Westerkappeln
„Eigene Ideen ausleben“

Freitag, 09.01.2009, 21:01 Uhr

Westerkappeln . Markus und Natascha Förster haben zum Jahreswechsel die Gärtnerei Förster, Am Kapellenweg 70, übernommen. „Meine Eltern haben aus Altersgründen die Leitung abgegeben“, erzählt der 36 Jahre alte Diplom-Agraringenieur. Sein Vater Horst, inzwischen 67, habe die Gärtnerei 1968 an dem heutigen Standort gegründet und aufgebaut. Vor zwei Jahren hat er sich dann aus der Firma zurückgezogen. Zunächst habe dann seine Mutter Irma, 64, die Gärtnerei weitergeführt.

„Da Gärtnereien als landwirtschaftliche Betriebe zählen, werden nur Renten gezahlt, wenn das Unternehmen langfristig verpachtet oder übergeben wird“, erläutert Markus Förster.

Nach dem Studium der ökologischen Landwirtschaft in Witzenhausen bei Kassel entschied sich Förster mit seiner Frau Natascha nach Westerkappeln zurückzukehren. „Ich habe dann bei meinen Eltern im Betrieb mitgearbeitet, hatte allerdings zunächst nicht geplant, einmal die Gärtnerei zu übernehmen.“ Nach und nach sei die Entscheidung dann gereift.

„Ich bin da ein Sohn meines Vaters“, sagt er und meint, die Gärtnerei biete gute Möglichkeiten, „eigene Ideen auszuleben.“ Dieses sei schon die Philosophie seines Vaters gewesen, der in den Anfangsjahren sogar noch „neben der Gärtnerei wo anders als gelernter Gärtner gearbeitet hat“.

Fünf langjährige Mitarbeiter hat der Familienbetrieb, dazu kommen jeweils Saisonkräfte nach Bedarf. 4000 Quadratmeter Fläche umfassen die Gewächshäuser.

„Der Name Förster steht für Qualität – und das wird auch in Zukunft so bleiben“. Die Resonanz aus der Kundschaft zeige, dass „wir mit unseren qualitativ hochwertigen guten Produkten und unserem großen Sortenspektrum richtig liegen“. Produziert wird überwiegend für den Großhandel in Bielefeld, Osnabrück und Hamm. „Frische ist zum Beispiel ein weiteres Qualitätsmerkmal“, sagt Markus Förster. Schon deshalb sei der Markt regional begrenzt. Der Lichtfaktor zum Beispiel sei wichtig. Nicht ausreichend Licht führe etwa dazu, dass Pflanzen deutlich schlechter gedeihen. Bekannt sei die Gärtnerei auch dafür, dass es immer wieder Neuheiten im Angebot gebe.

Einige Veränderungen seien in Planung, ergänzt Natascha Förster. Die 34-Jährige hat auf Lehramt Biologie und Geschichte studiert. Sie wird die Buchhaltung übernehmen und den Verkauf betreuen. Voraussichtlich ab Mitte März werden an zwei halben Tagen in der Woche Beet- und Balkonpflanzen im Endverkauf angeboten. „Das hatten wir vor einigen Jahren schon einmal.“ Neben den Pflanzen gebe es dann fachgerechte Tipps, zum Beispiel zur Pflege, zum Standort oder welche Blumen zusammen passten und welche nicht.

Aktuell werden Vorbereitungen getroffen, die Heizung auf Holzhackschnitzel umzustellen. „Wir wollen möglichst umweltfreundlich arbeiten“, verspricht Markus Förster. Schwankende Energiepreise seien zudem ein großer Kostenfaktor.

Nützlinge wie Marienkäfer oder Florfliegenlarven werden eingesetzt, damit sie Schädlinge fressen wie zum Blattläuse oder Milben. Daraus ergebe sich, dass Schädlingsbekämpfungsmittel nur begrenzt eingesetzt werden, weil die Nützlinge ebenfalls vernichtet würden.

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