Partnerschaft mit Bathmen ist offen
Verblasste Freundschaft

Westerkappeln -

Nächstes Jahr gäbe es für die Gemeinde Westerkappeln das 30-jährige Bestehen der Partnerschaft mit Bathmen in den Niederlanden zu feiern. Das Fest fällt aber wohl aus. Denn die Freundschaft ist verblasst.

Sonntag, 16.06.2013, 15:06 Uhr

Nächstes Jahr gibt es etwas zu feiern. Seit 30 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen der Gemeinde Westerkappeln und dem niederländischen Bathmen . Doch es ist anzunehmen, dass es kein Fest gibt. Denn die Freundschaft ist verblasst.

Symbolisch steht dafür das Schild am Ortseingang der Mettinger Straße. Die Reinhildis und das Wappen Bathmens sind zwar noch einigermaßen zu erkennen, dass es hier um eine Städtepartnerschaft geht, lässt sich aber allerdings erahnen.

Am 19. Mai 1984 war die Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden besiegelt worden. Ihren Ursprung hatten die Kontakte auf sportlicher Ebene. Durch die offizielle Partnerschaft sollten die Beziehungen auf weitere gesellschaftliche Bereiche ausgedehnt werden. Das funktionierte anfangs – von der Politik über die Schulen bis hin zu den Vereinen – auch recht gut.

Doch dann wurde durch die kommunale Neuordnung in den Niederlanden Sand ins Getriebe geschleudert. Bathmen wurde 2005 in Deventer eingemeindet – ein Oberzentrum mit knapp 100 000 Einwohnern. Auf politischer Ebene sind die Beziehungen seitdem praktisch zum Erliegen gekommen.

Der eine oder andere Verein pflegt dagegen noch Kontakte. Die Fußballer des TSV Westfalia 06 Westerkappeln sind sogar dabei, sportliche Begegnungen wieder zu intensivieren, wie Vorstandsmitglied Norbert Schulte am Donnerstag als Gast im Kulturausschuss berichtete, der sich mit den Zukunftsaussichten für Partnerschaft beschäftigte.

Da Deventer Rechtsnachfolger der Gemeinde Bathmen ist, wäre die historische Hansestadt heute eigentlich Partner von Westerkappeln. „Die sind aber wohl eine Nummer zu groß für uns“, glaubt Wolfgang Jonas (CDU).

Und in Deventer scheint auch wenig Interesse an der Freundschaft zu bestehen. Schon der damalige Bathmener Bürgermeister Drost habe vor der Eingemeindung darauf hingewiesen, gab die Verwaltung zu bedenken. Drost habe deshalb Stadtteilpartnerschaften angeregt, was jedoch nicht unbedingt zielführend erscheint, da Westerkappeln ja kein Stadtteil, sondern eigenständige Gemeinde ist.

Auf der offiziellen Deventer Internetseite verlieren die Holländer kein Sterbenswörtchen über die deutschen Partner. In Westerkappeln gibt es immerhin noch einen kleinen Hinweis auf die Nachbarn.

Bürgermeister Ullrich Hockenbrink hat seinem Deventer Kollegen am 21. Mai einen Brief geschrieben, um auszuloten, wie der es mit dem Thema hält. Die Antwort steht noch aus. Je nachdem, was Deventer wolle, müsse man schauen, wie es mit der Partnerschaft weitergeht, sagt Hockenbrink.

„Es ist ja gar nicht wichtig, dass die Politiker sich treffen“, meint Frank Sundermann (SPD). Die Partnerschaft lebe viel mehr von der Begegnung der Menschen. Sundermann regt an, nach dem Vorbild Lottes mit einem Deutsch-Französischen Förderverein vielleicht auch in Westerkappeln einen Unterstützerkreis für die Partnerschaft aufzubauen. „Ohne offizielle Klammer wird es schwerer“, entgegnet Hockenbrink.

Die Mettinger hätten es da einfacher gehabt, sagt der Bürgermeister. Dort verleibte sich die Partnergemeinde Raalte das Dorf Heino ein. Nach politischem Zank auf niederländischer Seite kündigten die Raalter den Vertrag. „Das muss man akzeptieren. Zwingen kann man keinen“, sagt der Bürgermeister des Tüöttendorfes, Helmut Kellinghaus, auf Nachfrage. Inoffizielle Treffen zwischen Vereinen und Gruppe gebe es aber weiter.

Hockenbrink zieht in Erwägung, Ausschau nach einer anderen Partnergemeinde zu halten. Vielleicht im Baltikum. Sein Hörsteler Kollege Heinz Hüppe habe ihn darauf gebracht. Die Stadt ist befreundet mit Molėtai in Litauen. Nach Angaben Hüppes habe eine Nachbargemeinde großes Interesse an einer Partnerschaft mit einer Kommune im Münsterland geäußert.

Wenn man eine Partnerschaft weiterentwickeln wolle, funktioniere das meist gut über die Schulen, glaubt Jonas. Die Realschule Westerkappeln pflege aber bedauerlicherweise engere Kontakte nach Frankreich zu Lys lez Lannoy. Das ist aber, wie mehrfach berichtet, die Partnergemeinde Lottes.

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