, sich für sie einzusetzen. „Das ist eine moralische Frage, der Sie sich stellen müssen“, forderte der Richter ihn in der Urteilsbegründung. Sein Geständnis sei ihm zugute gekommen. Wenn er noch einmal straffällig würde, führe das ins Gefängnis, mahnte der Vorsitzende den Angeklagten. Er folgte mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwältin.

Diese hatte dem jungen Vater in der Anklage vorgeworfen, die Mutter seiner Kinder am 29. Dezember 2019 in der Wohnung seines Vaters in Tecklenburg mit einer Holzstange, die der Öffnung des Dachbodens diene, geschlagen und sie mit Mord bedroht und beleidigt zu haben. Als sie die Polizei rufen wollte, habe er ihr Handy zerstört, so die Vorwürfe. Sein Vater habe die Hilferufe seiner Freundin gehört und die Polizei gerufen.

Der Angeklagte sagte dazu: „Ja, ich habe sie einmal mit dem Stock geschlagen und beleidigt, aber ihr nicht mit Mord gedroht“. Die Diebstähle räumte er weitgehend ein, will in Osnabrück nur eine Flasche Parfüm gestohlen haben. Die Beziehung zu seiner Ex-Freundin sei sehr schwierig, sie reagiere oft auch aggressiv. „Deswegen will ich nicht mehr mit ihr zusammen sein. Sie will mich ins Gefängnis bringen,“ sagte er.

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