Westerkappeln
Den Schwaben wieder das Hinterrad gezeigt

Dienstag, 14.07.2009, 16:07 Uhr

Westerkappeln - Jedes Jahr am letzten Juniwochenende zieht es die „Südschweden“ ins Schwabenland zum „Alb-Extrem“, einem Radmarathon über Berg und Tal der Schwäbischen Alb. Seit zwölf Jahren schon nehmen die Radsportler aus dem Tecklenburger und Osnabrücker Land daran teil. In diesem Jahr haben die vermeintlichen „Flachlandtiroler“ den Schwaben wieder das Hinterrad gezeigt.

Im vergangenen Jahr landeten die Sportler aus dem Tecklenburger und Osnabrücker Land erstmals den großen Coup und auf dem ersten Platz der eintägigen Extremtour. Zwar wird nicht auf Tempo gefahren, aber die zur Wahl stehenden drei Strecken von 190, 210 oder 260 Kilometern Gesamtlänge bei großen Höhenunterschieden haben es in sich: Kurze Abfahrten und viele Steigungen zwischen sieben und 18 Prozent.

Friedel Meyer vom THC Westerkappeln, einer der alten Hasen beim „Alb-Extrem“ und Keimzelle der „Südschweden“, berichtet, dass sich diesmal zwar „nur“ 67 „südschwedische“ Pedaleure für den Radmarathon angemeldet hatten. Im Vergangenen Jahr waren es 102.

Unter diesen Vorzeichen habe er nicht damit gerechnet, den Titel verteidigen zu können, wohl aber einen Platz unter den ersten acht angepeilt. Umso größer war der Jubel, als die „Südschweden“ aus Westerkappeln, Lotte, Rheine, Bramsche, Osnabrück, GMHütte, Füchtorf, Hasbergen, Bad Iburg, Bissendorf, Damme, Ibbenbüren oder Hörstel wieder die Gruppe mit der besten Durchschnittsleistung war und dafür einen schönen Pokal im Empfang nehmen durfte.

Start war frühmorgens um 5.30 Uhr, nachdem es am Vorabend noch „wie aus Eimern geschüttet“ hatte, erzählen Friedel Meyer und seine Mitschweden Reimund Kempkes (Rheine), Uli Mallau (Rheine), Frank Remke (Riesenbeck) und Ralf Budde (Bad Iburg).

Aber am Tag der Tour zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite, und bei 25 bis 28 Grad kamen die Radler am Berg ganz schön ins Schwitzen.

Immerhin 49 der 67 gemeldeten „Südschweden“ schafften den Rundkurs bis zum Zielschluss um 18.30 Uhr. Mit acht Sportlern stellte der THC intern die größte Gruppe, und sieben der THC-Radsportler, darunter als einzige der insgesamt fünf Frauen aus der Gruppe auch Insa Gruben, schafften die 260-Kilometer-Distanz.

Auch Friedel Meyer, Reinhard Jasson, Alfons Köster, Uwe Siekmeyer, Reinhard Strickmann und Carsten Tonn bewältigten die längste Strecke mit Bravour. Die beiden letzteren waren ebenso wie Werner Hasenpatt, der die 210 Kilometer radelte, zum ersten Mal bei diesem Radmarathon dabei. „Ich bin begeistert, Damit hätte ich nicht gerechnet. Für mich war es sportlich das schönste Erlebnis“, meinte Werner Hasenpatt hinterher. Und auch Neuling Carsten Tonn schwärmte: „Die Landschaft ist ein Traum. Ich genieße es und fühle mich an den konstanten Anstiegen so richtig wohl.“

Darauf waren sie schließlich auch von den alten Hasen bei den Trainingsfahrten gut eingestimmt worden. Und auch die laut Friedel Meyer wie immer hervorragende Organisation des Radmarathons mit 350 Helfern und die großartige Unterstützung durch Radsportbegeisterte am Wegesrand trugen wohl dazu bei: „Die stehen an der Strecke und machen Krach. Da wird richtig gepusht!“

Und Reimund Kempkes schmunzelt in der Erinnerung an Plakate, die Zuschauer am Hexensattel mit der 18-Prozent-Steigung hochhielten: „Der Schmerz geht, der Stolz bleibt“, Du schaffst es“ oder „Wir sind stolz auf Euch“. Immer wieder seien die verschwitzten Pedaleure auch mit höchst willkommenen Duschen aus Gartenschläuchen erfrischt worden.

„Die ganze Region geht da voll mit“, berichtet Friedel Meyer. Das zeige sich auch an der Verpflegung, die den „Alb-Extrem“ zum „Gourmet-Radeln“ werden lasse: Brühe, Brezeln, Joghurt, Hefezopf oder Nusskuchen habe es neben Obst und den üblichen Stärkungen an den Kontroll- und Verpflegungsstationen gegeben.

„Selbst die Presse hat jetzt die Südschweden zur Kenntnis genommen“, freuen sich Friedel Meyer und seine Mitsportler über die Schlagzeile in der schwäbischen Lokalzeitung: „Die RSF Bartholomä im Südschweden-Windschatten“. Fürs nächste Jahr hat er schon die ersten zwölf Anmeldungen vorliegen. Die ersten Privatquartiere bei den Schwaben sind auch schon gebucht.

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