Straßenbeleuchtung soll saniert werden
710 000 Euro für moderne Lichttechnik

Westerkappeln -

Wenn die Gemeinde nichts unternimmt, könnten die Bürger vielerorts irgendwann im Dunkeln stehen. Denn die vorhandene Lichttechnik hat bald ausgedient. Für 710 000 Euro soll deshalb in Westerkappeln die Straßenbeleuchtung saniert werden.

Mittwoch, 15.05.2013, 16:05 Uhr

Neue Laternen hat die Gemeinde auch ins Schulzentrum gestellt. Hier kommen Kompaktleuchtstofflampen (Bild) zum Einsatz.
Neue Laternen hat die Gemeinde auch ins Schulzentrum gestellt. Hier kommen Kompaktleuchtstofflampen (Bild) zum Einsatz. Foto: Frank Klausmeyer

Damit die Bürger Westerkappelns nicht irgendwann im Dunkeln stehen, will die Gemeinde eine stattliche Summe investieren. 710 000 Euro stehen für dieses und nächstes im Wirtschaftsplan der Gemeindewerke für die energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung bereit.

Dass – wenn nichts unternommen wird – die Lampen ausgehen, ist durchaus ernst gemeint. Denn von den insgesamt 1185 Straßenlaternen im Gemeindegebiet sind 671 mit Quecksilberdampf-Hochdrucklampen (HQL) bestückt. Die waren mal das Non plus ultra, gelten aber heute wegen des hohen Stromverbrauches nicht nur als ineffizient, sondern auch als wenig umweltfreundlich. Moderne LED-Leuchten produzieren mindestens 60 Prozent weniger Kohlendioxid. Der Gesetzgeber hat reagiert. Ab 2015 verlieren die HQL-Lampen ihre CE-Zulassung, womit ein Hersteller kennzeichnet, dass sein Produkt den geltenden Anforderungen genügt. Spätestens ab dann werden diese Leuchten nicht mehr hergestellt. Noch hätten die Gemeindewerke Vorräte, in absehbarer Zeit seien die Bestände aber weg, prognostiziert Betriebsleiter Mansour Rahmian.

Die Verwaltung hat verschiedene Alternativen geprüft und spricht sich für die Umrüstung von HQL auf Leuchtdioden (LED) aus. Diese verbrauchen weniger Strom, haben eine längere Lebensdauer, eine gute Lichtausbeute und exakte Lichtlenkung, einen geringen Wartungsaufwand und sie schonen nachtaktive Insekten.

So viele Vorzüge haben allerdings ihren Preis. Gegenüber gleichwertigen modernen konventionellen Lampen koste eine LED-Leuchte rund 30 Prozent mehr, ließ die Verwaltung den Betriebsausschuss der Gemeindewerke wissen, der sich am Dienstag des Themas annahm.

Einen Großteil der Mehrkosten hofft die Gemeinde durch eine Beteiligung des Bundes zu kompensieren. Dieser zahlt 20 Prozent Zuschuss. Das Programm läuft dieses Jahr aus. Die Gemeindewerke haben nach Angaben von Rahmian aber rechtzeitig einen Förderantrag auf den Weg gebracht.

SPD-Fraktionsvorsitzender will trotzdem nichts überstürzen. „Sicher, alle wollen die Welt sofort retten, wenn sie CO-Reduzierung und 20 Prozent Förderung hören. Wir sollten trotzdem vorsichtig sein.“ Weil die Bezuschussung auslaufe, gebe es jetzt einen „Run auf LED“. Wie bei der Photovoltaik erwarte er aber, dass die Preise fallen, sagt Sundermann. Vielleicht sei es besser, das Sanierungsprogramm, auf fünf Jahre zu strecken.

Und was sei mit anderer Lichttechnik  ? Vor nicht allzu langer Zeit hab es noch geheißen, NAV-Lampen (Natrium-Hochdruck) seien das Maß aller Dinge. Jetzt nicht mehr ? „Vielleicht muss es ja nicht der Ferrari sein, sondern es reicht auch ein VW Golf .“

„Den Volkswagen haben wir nicht gerechnet“, entgegnet Bürgermeister Ullrich Hockenbrink. Denn der Ferrari sei Stand der Technik. Nach Angaben von Tobias Dresler aus der Finanzabteilung könne die Gemeinde durch den Umstieg auf LED jährlich zwischen 7000 und 8000 Euro bei der Straßenbeleuchtung sparen – künftige Strompreiserhöhungen noch gar nicht einkalkuliert.

Dass LEDs billiger werden, glaubt auch Rainer Echterhoff (CDU). Vor einem Jahr habe eine haushaltsübliche 60-Watt-LED-Leuchte noch 60 Euro gekostet, heute gebe es die im Baumarkt für 19,90 Euro. Skeptischer ist da Rolf Brall (Grüne): „Die Technik wird sich sicher noch weiter entwickeln, der Preis sich aber stabilisieren.“

Ob die HQL-Lampen nun in den nächsten beiden Jahren ausgetauscht werden oder die Sanierung der Straßenbeleuchtung über einen längeren Zeitraum gestreckt wird, soll danach entschieden werden, ob und was der Bund bei einer möglichen Förderung vorschreibt.

»Vielleicht muss es ja nicht der Ferrari sein, sondern es reicht auch ein VW Golf«

Frank Sundermann (SPD)
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