THC-Radsportler haben zum fünften Mal in Folge Radmarathon gewonnen
Alb-Extrem: Südschweden Seriensieger

Westerkappeln -

Was die Spanier im Fußball, sind die Südschweden im Radsport – nur besser. Diese gewagte Parallele könnte man ziehen, nachdem die Truppe, deren Kern sich aus dem THC Westerkappeln rekrutiert, zum fünften Mal in Folge den Radmarathon „Alb-Extrem“ gewonnen hat.

Freitag, 06.07.2012, 13:07 Uhr

Mannschaftskapitän Friedel Meyer nahm bereits zum 16. Mal teil an der großen Rundfahrt über die Schwäbische Alb , weit im Südwesten Deutschlands. Seine westfälische Herkunft sorgte bei den Einheimischen dort zu der Vermutung, Westerkappeln müsse wohl schon zu Schweden gehören. „Südschweden“ einigte man sich, und schon war ein Mythos geboren. Denn seit 2000 radeln THCler und Freunde nun unter dem Teamnamen „Südschweden“ mit.

Mit wachsendem Erfolg, wie die Statistiken der Veranstalter ausweisen. Was mit einem 19. Platz für eine 16-köpfige Truppe begann, führte nun zum fünften Gesamtsieg mit 56 Fahrern. 2003 und 2008 waren es sogar schon mal fast doppelt so viele.

Unter denen aber tummeln sich mittlerweile nicht nur Radler aus der Region des Westfälischen Friedens, sondern auch solche aus Bad Dürkheim, Ottobeuren oder Mutlangen – also eher Nordtiroler als Südschweden.

Der Seriensieger hat eben durch seine Erfolge eine Attraktivität erlangt, die weit über die Heimatregion hinausreicht. In die gut organisierten und trainierten blaugelben Teams, die sich kurz nach dem Start in Ottenbach beim ersten 15-prozentigen Anstieg herauskristallisierten, reiht man sich eben gerne ein.

Die Hälfte der 56 Südschweden unter den 3000 Startern nahm die lange Strecke, satte 250 Kilometer mit 17 solcher Anstiege, unter die schmalen Reifen , 16 begnügten sich mit 200, 12 mit 180 Kilometern. Nur einer aus der Mannschaft kam nicht ins Ziel. Die Gesamtleistung von 12 900 Kilometern oder 230,3 Kilometern pro Nase blieb für die anderen 72 Mannschaften unerreichbar.

Auch wenn die Teilnehmer auf den meisten Fotos einen recht entspannten Eindruck machen, ein Zuckerschlecken ist der Radmarathon nicht. Um 5.30 Uhr erfolgt der Start – Eingeweihte treten schon um 5 Uhr an, um an der Steigung nicht ins Gedränge zu geraten und Stürze zu vermeiden. Um 18.30 Uhr muss man im Ziel sein oder fällt aus der Wertung.

Die Zeiten an den „Laben“, wie die Verpflegungsstationen auf der Alb heißen, abgerechnet, ist ein Temposchnitt von 25 Stundenkilometern angesagt. Das geht über 250 Kilometer bei 4400 Höhenmetern an die Substanz. Vom „fiesen Wind auf den Höhen“, wie Friedel Meyer betont, ganz abgesehen.

Dennoch handelt es sich beim „Alb-Extrem“ ausdrücklich nicht um ein Radrennen: Die Straßen sind für Kraftfahrzeuge nicht abgesperrt, es gilt durchgehend die Straßenverkehrsordnung. Konsequenterweise gewinnt am Ende auch nicht unbedingt die schnellste Mannschaft, sondern die, die am besten funktioniert. Jeder muss zu gleichen Teilen Führungsarbeit leisten, und darum darf es auch keine langen Debatten geben.

Das trainieren die Südschweden in heimischen Gefilden. Und so wird ihr Spitzname inzwischen auf der Alb mit mächtigem Respekt gesagt. Kein Wunder, dass sich die Identifikation mit ihrem Namen mittlerweile auch optisch niederschlägt. Zwei Kameraden haben für alle Trikots in den Schwedenfarben Blau und Gelb besorgt.

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