Westerkappeln
Neuer Ärger um die Betreuung

Donnerstag, 01.04.2010, 16:04 Uhr

Westerkappeln - In Westerkappeln droht neuer Streit um die Vergabe von Kindergartenplätzen . Es hat sich bereits eine Elterninitiative gegründet, weil es nach deren Angaben zu wenig Angebote für Kinder mit einem Rechtsanspruch auf Betreuung gibt.

„Anscheinend ist bei der Bedarfsermittlung und Planung von Seiten des Jugendamtes einiges falsch gelaufen“, beklagen Roland Hünteler , Birgit Lindlage und Natascha Förster . Sie sind Mitglieder der Elterninitiative, die sich in dieser Woche gegründet hat und nun Missstände aufzeigen und mit Vertretern von Politik sowie den Kindergärten Lösungen für das Betreuungsproblem finden will.

Die Eltern schildwern ihre Probleme so: In Westerkappeln gebe es zum neuen Kindergartenjahr einen höheren Bedarf an Plätzen für über Dreijährige als Betreuungsmöglichkeiten vorhanden beziehungsweise vom Jugendamt bewilligt worden seien sowie nicht ausgeschöpfte Kapazitäten für unter Dreijährige (Kindertagespflege).

Am Montag vergangener Woche hätten daher mehr als 30 Eltern die Mitteilung erhalten, dass für ihr Kind kein Kindergartenplatz zur Verfügung stehe. Doch erst bei Gesprächen zwischen Betroffenen habe sich herausgestellt, dass die jeweilige Absage kein Einzelfall sei.

Am Mittwochabend kamen laut Mitteilung spontan 22 Eltern zusammen, um sich über die Missstände auszutauschen. „Aus rechtlicher Sicht hat jedes Kind über drei Jahren einen Anspruch auf einen Platz in einer Betreuungseinrichtung, tatsächlich besteht aber eine erhebliche Unterversorgung“, sagt Roland Hünteler, selbst Vater von zwei Kindern.

Zudem hätten Eltern teilweise mehr oder weniger Betreuungsstunden für ihren Nachwuchs buchen müssen, als sie benötigten, um überhaupt einen Platz zu erhalten. „Verantwortlich dafür sind jedoch nicht die Kindergärten selbst, die versuchen die betroffenen Eltern zu unterstützen“, stellt Natascha Förster klar. Das Jugendamt sei die zuständige Stelle. Denn die Behörde teile dem einzelnen Kindergarten entsprechende Plätze oder Gruppenkapazitäten sowie die jeweiligen Kinder zu.

„Zudem entscheidet das Jugendamt darüber, welches Kind in welche Einrichtung geht, es kann sogar sein, dass die Kinder einer Familie in unterschiedliche Kindergärten vermittelt werden“, kritisiert Birgit Lindlage die Vergabepraxis.

Auf Nachfrage der Eltern beim Amt habe der Sachbearbeiter lediglich an die Gemeinde oder den kirchlichen Träger der jeweiligen Einrichtung verwiesen. Habe man dort Informationen einholen wollen, sei man von den Vertretern der Gemeinde Westerkappeln an die Kirchenträger geleitet worden und von dort wieder zurück.

„Es entsteht bei uns der Eindruck, dass wir hingehalten werden sollen und die zuständigen Stellen das aussitzen“, beschweren sich die Vertreter der Elterninitiative. Allerdings habe man erfahren, dass das Jugendamt mehrfach von den kirchlichen Trägern der Kindergärten auf die Kapazitätsmängel hingewiesen worden ist, jedoch keine Reaktion erfolgt sei.

Zusätzlich erschwert werde die Situation durch die Bewilligung von zwei neuen Gruppen in der AWO-Kindertagesstätte schon zum August dieses Jahres. „Das Jugendamt hat das zwar genehmigt, aber hierfür ist ein Ausbau der Tagesstätte erforderlich, für den nach unserem Kenntnisstand noch nicht einmal die Gelder bewilligt worden sind“, sagt Roland Hünteler. Im August oder September sollten die neuen Kinder jedoch aufgenommen werden. „Aber wenn kein Platz da ist, wo sollen die Kids hin ? Sie können doch nicht jeden Tag Ausflüge machen“, kritisiert Hünteler weiter.

Ziel der Elterninitiative ist es laut Mitteilung nun, die Öffentlichkeit über die Problematik zu informieren und noch mehr betroffene Kinder und Eltern zu mobilisieren. „Wir laden alle Interessierten zum Elternabend am kommenden Mittwoch, 7. April, ab 20 Uhr in das Musaikhaus an der Westerbecker Straße 1 ein“, erklärt Birgit Lindlage das weitere Vorgehen. Zudem soll eine Woche später ein runder Tisch mit allen Beteiligten organisiert werden.

Beteiligen sollten sich nach Meinung der Initiative alle Eltern, die schon eine Absage erhalten haben, die im kommenden Jahr ein Kind in den Kindergarten schicken wollen, die eine andere als die erforderliche Stundenzahl buchen mussten und auch die Eltern, die bereits einen Platz für ein Kind unter drei Jahren haben, da die Möglichkeit bestehe, dass dieser im August noch zu Gunsten eines älteren Kindes mit rechtlichem Anspruch wegfällt.

Ansprechpartner der Initiative sind Thorsten Peters, ' 05404/9190999 oder E-Mail unter th.peters.ney@web.de sowie Roland Hünteler, ' 05404/956997 oder E-Mail an roland@huenteler.net.

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