Aktionstage am Traktorenmuseum
Alte Motoren begeistern

Westerkappeln -

Eine gute und interessante Zeit verbrachten die Besucher im Traktorenmuseum. Bei den Aktionstagen am Wochenende gab es historische Motoren zu bestaunen. Eigens aus Paderborn angereist waren etwa Daniel Niewöhner und Erik Grabowski mit ihrem alten Normag NG 22.

Sonntag, 11.05.2014, 19:05 Uhr

Trockenen Fußes kam am Wochenende niemand ins Westerkappelner Traktorenmuseum . Von dem bisschen Nass ließen sich die Freunde alter Landmaschinen jedoch nicht abhalten. Von nah und fern waren sie angereist, um ihrer Leidenschaft zu frönen. Den wohl weitesten Weg nahm dabei Heinz Steer aus Schleswig-Holstein auf sich, und auch eine Delegation aus Werxhausen im Solling war vertreten.

Besondere Aufmerksamkeit zog in diesem Jahr der „alte Herforder“ auf sich, ein fahrbarer Motor, mit dem einst Korn gedroschen und gemahlen oder Holz zersägt wurde.

„Der um die Jahrhundertwende gebaute Motor wurde mit Benzol angetrieben“, weiß Horst Kellermeyer, der den Westerkappelner Museums-Fuhrpark seit Jahren betreut.

„Glücklicherweise läuft er aber auch mit Benzin“, sagt der Museumstechniker, denn Benzol ist hochgradig gesundheitsschädlich.

Spürbare Faszination übte auch der Start eines Lanz Bulldog 15/30 von 1929 auf die Traktorenfreunde aus. Dessen Glühkopf-Motor wurde zunächst unter merklicher Rauchentwicklung auf Temperatur gebracht und anschließend mit viel Fingerspitzengefühl per „Lenkrad“ eingependelt. Mit sattem Stampfen startete der alte Lanz schließlich, was die beeindruckten Zuschauer auch per Videokamera festhielten.

Erstmals war Daniel Niewöhner aus Paderborn bei den Aktionstagen mit von der Partie. „Das hiesige Traktorenmuseum ist definitiv etwas Besonderes“, lobte er, viele Stücke seien im Fundzustand erhalten. „Wir Treckerfreunde lieben jede Maschine mit Patina.“

Rund um die Traktoren hatte Friedhelm Fehmeyer ein buntes Programm organisiert. Helga Schaberg, Ruth Schneebeck und Irma Brune vom Wersener Spinnkreis präsentierten auf der Diele das alte Handwerk des Spinnens. Wie bei Dornröschen drehte sich die Spindel der fußbetriebenen Spinnräder. „Bis in die Nachkriegszeit wurde auf dem Land noch fast überall gesponnen“, berichtet Ruth Schneebeck, die fingerfertig die Wolle zu einem dünnen Faden zwirbelte. Die bisweilen kratzige Schafwolle wurde früher mit kaltem Wasser aufgesetzt, um die Fasern zu glätten.

Im Bauerncafé des Hofes konnte frischer Apfelkuchen vom Blech oder Holzofenbrot mit Schinken genossen werden, unter den alten Linden im Hof gab es leckere Rostbratwurst. Und für die kleinsten Gäste bot Nachbarin Ingrid Kramm im alten Backhaus Abwechslung. In der angenehmen Wärme des alten Eisenofens bastelten die Kinder kleine Käfer, die sich auch prima als Muttertagsgeschenk eigneten.

Kurzum: Trecker und Programm waren gut, nur das Wetter spielte am Wochenende leider nicht mit.

Wir Treckerfreunde lieben jede Maschine mit Patina.

Daniel Niewöhner
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