Prozess um gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung
Zweimal in einer Nacht verprügelt

Westerkappeln/Ibbenbüren -

Zwei junge Männer aus Westerkappeln wurden im März vergangenen Jahres in Ibbenbüren gleich zweimal in einer Nacht krankenhausreif geschlagen. Ob die Täter dafür bestraft werden, ist nach dem ersten Verhandlungstag eines Prozesses vor dem Ibbenbürener Amtsgericht allerdings ungewiss.

Freitag, 20.09.2013, 23:09 Uhr

Zwei junge Männer aus Westerkappeln wurden im März vergangenen Jahres in Ibbenbüren gleich zweimal krankenhausreif geschlagen. Am Mittwoch wurde die brutale Prügelei vor dem Strafgericht juristisch aufgearbeitet. Auf der Anklagebank saßen vier Männer aus Ibbenbüren im Alter zwischen 25 und 46 Jahren. Die Anklage lautete auf gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung .

Die Opfer aus Westerkappeln – beide 22 Jahre alt – hatten am 11. März 2012 die „Aura“ besucht. Nach Verlassen der Diskothek wurden sie nach eigenen Angaben „vollkommen grundlos“ zusammengeschlagen. Sie sagten aus, dass sie zwei junge Mädchen, die auf der Treppe vor der Diskothek saßen, auf Feuer angesprochen hätten. Im selben Augenblick habe einer von ihnen die Faust im Gesicht gehabt. Der Gepeinigte meinte zwar, von dem 46-Jährigen geschlagen worden zu sein, konnte diesen aber nicht sicher identifizieren.

Rassistische Beleidigungen

Die Westerkappelner liefen dann zum Parkplatz, wo einer der beiden mit einer Teleskopstange und einem Baseballschläger auf Hinterkopf, Arme und Hände traktiert wurde. Die brutalen Schläge führten unter anderem zu einem Trümmerbruch des Ringfingers, wie der Betroffene berichtete. Fünf Wochen lang habe er deshalb nicht arbeiten können. Zudem sei der wegen seiner dunklen Hautfarbe rassistisch beschimpft worden. Identifizieren konnte aber auch er niemanden: „Der Parkplatz war dunkel.“

Kurze Zeit später kamen Polizei und Rettungswagen zum Tatort. Die beiden Verletzten wurden ins Ibbenbürener Klinikum gebracht. Nach der ambulanten Versorgung ihrer Wunden wollten sie ein Taxi für den Heimweg nach Westerkappeln nehmen.

Zweiter Angriff vor der Klinik

Doch plötzlich sei die Gruppe von der Disko wieder aufgetaucht. Zwei der Täter hätten die Tür des Taxis zugeschlagen, woraufhin dieses weggefahren sei und die Westerkappelner erneut verprügelt wurden. Dabei erlitt der andere 22-Jährige den Abbruch eines Schneidezahns. Überdies trug er Platzwunden und Prellungen davon.

Erneut wurde die Polizei gerufen. Die Beamten nahmen die mutmaßlichen Schläger, die zunächst geflüchtet waren und im Parkhaus des Krankenhauses aufgegriffen wurden, mit auf die Wache. „Die Täter konnten gehen“, schilderte einer der Westerkappelner das Geschehen. Beide Opfer wirkten angesichts des Verhandlungsablaufes frustriert und ratlos.

Zwei Angeklagte freigesprochen

Am Ende des Verhandlungstages sprach das Gericht den 46-Jährigen, der übrigens mit seinem Sohn auf der Anklagebank saß, sowie einen 27-jährigen aus Mangel an Beweisen frei. Alle vier Beschuldigten machten von ihrem Schweigerecht Gebrauch.

Weil der Fall 18 Monate her ist, konnte sich keiner der geladenen Zeugen an die Gesichter urteilssicher erinnern. Gegen zwei der Angeklagten wird die Verhandlung in der kommenden Woche mit weiteren Zeugen fortgesetzt.

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