Aktionstage am Traktorenmuseum
Begeisterung für Uralt-Technik

Westerkappeln -

Wenn rund um Westerkappeln die Rapsfelder in voller Blüte stehen, dann hat auch das Traktorenmuseum Saisonauftakt. Die Fans historischer Landtechnik trafen sich am Samstag und Sonntag auf dem Hof Frehmeyer beim Stelldichein der etwa sechzig betagten Landmaschinen. An der Lotter Straße wurde nach alter Tradition gebackenes Steinofenbrot genossen und manch einstige Technik neu entdeckt.

Montag, 14.05.2012, 15:05 Uhr

Aktionstage am Traktorenmuseum : Begeisterung für Uralt-Technik
Per Handrad startet Reinhard Miete seinen Lanz Bulldog von 1950 – zuvor hat er den Glühkolben vorn am Motor mit einer Heizlampe gut durchgeglüht. Foto: Astrid Springer

Beinahe urzeitlich mutete dabei ein Lanz Bulldog 7506 mit Glühkopf an, der vor dem Start zunächst mit externer Heizlampe vorgeglüht wird. Besitzer Reinhard Miete demonstrierte dies gern, er ist seit Jahren Stammgast bei Friedhelm Frehmeyer.

Ungewöhnliche Technik hatten auch Leonard und Georg Kamp aus Laggenbeck zu bieten, ihr Kaelble Allgaier R22 von 1949 wird von einem Verdampfersystem gekühlt. „Wenn der Motor auf Temperatur ist, müssen wir regelmäßig Wasser auffüllen“, berichtet Junior Kamp.

Bis zu 90 Jahre sind waren die historischen Raritäten. Und wer glaubt, das sei nur etwas für den Altherrenabend, hat sich gründlich getäuscht; der Traktorenspaß hat längst die junge Generation angesteckt; So auch die Ibbenbürenerin Vanessa Stumpe, die auf einen Schlüter 4510 S Super 450 vorfuhr.

Brauchtumspflege ist für die meisten hier der Beweggrund für ihr ungewöhnliches Hobby. „Es macht mir Spaß, die alten Sachen zu erhalten“, sagte Wolfgang Buch aus Wallenhorst. Er hatte eine Güldner 25 von 1955 dabei und restauriert unter anderem Dreschmaschinen. „Schließlich müssen wir auch als Rentner noch etwas zu tun haben“, meinte der Tecklenburger und Besitzer eines Deutz FL 514 Karl-Heinz Körner vom Wechter Traktorenverein schmunzelnd.

Oft stammen die Teilnehmer aus der Landwirtschaft, mancher wird aber auch aus reinem Zufall zum Traktorenfan. So auch Heinz Moß, der seinen Fahr D-17-H ursprünglich „zum Holz machen“ erstand. Für die Waldarbeit war ihm die wassergekühlte Hochradversion aber schnell zu schade. Inzwischen fährt er mit dem seltenen Stück nur noch am Wochenende zu Traktorentreffen aus.

Aber auch für weniger Technikversierte war Kurzweil geboten. Für die Kleinen stand ein ansehnlicher Fuhrpark an Bobby Cars und Rollern bereit, größere Kinder durften sich in der historischen Holzwerkstatt versuchen, wo Tischler Friedhelm Schröer gerade frischen Knochenleim angesetzt hatte.

Hinten am Fahrerlager demonstrierten Reinhard Miete und Horst Kellermeyer mit historischem Gerät, wie einst Kartoffeln gesetzt wurden und vor den Museumstoren zeigten die Schlepperfreunde Wallenhorst einen Deutz Verdampfermotor von 1937, der mit seinem Schleifringmotor auch als Generator diente.

Das Rahmenprogramm wurde von den Hornbläsern des Westerkappelner Hegerings abgerundet und nach einem teils verregneten Samstag hatten die Helferinnen am sonntäglichen Kuchenbuffet noch bis zum Abend alle Hände voll zu tun.

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