Training beim BSV Leeden/Ledde
Teppiche werden zum Boxsack

Tecklenburg-Leeden/Ledde -

Ein Training zu Hause stellt jeden vor Herausforderungen: der mangelnde Platz, keine Trainingsgeräte oder -material und vor allem kein Partner. Denn Taekwondo ist viel mehr als nur ein Kampfsport. Der BSV Leeden/Ledde zieht Bilanz nach einem Corona-Jahr.

Sonntag, 21.03.2021, 18:51 Uhr aktualisiert: 22.03.2021, 16:42 Uhr
Die Geschwister Adrian und Florian Blom sowie Lennart Foizik (nicht auf dem Bild) sind die stolzen Gewinner des Taekwondo-Quiz.
Die Geschwister Adrian und Florian Blom sowie Lennart Foizik (nicht auf dem Bild) sind die stolzen Gewinner des Taekwondo-Quiz. Foto: BSV

Als vor fast zwölf Monaten die Sporthallen geschlossen wurden, malte sich noch niemand aus, welche lange Durststrecke bevorstehen würde. Was als kurze Überbrückung des Trainingsbetriebs begann, entwickelte sich zu einem erfolgreichen Konzept, auf das das Trainerteam der Taekwondo-Schule Tecklenburg, einer Abteilung des BSV Leeden/Ledde, stolz sein kann. Der Verein zieht Bilanz.

Um die Zeit bis zur Wiedereröffnung der Hallen zu überbrücken, wurde kurzerhand ein Online-Training auf die Beine gestellt. Das Angebot richtete sich vor allem an die vielen Kinder zwischen sechs und 13 Jahren, für die das zweimal wöchentlich stattfindende Training zu einer festen Größe geworden war, bei dem sie nicht nur Taekwondo trainierten, sondern als Gruppe zusammengefunden und viel Spaß hatten.

Doch wie baut man ein Online-Training auf, wie motiviert man die Kinder für ein Training zu Hause. Schnell war den vier Trainern, Robindro Som, Manuela Janowsky , Angela Stöcker und Claus Westermann klar, dass ein gutes Konzept her musste. Ein Training zu Hause stellt jeden vor Herausforderungen: der mangelnde Platz, keine Trainingsgeräte oder -material und vor allem kein Partner. Denn Taekwondo ist viel mehr als nur ein Kampfsport. Die Facetten des Trainings reichen von Kondition, Koordination, Konzentration, Gelenkigkeit, Schnelligkeit, Präzision bis hin zu einem, und das ist entscheidender Schwerpunkt des Trainings in Tecklenburg, respektvollen und rücksichtsvollen Umgang mit dem Partner.

Unterstützung durch die Eltern

Zur Freude der Trainer war die Unterstützung durch die Eltern groß. Es wurden Räume freigeräumt, Boxsäcke aus ausrangierten Teppichen gebastelt, alle technischen Voraussetzungen geschaffen. Die meisten Aspekte des üblichen Trainings konnten problemlos auch online auf wenigen Quadratmetern erfolgen. Das Warmlaufen in der Halle wurde ersetzt durch kreative Aufwärm-Mottos. So nahmen die Kinder an der „Olympiade“ teil, stapelten, jonglierten und sprangen über Klopapierrollen oder benutzten einen Zollstock für eine ausgefallenen Sprung-Choreografie. Nach einem Techniktraining am Boxsack folgte zum Abschluss jeweils eine Theoriefrage, deren richtige Beantwortung Punkte im „Corona“-Quiz einbrachte. Am Ende des ersten Lockdowns waren alle Kinder Gewinner, denn schließlich hatte alle hochmotiviert mitgemacht.

Nach den Lockerungen im Sommer war schnell absehbar, was sich wiederholen würde. Doch dieses Mal waren alle vorbereitet, als es Ende November wieder hieß: Sporthallen geschlossen, Training nicht möglich.

Dank der ersten guten Erfahrungen war das Online-Training schnell wieder eingerichtet. Das beliebte Quiz hatte dieses Mal Besonderheiten Südkoreas zum Thema: rund um Schule, Tiere, Geschichte und Kultur des Landes. Die Freude über die Gewinne war groß, gepaart mit der Gewissheit über weitere Wochen Online-Training. Über die Wochen wurde das Online-Training zur Routine, die Besonderheit zur Normalität. Dennoch fiebern alle der Öffnung der Sporthallen entgegen. Niemand möchte diese Form des Trainings eintauschen wollen gegen das reelle gemeinsame Erleben. Ganz besonders die Kinder wünschen sich wieder das Training als Gruppe und haben auch schon ganz konkrete Wünsche: ein Spiel, das man gemeinsam erleben kann.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7878736?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F187%2F
Nachrichten-Ticker