Rêverie musicale eröffnet Kammerkonzerte auf dem Kulturhof Westerbeck
Schwungvoll in den Frühling

Westerkappeln -

Es war wieder Showtime im Kulturhof Westerbeck. Und da gehört Raimund Beckmann als Betreiber des Kulturhofes und Veranstalter des Programms ebenso zu demselben wie die Künstler. Am Sonntagabend spielte das Salonorchester „Rêverie musicale“ aus Münster auf und war ebenso in seinem Element wie der Gastgeber selbst und das Publikum im bis auf den letzten Platz besetzten Galerie-Café.

Montag, 13.05.2013, 18:05 Uhr

Showtime: Das Salonorchester Rêverie musicale aus Münster begeisterte das Publikum im proppenvollen Galerie-Café des Kulturhofes Westerbeck. Raimund Beckmann plünderte seinen Garten, um sich eine Zugabe zu erkämpfen.
Showtime: Das Salonorchester Rêverie musicale aus Münster begeisterte das Publikum im proppenvollen Galerie-Café des Kulturhofes Westerbeck. Raimund Beckmann plünderte seinen Garten, um sich eine Zugabe zu erkämpfen. Foto: Dietlind Ellerich

Es war voll, richtig voll, das wurde schon auf dem Parkplatz klar. Und trotz der „Last, alle Besucher unterzubringen“ strahlte der Gastgeber. Professor Raimund Beckmann hatte zum Start der elften Kulturhofsaison offensichtlich auf das richtige Pferd gesetzt. Und je voller die Bude, desto besser die Stimmung. Das weiß er aus Erfahrung.

Am Ende plünderte Beckmann sogar seine Außenanlagen, um sich mit der gesammelten Flora in beinahe Lebensgröße eine Zugabe zu erkämpfen. Die Musiker ihrerseits ließen sich nicht lumpen und verabschiedeten sich mit der Titelmusik der Miss-Marple-Filme aus den 1960er Jahren und einem flotten Cancan.

Es war wieder Showtime im Kulturhof Westerbeck . Und da gehört Raimund Beckmann als Betreiber des Kulturhofes und Veranstalter des Programms ebenso zu demselben wie die Künstler, die auf der Bühne stehen. Am Sonntagabend spielte das Salonorchester „Rêverie musicale “ aus Münster auf und war ebenso in seinem Element wie der Gastgeber selbst und das Publikum im bis auf den letzten Platz besetzten Galerie-Café.

Nach gefühlt endloser Winterpause war es Zeit für Frühlingsgefühle, und auf Melodien rund um Liebe, Tränen, Eifersucht und eben den Lenz verstand sich die Caféhaus-Besetzung des Ensembles vortrefflich. Christine Rudolf (1. Violine), Anna Piene (2. Violine), Marion Matthes (Violoncello), Jörg Langanke (Kontrabass), Pavel Tseliapniou (Querflöte), Matthias Beltz (Klarinette) und Deborah Rawlings (Klavier) nahmen die vielen Stamm- und anderen Gäste mit auf eine musikalische Traumreise durch Europa, präsentierten ein Potpourri der Frühlingsmelodien, das Erinnerungen weckte und zum Träumen verführte.

Ob Grieg, Liszt, Strauss, Tschaikowski oder Unterhaltungskomponisten wie Paul Lincke, Robert Stolz oder Gerhard Winkler – nicht nur im Stillen summten die Gäste die Ohrwürmer mit. Romantisches in der Lagune, Frivoles in Folies Bergère oder Blühendes im Prater, sie kannten sie alle, und damit „Im Prater blüh´n wieder die Bäume“ auch wirklich alle mitsingen konnten, gab es auf der Rückseite des Programms den Text.

So sehr war das Publikum bei der Sache, dass es den Musikern das Vorspiel nicht so recht gönnen wollte. Immerhin, der dritte Anlauf gelang. Vielstimmig und mit Inbrunst erklang das alte Wiener Lied. Stolz hätte seine Freude daran gehabt.

Nahtlos gingen Musiker und Zuhörer in den ungarischen Csárdás über, und wäre es nicht so eng im Café gewesen, der oder die eine oder andere hätte sicherlich ein Tänzchen gewagt.

So gut war die Stimmung, dass Beckmann die zauberhaften Musiker des Salonorchesters, die knapp zwei Stunden ihr Bestes gegeben hatten, nach den beiden Zugaben ein wenig in Schutz nehmen musste, damit das Publikum sie überhaupt gehen ließ.

Rêverie musicale überzeugte mit virtuosem Spiel, Charme, Witz und bester Unterhaltung. Der Flötist Tseliapniou und der Klarinettist Beltz waren immer für einen Spaß zu haben, auch mal als Entertainer oder Souffleur im Einsatz, und sich für keinen Kopfschmuck zu schade. Cellistin Marion Matthes führte süffisant und – trotz kleiner „Deko-Angriffe“ aus dem kollegialen Hinterhalt – souverän durch das Programm, das die Zuhörer begeisterte und in Erinnerungen schwelgen ließ.

Ein toller Auftakt der Konzertreihe 2013, die am Sonntag, 26. Mai ab 19 Uhr mit dem Cellisten Matthias Hübner und dem Gitarristen Malte Vief als Heavy Classic Duo ihre Fortsetzung findet.

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