Ausgezeichnet: Preis für die „Jäger des Vergessenen“
„Zeitgemäße Medienarbeit in der ländlichen Region“

Westerkappeln -

Thomas Brümmers Enttäuschung über die entgangene Auszeichnung beim Jugendkulturpreis NRW Ende September in Ibbenbüren währte nicht lange. Als er an dem Tag nach Hause kam, hatte er eine Nachricht des Geschäftsführers der GMK mit der Bitte um Rückmeldung auf dem Anrufbeantworter. „Da habe ich im Prinzip gewusst, dass wir etwas gewonnen haben.“

Mittwoch, 28.11.2012, 10:11 Uhr

„Wir“ – das sind die „Jäger des Vergessenen“, eine Gruppe Jugendlicher aus Velpe um den ehemaligen Jugendpfleger aus Westerkappeln, die einen multimedialen Geschichtspfad zu den jüdischen Spuren in der Gemeinde entwickelt hat. Damit haben die „Jäger“ jetzt den Dieter Baacke-Preis 2012 gewonnen. Mit diesem zeichnen die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2000 beispielhafte Projekte der Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit in Deutschland aus.

In diesem Jahr standen digitale Medien, Computerspiele, medienpädagogischen Rallyes oder auch Film als Medium interkultureller Begegnung im Mittelpunkt der Auszeichnungen. Prämiert werden nach Angaben der GMK immer auch die Methoden und pädagogischen Ansätze. 243 Projekte aus ganz Deutschland waren eingereicht worden.

Der Dieter Baacke-Preis wird in fünf verschiedenen Kategorien verliehen. In jeder Kategorie ist der Preis mit 2000 Euro dotiert. Der „Jäger des Vergessenen“ waren in der Kategorie „Projekte von und mit Jugendlichen“ nominiert. Die Gruppe teilt sich den Preis mit der Initiative „MyGames“ aus Nürnberg, die Jugendtagungen zum Thema Computerspiele organisiert hatte.

Zur Preisverleihung im Heinz-Nixdorf-Museumsforum in Paderborn fuhr Thomas Brümmer in Begleitung von Angelika Knodel und Ricardo Oliviera, die an dem GPS-Pfad mitgearbeitet hatten.

Die Expertenjury zeigte sich begeistert von der Idee dieser Geocaching Zeitreise durch die jüdische Heimatgeschichte und der medialen Auseinandersetzung mit der Ausgrenzung im hier und jetzt. „Man sieht, wie das Web 2.0 partizipativ für eine Sensibilisierung für Zivilcourage und Rassismus von und für Jugendliche genutzt werden kann“, hieß es in der Laudatio. Das Projekt „Jäger des Vergessenen“ verweise auf eine medienpädagogische Methode, die auch als Modell für eine zeitgemäße Medienarbeit in der ländlichen Region wichtige Impulse liefere. Das große Engagement und die Kreativität der jugendlichen Jägerinnen und Jäger bei der Mitwirkung und Umsetzung hätten gefunden.

Übergeben wurden die Auszeichnungen von Regine Kraushaar, Abteilungsleiterin für Kinder und Jugend im Bundesfamilienministerium und der GMK-Vorsitzenden Dr. Ida Pöttinger.

Die 1000 Euro Preisgeld gehen allerdings nicht an Brümmer und die Velper Jugendlichen, sondern an die Mediencooperative Steinfurt (Medico) als Trägerin der Teestube Velpe. Diese werde das Geld für weitere Projekte verwenden, erläutert Brümmer. „Auf jeden Fall werde ich noch mit den Jugendlichen Pizza essen und bowlen gehen“, verspricht der Sozialarbeiter, der seit Mitte Oktober das Jugendzentrum Lengerich leitet. „Das ziehen wir noch durch.“

Als Anerkennung sieht er auch, dass das Westerkappelner Projekt noch in einem Fachbuch der GMK ausführlich gewürdigt werden soll. 

| www.jaeger-des-vergessenen.de

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