Schnuckeliges Event mit harter Gangart
Düte rockt zum zehnten Mal

Westerkappeln -

Von 5 bis 65, von Birkenstock-Sandale bis Nietenstiefel, von Business-Hemd bis Lederkluft: Es wird landauf, landab vermutlich kein Heavy-Metal-Festival mit einem so bunt gemischten Publikum geben. „Düte rockt“ ist einfach ein bisschen anders. „Ein kleines schnuckeliges Festival“, nennt Volker Tschöltsch sein „Baby“.

Sonntag, 28.07.2013, 14:07 Uhr

Der Heavy-Metal-Fan ist vor gut zehn Jahren gemeinsam mit einigen Kumpels auf die Idee gekommen, das Schützenfest der Westerkappelner Bauernschaft Düte mit einem Musikfestival der härteren Sorte einzuläuten. Heavy Metal als Auftakt zum Schützentreiben: Auch das könnte deutschlandweit einmalig sein.

Am Freitag ging „Düte rockt“ bereits zum zehnten Mal über die Bühne. Ein volles Festivalgelände, super Stimmung und echte Kracherbands: Volker Tschöltsch und seinen Kollegen Andreas Cord , Dirk Görtemöller, Andreas Niekamp sowie Jan Krischke und Alexandra Stiegemeyer, die diesmal ebenfalls zum Orga-Team gehörten, ist es wieder einmal gelungen, die Herzen der „Metal-Gemeinde“ zu erfreuen.

Wie gut das „kleine, schnuckelige Festival“ ankommt, zeigte sich am Freitagabend auch daran, dass das Jubiläums-T-Shirt, das Tschöltsch und Kollegen aufgelegt hatten, zigfach über den Verkaufstisch ging.

Während es so mancher Festivalbesucher bei der ordentlichen Hitze vorzog, mit einem kühlen Bierchen und Gesprächsrunden im Schneidersitz die passende Festivalatmosphäre aufkommen zu lassen, ging es im Zelt von Anfang an gut ab.

Den Auftakt machte „Seargent Tenpenny“ aus Recke. Die vier Jungs um Sänger Kons spielten rasanten Emo-Core - krachend, aber melodiös. Die Songs gingen gleich ins Ohr - und so manchem Festivalbesucher auch in die Beine.

Nach „Seargent Tenpenny“ gab es den vielleicht pingeligsten Soundcheck in der Geschichte von „Düte rockt“ . Bis den Mannen von „Into the wild“ um Sänger Felix Franke der Klange genehm war, verging eine gefühlte Ewigkeit. Hier waren nicht nur die Gitarrensaiten gespannt, sondern auch die Nerven der Zuhörer.

Die erst 18- bis 20-jährigen Osnabrücker, die mit ihrem „Groove Metal“ schon mehrere Bandcontests gewonnen haben, konnten froh sein, dass sie musikalisch einiges drauf haben. Ansonsten hätte die Gefahr bestanden, dass sie sich beim Publikum kräftig unbeliebt machen.

Anders dagegen „Palace“ aus Speyer. Die vier „älteren Herren“ hatten das Publikum gleich auf ihrer Seite. So mancher Altersgenosse von Sänger Harald Piller besucht den wöchentlichen Seniorentanztee – doch der „Palace“-Frontman bevorzugt den „Voll in die Fresse“-Metal nach Art von „Motörhead“ und „Metallica“. Hier bekam das Rockerherz alles, was es begehrt: Matten, Nietenstiefel , Zackengitarren und vor allem eine musikalische Dampframme. Obendrein gab´s bei den Altrockern noch was zu lachen. Zum einen bot Lead-Gittarist Jason Mathias eine wilde Grimassen-Show, zum anderen mutmaßte Sänger Piller, dass in vielen Jahrhunderten bei Ausgrabungen in Westerkappeln-Düte Zacken-Gitarren gefunden würden und man dann endgültig wüsste, dass hier noch echter Rock gespielt wurde. Kein Wunder, dass „Palace“ sogar Besucher aus Mannheim anlockten, wie Volker Tschöltsch erzählte.

Zwischen den einzelnen Bands wurde auch draußen für Kurzweil gesorgt. „Die Sackratten“ aus Osnabrück boten mittelalterliche Trommel- und Dudelsackmusik, „Mr. Magicfire“ aus Georgsmarienhütte spielte zur Freude der Zuschauer kräftig mit dem Feuer.

Kurz nach Mitternacht gab es dann großes Gedränge im Zelt: Die „Dirty Deeds“ enterten die Bühne. Auch die Osnabrücker ließen sich mit Soundcheck und sonstigen Vorbereitungen kräftig Zeit, kamen aber schließlich den „Jetzt geht´s los“-Rufen ihrer Fans nach. Bereits vor vier Jahren hatten die „Dirty Deeds“ das Düte-Festival gerockt. Und auch diesmal ließen sie die Fans glauben, AC/DC seien nach Westerkappeln gekommen. Wenn Sänger Markus Schott sich die Schiebermütze aufsetzt, lässt er den Brian Johnson in sich raus, auch wenn er stimmlich dessen Vorgänger Bon Scott viel näher kommt. Mit ihrem rasanten und hitzigen Auftritt ließ die AC/DC-Coverband jedenfalls von Anfang bis Ende das Festivalzelt beben.

„Wir werden garantiert auch noch das elfte „Düte rockt“ auf die Beine stellen“, kündigte Volker Tschöltsch an. Jeder Metal-Fan kann hoffen, dass er Wort hält.

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