Freiwillige Feuerwehr zieht Bilanz
Bei Einsätzen am Tag drückt der Schuh

Westerkappeln -

78 Mal rückte die Freiwillige Feuerwehr im vergangenen Jahr aus. Insgesamt betrachtet seien alle Einsätze ohne größere Schwierigkeiten gemeistert worden, sagte Gemeindebrandinspektor Ingo Bünemann anlässlich der Generalversammlung. An einer empfindlichen Stelle drückt der Feuerwehr aber zunehmend der Schuh: „Tagsüber wird es immer schwieriger, eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen“, sagte Bünemann.

Sonntag, 09.03.2014, 16:03 Uhr

Will man darstellen, was die Feuerwehr freiwillig leistet, lässt sich das am eindruckvollsten mit einigen Zahlen tun: 78 Mal sind die Westerkappelner und Velper Blauröcke vergangenes Jahr zu Bränden, Unfällen, der Beseitigung von Ölspuren oder zu anderen Anlässen ausgerückt. 140,57 Stunden haben diese Einsätze insgesamt in Anspruch genommen. Oder anders gerechnet: Fast sechs Tage am Stück war die Feuerwehr damit beschäftigt.

Einschließlich aller Übungen, Ausbildungen und Vorbereitungen waren die Frauen und Männer zusammen 7589 Stunden für die Feuerwehr unterwegs. Da hatten sie sich am Freitagabend anlässlich der Generalversammlung das Lob des Bürgermeisters verdient: „Die Bürger in Westerkappeln wissen zu schätzen, was sie an der Feuerwehr haben“, erklärte Ullrich Hockenbrink . Um die Schlagkraft der Wehr zu erhalten, werde die Gemeinde dieses Jahr 250 000 Euro für ein neues Fahrzeug bereitstellen, kündigte der Bürgermeister an.

Gemeindebrandinspektor Ingo Bünemann hatte zuvor Bilanz fürs vergangene Jahr gezogen. Von den 78 Einsätzen wurden sechs gemeinsam mit dem Löschzug Velpe gemeistert. 19 Brände mussten gelöscht werden, wobei die Kameraden bei zwei Großfeuern Ende März Am Velper Bahnhof und einen Monat später in Westerbeck besonders gefordert wurden. Dazu finden sich technische Hilfeleistungen, Unwetterfolgen, Brandsicherheitswachen sowie auch Fehlalarme in der Einsatzstatistik.

Insgesamt betrachtet habe die Feuerwehr alle Einsätze ohne größere Schwierigkeiten gemeistert, sagte Bünemann. Die Mannschaft sei intakt, die Kameradschaft stimme. An einer empfindlichen Stelle drückt der Feuerwehr aber zunehmend der Schuh, wie Bünemann berichtete: 44 von 84 Einsätzen in den vergangenen zwölf Monaten seien zwischen 6 und 17 Uhr gewesen. „Tagsüber wird es immer schwieriger, eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen“, gab Bünemann zu bedenken. Grund: Viele Kameraden seien außerhalb von Westerkappeln beschäftigt. Zusammen mit der Gemeinde und Arbeitgebern müsse deshalb versucht werden, jungen Leuten bei der Wehr auch Arbeitsplätze in Ortsnähe anzubieten.

Nachwuchsprobleme hat die Feuerwehr derzeit offensichtlich nicht, wie die stattliche Zahl der Mitglieder der Jugendfeuerwehr zeigt.

Nachwuchsprobleme hat die Feuerwehr derzeit offensichtlich nicht, wie die stattliche Zahl der Mitglieder der Jugendfeuerwehr zeigt. Foto: Heinrich Weßling

Der Gemeindebrandinspektor ging auch auf die Situation im Feuerwehrgerätehaus an der Bullerteichstraße ein. „Langfristig können wir unsere Fahrzeuge und Leute da nicht mehr unterbringen“, betonte Bünemann und wies auch auf dadurch bedingte Unfallgefahren hin. Zudem fehle Platz für die Ausbildung. „Das ist kein Haus für die Zukunft“, erklärte der Wehrführer. Bürgermeister Hockenbrink wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Gemeinde eine Machbarkeitsstudie für die Modernisierung oder den Neubau eines Gerätehauses in Auftrag geben wolle.

Die Nachwuchsarbeit der Feuerwehr nehme einen immer größeren Stellenwert ein, berichtete Bünemann weiter. Dies konnte der neue Gemeindejugendfeuerwehrwart Markus Schröer nur zu gerne bestätigen: 21 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren gehören der Jugendfeuerwehr zurzeit an. Diese seien mit „Feuereifer“ dabei, ihre Kurse und Übungen erfolgreich zu absolvieren, sagte Schröer. Die Jugendflamme 1 erhielten Leo Görtemöller, Jonas Klausmeyer, Alexander Rieskamp, Sven Niehaus, Thorben Wehmeier, Florian Hanningbrink, Leon Langer, Lukas Schoppmeier, Malte Wegers, Janick Nüssemeyer, Phillipp Plantholt, Moritz Schweer und Gerrit Wehmeier. Auf Kreiseben erfolgreich waren Felix Ahlemeyer, Nico Schäfer, Patrick Hampel, Thomas Slater und Sebastian Hoffstädt.

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