Westerkappeln
Wulffs Revier: Präsidentenwahl steigert Interesse an Villa in Westerkappeln

Mittwoch, 14.07.2010, 16:07 Uhr

Westerkappeln - Wenn das nichts ist: ein Büro, 180 Quadratmeter in einem der schönsten Gebäude Westerkappelns - und ein Garten, in dem Bundespräsident Christian Wulff als kleiner Junge mit seiner Schwester herumgetollt ist. Seitdem ein Autozulieferer mit seinem Büro nach Osnabrück gezogen ist, steht das Erdgeschoss leer. Nun sucht Wiho Pieper , Maler, Gerüstbauer und Besitzer der Villa, einen Nachmieter.

Das dürfte so schwer nicht werden. Die Wahl Wulffs ist „für unsere Immobilie höchst erfreulich“, sagt Pieper. Obwohl sie an Wert gewonnen habe, sei der Preis aber nicht gestiegen: 1330 Euro kalt plus Mehrwertsteuer. Deswegen den Preis zu erhöhen, kommt dem Westerkappelner nicht in den Sinn. „Ich forder´ nichts heraus“, begründet er seine Zurückhaltung. Und: „Man sieht sich immer zwei Mal.“ Seit dem Wochenende steht ein Schild vor der Tür, das mögliche Mieter anlocken soll. Mit Erfolg: „Täglich“ melden sich nach Piepers Worten Interessenten, nächste Woche sollen die ersten durch das Haus geführt werden.

Wulff und seine Schwester Elisabeth waren als Kinder während ihrer Ferien oft in dem Haus. Dann besuchten sie ihren Vater Rudolf, der die Familie verlassen und zu seiner Mutter nach Westerkappeln gezogen war, als sein Sohn Christian zwei Jahre alt war. Der Großvater des Bundespräsidenten war seit 1910 Hauptlehrer der Westerkappelner Stadtschule. Christian Wulffs Vater Rudolf und seine Oma Berta führten ein Kino im Ort - das „Weli“-Theater (Westerkappelner Lichtspiele).

Der Vermieter hat Wulff 2000 kennen gelernt. Der Politiker bat ihn damals, einen Kostenvorschlag für die Sanierung der unbewohnten Villa zu erstellen. Pieper zögerte nicht lange: Er hatte schon lange ein Auge auf die alte Villa geworfen. Das historische Gebäude von 1884 ist ein „absoluter Blickfang, eines der schönsten Anwesen in Westerkappeln“, schwärmt der Handwerker.

Als Wulff die Sanierung zu aufwendig wurde, bot er Pieper an, das Haus zu kaufen. Der und seine Frau Sabine schlugen schnell zu - zumal beide ein gemeinsames Ziel hatten. Das Wulffsche Haus, wie es die Einheimischen nennen, wieder in ein gepflegtes Anwesen zu verwandeln. Pieper entkernte das Haus, sodass es jetzt fünf Mietern Raum bietet, die es als Büros und Gewerbeflächen nutzen - unter anderem eine Ladenbaufirma, ein Steuerberater und eine Catering-Firma.

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