Einzelhandel stellt sich neu auf
K+K erweitert, Aldi baut neu

Westerkappeln -

Lidl steht für die geplante Erweiterung des Marktes an der Heerstraße in den Startlöchern. Jetzt wollen sich auch die Mitwerber auf der anderen Straßenseite neu aufstellen. Am weitesten gediehen sind die Pläne für den K+K-Markt.

Donnerstag, 19.12.2013, 18:12 Uhr

Am Dienstag hat der Rat das Vorhaben einstimmig abgesegnet und die erforderliche Änderung des Bebauungsplanes „Herrstraße“ beschlossen. Damit darf K+K die Verlaufsfläche um 350 auf dann 1350 Quadratmeter vergrößern. Nach den Plänen von Architekt Udo Hachmann soll an der Südseite des Marktes ein eingeschossiger Anbau (8 mal 42 Meter) entstehen. An der Süd-Ost-Seite des Gebäudes wird ein neuer Kundeneingang geschaffen. Die nicht tragende Außenwand zwischen dem vorhandenen Markt und dem Anbau wird abgerissen.

Auch innen wird der Laden auf Vordermann gebracht: Die nicht tragenden Innenwänden werden abgerissen, die Rasterdecken entfernt und durch neue ersetzt. Das ehemalige Provinzialbüro im Erdgeschoss soll als Personalraum für die Mitarbeiter genutzt werden. Drei WC-Anlagen sind vorgesehen. Die Heizzentrale für den Markt und den Personaltrakt verbleibt.

Im Obergeschoss der ehemaligen Provinzial-Versicherung ist eine spätere Vermietung geplant. Das Treppenhaus vom Erd- zum Obergeschoss wird vom Personaltrakt getrennt. Eine eigene Eingangstür wird installiert. Die Raumaufteilung im Obergeschoss soll bleiben wie sie ist.

Die Gänge werden breiter, die Regale niedriger

Bürgermeister Ullrich Hockenbrink zum Trend im großflächigen Einzelhandel

Mit der Erweiterung will der Eigentümer – K+K ist nur Pächter – nach Angaben Hachmanns je nach Wetterlage im Frühjahr beginnen. Die Baugenehmigung solle Anfang des Jahres erteilt werden.

Aldi will indes nicht um- oder an-, sondern komplett neu bauen. Ursprünglich war nur eine Erweiterung um 100 Quadratmeter vorgesehen. Doch das reicht Aldi nicht mehr. „Die Gänge werden breiter, die Regale niedriger“, sagt Bürgermeister Ullrich Hockenbrink zum Trend im großflächigen Einzelhandel. Damit soll – neben einer besseren Übersichtlichkeit – insbesondere Müttern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern der Einkauf leichter gemacht werden.

Aldi will deshalb an der Heerstraße von jetzt 800 auf 1200 Quadratmeter erweitern. Problem: Damit würde die westlich der Heerstraße im Flächennutzungsplan ( FNP ) zulässige Verkaufsobergrenze für Nahrungs- und Genussmittel (3400 Quadratmeter) sowie die Gesamtverkaufsfläche (4900 Quadratmeter), die auch Sortimente wie Drogerieartikel oder Textilien umfasst, um 300 Quadratmeter überschritten.

Also muss der erst im Februar wegen des geplanten Einkaufszentrums geänderte FNP erneut angepasst werden. Dies soll nun dergestalt geschehen, dass solche Obergrenzen ganz gestrichen werden – auch deshalb, weil diese laut eines Gerichtsurteils ohnehin rechtswidrig sind. Einzig die Grünen lehnen das ab, weil, wie Fraktionsmitglied Rolf Brall im Rat erklärte, man nicht bereit sei, wegen jedes Erweiterungswunsches eines Handelsunternehmens den FNP zu ändern.

Für das Aldi-Vorhaben wurde ein sogenannter vorhabenbezogener Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Der Discounter muss damit selbst die Kosten tragen und ist auch für den Zeitplan zuständig. Nur die Verantwortlichkeit für das Planverfahren bleibt bei der Gemeindeverwaltung.

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