„Mein Körper gehört mir“ – Prävention in der Schule
Kinder lachen über ernstes Thema

Westerkappeln -

In dieser Woche haben die Schüler der Klassen 4b der Grundschule Stadt und Kinder der Peter-Pan-Schule gemeinsam viel Spaß gehabt. Es wurde gelacht und gesungen. Dabei ging es um ein ernstes Thema: Missbrauch.

Freitag, 24.02.2012, 14:02 Uhr

„Mein Körper gehört mir“ – Prävention in der Schule : Kinder lachen über ernstes Thema
Ilona Regenbrecht und Johannes Schumann von der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück demonstrieren den Kindern spielend, wie man „Nein“ sagt. Foto: Silke Bork

Zu Gast waren die beiden Theaterpädagogen Ilona Regenbrecht und Johannes Schumann aus Osnabrück . Mit ihren klug aufgebauten Spielszenen und den anschließenden Frage-Runden sollten die Kinder gestärkt und sensibilisiert werden, um sie vor sexuellen Übergriffen zu schützen.

„Mein Körper gehört mir“ ist ein seit vielen Jahren erprobtes Präventionsprogramm der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück, das sich mit der sexuellen Gewalt gegen Kinder auseinandersetzt. Anhand von gestellten Alltagsszenen sollen die Kinder ermutigt werden, „Nein“ zu sagen oder Vertrauenspersonen wie Eltern oder Lehrer um Hilfe zu bitten, wenn ihre körperlichen Grenzen überschritten werden.

Das interaktive Programm besteht aus drei aufeinanderbauenden Teilen. Kommenden Dienstag und Donnerstag folgen dann die beiden letzten Präventionsstunden.

Gleich zu Beginn der ersten Stunde am Donnerstagvormittag lernen die Kinder gelernt, ihre Gefühle in Nein- und Ja-Gefühle zu unterscheiden. Die beiden Pädagogen bitten die Grundschüler, aufzuzählen, was sie gerne mögen. Spontan fällt allen Kindern etwas ein. Es werden vor allem Hobbys aufgezählt. Daraufhin befragt, was sie denn nicht mögen, werden nach kurzer Überlegung überwiegend Streitigkeiten mit Geschwistern genannt und traurige Erlebnisse wie Krankheit oder der Verlust eines Haustieres.

Die Schauspieler geben den Kindern den Rat, ihren Familienangehörigen und Freunden mitzuteilen, was ihnen gefällt und was sie gar nicht mögen. „Die sind ja keine Hellseher.“

Ilona Regenbrecht nennt ein Beispiel: „Wenn die Oma mit ihrem Spucke-Taschentuch euren Mund abwischen möchte, dann könnt ihr natürlich nicht sagen: ,Hau ab!’“ Den Kindern fallen auf Anfrage der Pädagogen umgehend höfliche Alternative wie „Lass das bitte!” ein.

Dass „Nein“ sagen oftmals nicht leicht fällt, wissen die Kinder natürlich. Vor allem bei Familienangehörigen oder guten Bekannten. „Sie könnten enttäuscht oder wütend sein“, befürchten die Grundschüler. Die Spielszenen handeln von immer schwierigeren, unangenehmen Situationen. Beispielsweise der nette Nachbar, dessen unerwartete Berührungen beim Proben des Tennisaufschlages vom Kind als unangenehm empfunden wird. Auf dem zaghaften Abweisungsversuch reagiert der Mann wütend. Die dargebotene Lösung in diesem Fall: Das Junge sucht das Gespräch mit seiner Mutter.

Grundschulleiterin Anne Frickenstein kennt und schätzt das Präventionsprogramm der Osnabrücker Theaterpädagogischen Werkstatt seit vielen Jahren. „Es wird immer wieder modernisiert. Neu ist beispielsweise die Sequenz mit dem Chatten.“ Sie sei sehr froh darüber, dass das Programm an ihrer Grundschule gezeigt werden kann.

Ermöglicht wurde es durch die Kostenübernahme des Vereins „Menschen gegen Kindesmissbrauch “ und der Spende der Volksbank Westerkappeln. „So brauchten sich die Eltern nicht an den Kosten zu beteiligen“, freut sich Fricken­stein.

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