Imker in der Pflicht
Die lange Kälte lässt Bienen verhungern

Osnabrück/Tecklenburger Land -

Die lange Kälte hat schlimme Folgen für Bienenvölker. Sie drohen zu verhungern.

Donnerstag, 11.04.2013, 08:04 Uhr

Auch die Bienen Auch die BienenAuch die Bienen im Lehrbienenstand im Osnabrücker Zoo leiden unter der anhaltenden Kälte, weiß Ansgar Erpenbeck, stellvertretender Vorsitzender des Imkervereins Osnabrück und Umgebung.
Auch die Bienen Auch die BienenAuch die Bienen im Lehrbienenstand im Osnabrücker Zoo leiden unter der anhaltenden Kälte, weiß Ansgar Erpenbeck, stellvertretender Vorsitzender des Imkervereins Osnabrück und Umgebung. Foto: Uwe Lewandowski

Die andauernde Kälte hat schlimme Folgen für Bienenvölker, denn sie hält die Tiere in ihren Kisten. Das Problem: Ihr Futtervorrat geht zur Neige. Erst wenn die Temperaturen auf mindestens zehn Grad Celsius steigen, fliegen die Bienen aus, um Pollen und Nektar zu sammeln. Imker müssen deshalb den Futtervorrat in den Bienenkisten überprüfen und notfalls auffüllen, damit ihre Völker nicht eingehen – wenn sie es nicht bereits sind.

Damit die Bienen über den Winter genug Nahrung haben, legen die Imker bis spätestens Oktober rund 20 Kilogramm Futter pro Volk auf die Bienenkiste. Die Tierchen lagern dieses in ihren Waben ein und versiegeln es. „Das ist der Vorrat, den sie für den ganzen Winter haben. Eigentlich haben wir im März wärmeres Wetter, von den männlichen Weidenpflanzen holen sie dann Blütenpollen, von den weiblichen den Nektar“, erklärt Thomas Wilker , Vorstandsvorsitzender der Imkergenossenschaft Teutoburger Wald und Vorsitzender des Imkervereins Dissen und Umgebung.

Da wir bislang erst wenige schöne Tage hatten, an denen das Thermometer einen zweistelligen Temperaturwert anzeigte, hätten die Bienen kaum Gelegenheit gehabt, für Futternachschub zu sorgen. Die Zeit habe gerade dafür gereicht abzukoten. Indes hätten die paar wärmeren Tage dafür gesorgt, dass sich die Lage weiter verschärft: „Die Bienen sind in Brutstimmung gekommen“, erklärt Ansgar Erpenbeck , stellvertretender Vorsitzender des Imkervereins Osnabrück und Umgebung. Um den Nachwuchs versorgen zu können, bräuchten sie so noch mehr Futter. Durch die Brut entsteht noch ein weiteres Problem. „Die Bienen sitzen jetzt auf der Brut, um diese warmzuhalten, und bewegen sich nicht von ihr weg“, erklärt Silke Klotzhuser, Pressesprecherin des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Das heißt: Selbst wenn im Randbereich des Bienenkastens noch Futter vorhanden ist, kämen die Bienen nicht daran. Sie würden trotz Reserven verhungern.

Deshalb sind die Imker jetzt gefordert. „Sie müssen kontrollieren, ob noch genug Futter da ist“, sagt Wilker. Wenn das nicht der Fall ist, sei es Zeit für eine Notfütterung mit Zuckerlösung oder Fertigfutter in flüssiger Form. Wilker selbst hat durch die Kälte zwei seiner 25 Völker verloren. Dass es so lange kalt war, habe er noch nicht erlebt. „Im April wird es oft noch mal kälter, aber da hatten die Bienen vorher schon Gelegenheit, Futter zu holen“, sagt er. Das reiche zum Überbrücken.

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