Entlastung beim Abwasser
Straßenreinigung aber wird deutlich teurer

Westerkappeln -

Ab 2013 will die Bundesregierung die Steuerzahler ein bisschen entlasten. Die Haushalte in Westerkappeln können sich schon früher auf geringere Abgaben freuen. Denn die Abwassergebühren sollen nächstes Jahr deutlich gesenkt werden.

Mittwoch, 14.12.2011, 12:12 Uhr

Der Betriebsausschuss hat am Dienstagabend die entsprechende Kalkulation der Gemeindewerke genehmigt. Dabei wird die Schmutzwassergebühr um knapp neun Prozent, die für das Regenwasser sogar um rund zwölf Prozent preiswerter.

Grund sind hohe Überschüsse, die die Gemeindewerke im Jahr 2009 erzielt haben. Der Abwassermengen seien deutlich größer gewesen als erwartet, berichtete Betriebsleiterin Melanie Jaretzki .

Der Gesetzgeber verlangt, dass die Abwasserbeseitigung kostendeckend erledigt wird. Gewinne darf die Gemeinde aber nicht machen. Rücklagen sind innerhalb von drei Jahren an die Gebührenzahler zurückzuerstatten.

Aber was bringt die Entlastung im Einzelnen? Ein Vier-Personen-Haushalt, der 150 Kubikmeter Frischwasser verbraucht, zahlt zurzeit eine Schmutzwassergebühr von 510 Euro im Jahr. Die Gebührensenkung von 3,40 Euro auf 3,10 Euro pro Kubikmeter bringt eine Ersparnis von immerhin 45 Euro im Jahr. Dafür könnte die Familie rechnerisch schon lecker beim Italiener essen gehen, wären da nicht die Energiekonzerne, die nächstes Jahr mehr Geld für Strom und Gas wollen.

Die Regenwassergebühr sinkt prozentual zwar stärker, unter dem Strich kommt aber weniger dabei herum. Derzeit zahlen Hauseigentümer 34 Cent im Jahr pro Quadratmeter versiegelter Grundstücksfläche, ab 2012 sollen es vier Cent weniger sein. Bei 300 Quadratmetern versiegelter Fläche bringt dies eine Entlastung von zwölf Euro im Jahr.

Bei der Klärschlammbeseitigung bleiben die Gebühren stabil. Das heißt: Die Abfuhr des Schlamms aus Kleinkläranlagen kostet weiter 31,25 Euro pro Kubikmeter, aus abflusslosen Gruben 18,15 Euro.

Weniger gute Nachrichten hatte Tobias Dresler , Mitarbeiter der Finanzabteilung, zum Thema Straßenreinigung . Hier müssten die Anlieger der betroffenen Straßen den strengen Wintern der beiden Vorjahre deutlich Rechnung tragen. Schnee und Eis ließen die Kosten explodieren. Das Geld muss die Kommune nun wieder hereinholen. Die Gebühren für innerörtliche Straßen steigen von 2 auf 2,55 Euro pro laufenden Meter Grundstücksgrenze – ein Plus von 28 Prozent.

Noch teurer wird es an den überörtlichen Straßen. Statt 1,30 Euro pro Meter werden nächstes Jahr 1,80 Euro fällig (+ 38 Prozent). Im Ortskern, wo zweimal in der Woche die Kehrmaschine fährt, steigt die Straßenreinigungsgebühr von 6,60 auf 7,40 Euro (+ zwölf Prozent).

Das muss noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein. Sollten weitere harte Winter folgen, werde die Kommune um eine erneute Gebührenerhöhung nicht herumkommen, gibt die Betriebsleitung der Gemeindewerke zu bedenken.

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