Eva Kongsbak ist Kräuterexpertin
Gesundheit aus der Natur

Tecklenburg -

In der Küche von Eva Kongsbak werden viele verschiedene Kräuter verarbeitet. Die Leedenerin ist in diesem Bereich ausgebildete Expertin. Beim Kneipp-Verein Tecklenburger Land gibt sie Kurse.Ihr Lieblingskraut ist übrigens die Kapuzinerkresse. Warum, das verrät sie im Gespräch.

Dienstag, 06.04.2021, 20:14 Uhr aktualisiert: 06.04.2021, 20:20 Uhr
Eva Kongsbak zaubert Gelees, Sirup, Essig und vieles mehr aus Kräutern. Wie das geht, zeigt sie bei Kursen des Kneipp-Vereins.
Eva Kongsbak zaubert Gelees, Sirup, Essig und vieles mehr aus Kräutern. Wie das geht, zeigt sie bei Kursen des Kneipp-Vereins. Foto: Ruth Jacobus

Vor 200 Jahren, am 17. Mai 1821, ist der berühmte Pfarrer Sebastian Kneipp geboren worden. Seinem ganzheitlichen Gesundheitskonzept eifern viele Menschen nach. Am bekanntesten sind sicherlich die Kneippschen Wasseranwendungen, doch auch die weiteren Säulen Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Ordnung gehören zur Kneipp-Therapie. In einer Serie stellen wir seine Lebensordnung vor. Sie ist heute noch aktuell.

„Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche, nicht durch die Apotheke.“ Diesem Zitat von Pfarrer Sebastian Kneipp kann Eva Kongsbak nur zustimmen. In ihrer Küche entsteht allerlei Schmackhaftes und Gesundes aus Giersch und Bärlauch, Vogelmiere und Brennnesseln. Die Leedenerin ist als Kräuterexpertin im Kneipp-Verein Tecklenburger Land aktiv, gibt Kochkurse und bietet Exkursionen durch Wald und Wiesen an. Mit der Säule Ernährung aus dem Kneippschen Gesundheitskonzept kennt sie sich bestens aus und gibt ihr Wissen gerne weiter.

Wie sie selbst zu Kneipp gekommen ist, weiß sie noch sehr genau. Sie hatte früher des Öfteren Rückenschmerzen und Kreislaufprobleme und hat Gisela Schmidtlein kennengelernt, die in Ibbenbüren und dem Tecklenburger Land als „Kräuterpäpstin“ bekannt war. Die hat ihr geraten, viel zu trinken – unter anderem Kräutertee. Das habe geholfen – und ihr Interesse geweckt an Sebastian Kneipp und seinem Konzept. Sie hat Kurse belegt, Fachliteratur studiert und sich schließlich in Bad Wörishofen – dort, wo der Pfarrer gewirkt hat – zur Kräuterexpertin ausbilden lassen.

Ihr Lieblingskraut ist die Kapuzinerkresse – wegen der großen Heilkraft. „Die Kresse kann man kochen, zu Essig und Hustensirup verarbeiten. Der hilft gut gegen Erkältung“, so die Fachfrau. Aber auch mit Löwenzahn, Tannenspitzen und Spitzwegerich lassen sich Mittel gegen Erkältung herstellen, die schnell helfen.

Man muss nur mit offenen Augen durch die Natur gehen.

Eva Kongsbak

Die Expertin arbeitet natürlich jahreszeitlich. Jetzt geht es los mit Bärlauch. Die ersten Gläser mit selbst gemachtem Pesto stehen bereits in ihrer Küche. Später wird Giersch geerntet („In Wasser hängen und ziehen lassen. Das hilft gegen Rheuma und Gicht.“). Brennnesseln folgen. Daraus lässt sich eine Suppe kochen oder ein Tee. „Der wirkt blutreinigend“, weiß die Fachfrau.

Natürlich wachsen in ihrem Garten Kräuter, viele findet sie aber auch auf der Wiese nebenan und bei ihren gezielten Gängen durch die Natur. Sie kennt die Stellen, an denen das wächst, was sie braucht. Dementsprechend bietet sie Kräuterwanderungen an, auch für Kinder. Die seien dann total begeistert, wenn sie erfahren, dass zum Beispiel ein Blatt Spitzwegerich bei kleinen Wunden, zum Beispiel einem Ratscher in der Haut, sofort helfe. „Einfach ein Blatt darauflegen.“ Oder, wenn man Durst hat, ein oder zwei Blätter Sauerklee kauen.

Sauerklee hilft gegen Durst

„Man muss nur mit offenen Augen durch die Natur gehen“, rät Eva Kongsbak. Dann finde man viele Kräuter. Leider nicht so viele wie in Bayern. „Dort wächst alles in Hülle und Fülle, findet man sogar Thymian auf den Wiesen“, schwärmt sie. Wer nicht lange suchen möchte, kann sich die Kräuter auch in den heimischen Garten holen oder auf den Balkon. Salbei, Rosmarin und Co. könne man auch gut zwischen Geranien pflanzen, weiß die Fachfrau, die unter anderem ein Faible für Rosen hat, besonders für dunkle, gut duftende Sorten. Die Blätter nutzt sie für Gelee, Sirup und Essig. Der eigne sich gut für süße Salate.

Salat, den gibt es übrigens täglich bei Eva Kongsbak, die ihre Ernährung umgestellt hat, nachdem sie das Gesundheitskonzept von Sebastian Kneipp kennengelernt hatte. Viel Gemüse und Kräuter stehen auf dem Speiseplan. Aber – und da muss Eva Kongsbak schmunzeln – durchaus auch mal etwas Ungesundes. „Alles in Maßen, dann darf man auch alles essen“, sagt die Expertin. Schließlich habe sich auch Pfarrer Kneipp gern ein Bier oder ein Glas Wein gegönnt.

Wer einmal probieren möchte, welche Leckereien Eva Kongsbak aus Kräutern zu zaubern vermag, kann einen ihrer Kurse besuchen, in deren Vorbereitung sie sehr viel Zeit steckt. Oder den Leedener Feierabendmarkt besuchen, der am Dienstag, 20. April, eröffnet wird. Dort bietet sie Pesto, Gelee, Sirup und mehr zum Kauf an.

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