Wetterkapriolen
Milder Winter hilft beim Sparen

Westerkappeln/Tecklenburger Land -

Bis auf ein paar Nachfröste hat sich der Winter bis jetzt von seiner milden Seite gezeigt. Der Dezember war sogar doppelt so warm wie im langjährigen Durchschnitt. Viele freut´s: Wenn es mild ist, ist das gar nicht so verkehrt“, sagt Gärtnermeister Klaus Kammler. Dabei denkt er vor allem an seine Heizkostenrechnung.

Dienstag, 17.01.2012, 17:01 Uhr

Das Wetter fällt manchmal von einem Extrem ins andere. Während das Jahr 2010 frostig und schneereich endete, war der vergangene Dezember außergewöhnlich warm und nass. Das ärgert aber nicht jeden.

Gartenbau : „Wenn es mild ist, ist das gar nicht so verkehrt“, sagt Gärtnermeister Klaus Kammler . Dabei denkt er vor allem an seine Heizkostenrechnung. Fünf Gewächshäuser mit einer Fläche von knapp 3000 Quadratmeter muss die Gärtnerei Am Kapellenweg mehr oder weniger warm halten. Vor allem der Winter 2009/10 habe hohe Kosten verursacht. „Da ging einiges durch den Schornstein“, erzählt Kammler.

Zu viel Nässe ist für viele Pflanzen im Freien aber auch nicht gut. „Da fault dann auch schon mal etwas weg“, gibt der Gartenfachmann zu bedenken. Sollte es jetzt doch – wie die Meteorologen es vorhersagen – frostig werden, wünscht sich Kammler auch Schnee dazu, weil der sich als schützende Decke über die Pflanzen legt.

►Gemeinde: Die Gemeinde kann mit dem warmen Winter in jeder Hinsicht gut leben. Denn egal ob Rathaus oder das große Schulzentrum, in allen kommunalen Gebäuden können die Heizungen herunter geregelt und damit Kosten gespart werden.

Derweil drehen die Mitarbeiter des Bauhofes natürlich nicht Däumchen. „Wenn es keinen Schnee gibt haben die keine Langeweile, sondern müssen nicht Überstundenberge anhäufen“, betont Bürgermeister Ullrich Hockenbrink. In den vergangenen beiden Wintern sei dies so gewesen. Jetzt hätten die Männer vom Bauhof Zeit zur Gerätewartung und andere Instandhaltungsarbeiten.

Im Dezember hatte der Bauhof lediglich zwei Streueinsätze. Das Salzlager ist demzufolge noch gut gefüllt. Am Ende profitieren vielleicht auch die Bürger vom milden Wetter. Denn die Straßenreinigungsgebühren wurden dieses Jahr wegen der Kosten in den vorherigen, strengen Wintern deutlich erhöht.

►Wald und Tiere: Dieser Winter ist keine Notzeit für Wildtiere“, erklärt Dr. Georg Berkemeier , Leiter des Fortstbetriebsbezirkes Ibbenbüren /Tecklenburg. „Für sie wäre eher eine dicke Schneedecke ein Problem.“ Und auch den Förster selbst freut der bisherige Nicht-Winter. „Wir haben schon begonnen, junge Laubbäume zu pflanzen. Die wachsen zurzeit sehr gut an.“ Allerdings sei das Holzrücken in den hiesigen Wäldern angesichts der nassen Böden zuletzt etwas kurz gekommen.

Dass längere Frostperioden nötig sind, um im Sommer von weniger Insekten geplagt zu werden oder Schädlinge in den Bäumen zu schaden, sei übrigens ein Irtum. „Die haben einen eingebauten Frostschutz und sind härter im Nehmen, als wir gemeinhin denken“, verrät Berkemeier. Vor einer außergewöhnlichen Mückenplage muss deshalb niemand Angst haben.

► Bienen: Wer dagegen regelrecht unter milden Temperaturen leidet, sind die Bienen. „Bei Minustemperaturen überwintern sie besser“, sagt Imker Horst Heemann. Die Bienen eines Stocks ziehen sich zur sogenannten Wintertraube zusammen und können so eine Temperatur von 25 Grad Celsius halten. Ist es aber zu warm, kann das Futter knapp werden. Möglicherweise legen die Bienen sogar schon Brut an, die sie bei Frost dann wieder verlieren. Zudem können sich Krankheiten im Bienenstock ausbreiten.

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