Recycling-Betrieb in Achmer will erweitern
Grünes Licht für Firma Kohl

Achmer/Westerkappeln -

Einstimmig haben der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt in Bramsche sowie der Ortsrat Achmer grünes Licht für die Erweiterung der Firma Kohl in Achmer nahe der Grenze zu Westerkappeln gegeben. In der ausführlichen Diskussion standen Aspekte des Lärmschutzes und des Naturschutzes im Vordergrund.

Samstag, 23.11.2013, 18:11 Uhr

Seit Jahren hofft die Recyclingfirma auf eine Genehmigung für die Erweiterungspläne in Richtung des ehemaligen Truppenübungsplatzes. Jetzt legte die Verwaltung ein dickes Paket an Antragsunterlagen für die öffentliche Auslegung des Planes vor. Dazu gehören eine FFH-Verträglichkeitsstudie, eine Artenschutzstudie und Vorlagen zu den Änderungen des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes.

Zu Fragen des Lärmschutzes nahmen in der Sitzung die Gutachter Christoph Blasius und Manfred Ramm Stellung. Sie betonten, dass sich die zulässige Lärmbelastung nicht an der Ausweisung als Industrie- oder Gewerbegebiet orientiere, sondern ausschließlich an der zulässigen Belastung für die betroffenen Wohngebiete, die wiederum von deren Ausweisung abhänge. In einem ausgewiesenen reinen Wohngebiet sei die zulässige Belastung niedriger als beim Wohnen im Außenbereich.

Ihre konkreten Messungen in Achmer hätten ergeben, dass die Belastung in einigen Bereichen bereits jetzt „grenzfallig“ sei, wie Blasius formulierte. Dennoch ergäben sich „Lärmkontingente“ für eine zusätzliche Belastung, insbesondere auf den Erweiterungsflächen, die von der Siedlung abgewandt seien. Baukörper könnten bei einer Abschirmung helfen. Die Lärmbelastung sei „für uns Anwohner in Gänze zu hoch“, stellte SPD-Ratsherr und Ortsratsmitglied Oliver Neils fest. „Mit gemischten Gefühlen“ trage er deshalb die Entscheidung für die Erweiterung mit. Er schlug ergänzend die Einrichtung eines Arbeitskreises aus Vertretern der Firma, der Politik und der Anlieger vor. Dieser könne ähnlich wie bei Remondis vermitteln und die Verpflichtung zur gegenseitigen Rücksichtnahme stärken. Heiner Pahlmann ( SPD ) als Ausschussvorsitzender und Ortsbürgermeister von Achmer erklärte, die Firma habe sich damit bereits einverstanden erklärt.

Der Arbeitskreis habe bei Remondis viel zur Entspannung beigetragen, begrüßte Andreas Quebbemann (CDU) den Vorschlag. Er fand es positiv, dass in der Sitzung ausführlich über Lärmschutz „und nicht stundenlang über Laufkäfer“ geredet wurde. Von der Entscheidung profitiere eine einheimische Firma, die schon lange auf diese Erweiterungschance warte.

Annette Specht (Grüne) ging dann aber doch ausführlich auf den Naturschutz ein. Schon aufgrund der hohen ökologischen Wertigkeit der Fläche sei die Erweiterung „kein leichtes grünes Thema“ gewesen. Entscheidend für die Zustimmung ihrer Fraktion seien zwei Dinge gewesen: Zum einen seien zahlreiche Alternativen geprüft und wieder verworfen worden, sodass für die Firma nur die Erweiterung infrage komme. Zum anderen verpflichte sich das Unternehmen zu umfangreichen Ausgleichsmaßnahmen, die helfen würden, benachbarte wertvolle Flächen nachhaltig zu sichern. Dies koste die Firma „eine Viertelmillion“, sagte Specht.

Als einziger Nichtachmeraner meldete sich Volker Schulze (SPD) zu Wort. Die Erweiterung am Rande einer ökologisch wertvollen Fläche stelle zwar eine „knifflige Situation“ dar, bei der Abwägung aller Interessen dürften aber auch die Arbeitsplätze nicht vergessen werden, die bei Kohl von einer Erweiterung abhängig seien.

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