SPD im Dialog über „Westerkappeln 2025“
Sportvereinen geht Nachwuchs aus

Westerkappeln -

Sport geht in der Gemeinde viele an. Und so ist es am Montagabend auch voll geworden im kleinen Sitzungsraum des Gasthauses Schröer, wohin die SPD zum Dialog im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Westerkappeln 2025“ geladen hatte. Einiges wurde dabei deutlich: Vielen Vereinen geht offenbar der Nachwuchs aus.

Dienstag, 19.11.2013, 16:11 Uhr

Sport geht in der Gemeinde viele an. Und so ist es am Montagabend auch voll geworden im kleinen Sitzungsraum des Gasthauses Schröer , wohin die SPD zum Dialog geladen hatte. Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „ Westerkappeln 2025“ waren die Vorstände der Sportvereine sowie Vertreter anderer „Bewegungsanbieter“, beispielsweise Petra Kleen vom Förderverein Wespe oder Elke Ursinus von der AWO-Kindertagesstätte Am Königsteich, zum Meinungsaustausch eingeladen. Die Diskussion über die Sportlandschaft der Zukunft fiel dabei durchaus kontrovers aus.

Zunächst wurden Stand und künftige Entwicklung der Vereine genau in Augenschein genommen. Größte Sorge dabei: stagnierende Mitgliederzahlen und eine höchst ungünstige Altersstruktur. „Die Demografie macht sich auch hier bemerkbar, der breite Nachwuchs für die Zukunft fehlt“, stellte der stellvertretende THC-Vorsitzende Werner Schröer, der auch Ratsmitglied der SPD ist, nüchtern fest.

Auch wenn der Fußball noch sehr viele Kinder anlocke, habe man ein Problem, sobald diese ins Jugendalter kämen, sagte Udo Hachmann, Vorsitzender des TSV Westfalia 06. Zum Thema hatte die SPD Uli Fischer vom Kreissportbund geladen, der den Schwund unter jugendlichen Mitgliedern als bekannte „Drop-Out-Phase“ benannte.

Und nicht nur Mitgliederzahlen und Altersstruktur bereiten den Vereinen Kopfschmerzen, auch die Bereitschaft zum persönlichen Engagement sei spürbar zurückgegangen, berichtete Reiner Nietiedt aus der Tennisabteilung der Westfalia. Viele Leute seien beruflich stark eingespannt und winkten bei der Frage nach Mitarbeit ab. Zudem nähmen die Finanzgeschäfte inzwischen so viel Raum ein, dass sie von ehrenamtlichen Kräften kaum mehr zu stemmen seien, gab er zu bedenken.

Dass dieser Entwicklung entgegengesteuert werden muss, darüber waren sich alle am großen Tisch einig, nur über das „Wie“ gab es sehr unterschiedliche Positionen. Die einen riefen die Politik nach finanzieller Unterstützung, um hauptamtliche Kräfte akquirieren zu können, was bei Frank Sundermann, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, aber auch Werner Schröer auf Widerspruch stieß.

Aus der Runde kamen auch Vorschläge zur Beitragserhöhung und zu Veränderungen in der Vereinsstruktur. Letztere reichten von einer inhaltlichen Angebotsveränderung bis zu Kooperationsvorschlägen, Referent Fischer nahm sogar vorsichtig das Wort Fusion in den Mund.

„Es gibt ein breites Angebot am Markt“, betonte er, „und dem müssen wir uns stellen.“ Medien und private Dienstleister böten attraktive Freizeitbeschäftigungen, die Jugendlichen hätten zudem aufgrund Ganztagsbeschulung und Abitur in acht Jahren (G8) spürbar weniger Freizeit zur Verfügung, so der ehemalige Sportlehrer. „Die Vereine müssen sich an den Konkurrenten messen und mit attraktiven Angeboten locken“, so sein Credo.

Daraufhin kam schnell der Ruf nach professionelleren Trainern auf, auch der Zustand der Sportstätten wurde kritisiert. Von Vereinsfusionen hingegen scheint man in Westerkappeln weit entfernt, aus dem Grund konnte sich auch Fischers Vorschlag eines Breitensportvereins trotz erfolgreichem Vorbild in Osnabrück in der abendlichen Runde nicht durchsetzen.

Selbst bei Kooperationen mit den Bildungseinrichtungen übte man sich in Zurückhaltung: Dass Kinder an den Sport herangeführt würden, begrüßten zwar alle. Dabei müsse es sich ja nicht zwingend um Fußball handeln, schränkte beispielsweise Hachmann ein. Und auch der Radsport sah kaum Möglichkeiten.

Einzig der Vorschlag Fischers, ein zentrales Sportbüro mit einer hauptamtlichen Teilzeitkraft ins Auge zu fassen, rief keine Gegner auf den Plan. Dazu müsse man aber ernsthaft aufeinander zugehen, mahnte er.

Für ein solche Lösung spräche unter anderem, dass von den Vereinen derzeit kaum Fördergelder beim Kreissportbund oder bei Stiftungen abgerufen werden, „Das schaffen unsere Ehrenämtler einfach nicht“, beklagten die Vorstände.

Sundermann appellierte, ganz konkret nach gemeinsamen Zielen zu schauen, „Wenn sich unsere drei großen Vereine auf eine hauptamtliche, halbe Kraft einigen könnten, dann käme man vielleicht in einen machbaren Bereich“, resümierte der SPD-Mann.

Die Vorsitzenden der Sportvereine wollen sich nun in absehbarer Zeit im kleinen Kreis treffen, um Handlungsmöglichkeiten auszuloten und das weitere Vorgehen erörtern.

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