Prozess vor dem Landgericht Osnabrück
Mit dem Taxi zum Überfall

Osnbabrück/Westerkappeln -

Der vermutlich gemeinschaftliche Überfall auf eine Tankstelle hat drei junge Männer vor das Osnabrücker Landgericht gebracht. Der jüngste von ihnen, ein 20-jähriger Osnabrücker, verantwortet sich noch wegen sechs weiterer Raubüberfälle. Zu einem der Coups in Westerkappeln ließ er sich sogar mit dem Taxi kutschieren.

Dienstag, 17.06.2014, 16:06 Uhr

Der vermutlich gemeinschaftliche Überfall auf eine Tankstelle hat drei junge Männer vor das Osnabrücker Landgericht gebracht. Der jüngste von ihnen, ein 20-jähriger Osnabrücker, verantwortet sich noch wegen sechs weiterer Raubüberfälle, die er in der Region begangen haben soll. Zu einem der Coups in Westerkappeln ließ er sich sogar mit dem Taxi kutschieren.

Laut Anklage heckten er und zwei 24-Jährige aus Melle im letzten November den Plan aus, eine Tankstelle in Hiddenhausen zu überfallen. Dabei sollen der Osnabrücker und einer der Melleraner den Verkaufsraum maskiert und mit einem Messer bewaffnet betreten haben. Wie man ermittelte, zwangen sie den Kassierer zur Herausgabe von mehr als 600 Euro Bargeld und vier Stangen Zigaretten.

Die beiden Männer sollen dann in dem Wagen geflüchtet sein, in dem der dritte Mann auf sie wartete. Doch nur wenige Meter hinter der Tankstelle wurde eine Polizeistreife auf das Fahrzeug aufmerksam. Die Beamten verfolgten das Auto, aus dem Kleidungsstücke und schließlich auch ein Beutel geworfen wurden. Kurz verloren sie das Trio aus den Augen, dann stellten sie es.

Während die beiden mutmaßlichen Räuber am ersten Verhandlungstag unumwunden ihre Schuld eingestanden, stritt der Fahrer des Fluchtautos eine direkte Beteiligung ab. Zwar sei man noch gemeinsam nach Herford gefahren, doch wie seine beiden Bekannten nach Hiddenhausen gekommen wären, könne er nicht sagen. Er sei schließlich von ihnen angerufen worden. „Sie sagten, sie wollten in Hiddenhausen abgeholt werden.“ Erst nach dem Zustieg des Duos dort habe er erfahren, dass sie gerade eine Tankstelle überfallen hätten. Die Polizeistreife im Nacken habe er seine Bekannten dann aufgefordert, alle Sachen, die mit dem Überfall zu tun hätten, aus dem Fenster zu werfen. Die Einlassungen des 24-jährigen Autofahrers stießen jedoch auf erhebliche Zweifel der beiden Richter. Zudem beharrten auch die zwei Mitangeklagten, dass der 24-Jährige gemeinsam mit ihnen den Tatplan entworfen habe.

In weiteren sechs Fällen hat sich der Osnabrücker zu verantworten, der seit fast einem halben Jahr in der JVA Vechta einsitzt. Seine Spezialität waren überwiegend solo ausgeführte Raubüberfälle auf Supermärkte und wiederholt auf eine Tankstelle in Belm. Zu einem der Coups in Westerkappeln ließ er sich sogar mit dem Taxi kutschieren. Der 20-Jährige schilderte filmreif, wie er dem Taxichauffeur bedeuten ließ, auf ihn zu warten. Nach dem Überfall – hier erbeutete er fast 4000 Euro – und dem stets vollzogenen Klamottenwechsel – habe er sich wieder zurückfahren lassen.

Nur zu einer der sieben Taten wollte der Osnabrücker nichts sagen. Dabei soll es sich zusammen mit einem anderen Komplizen um einen brutalen Überfall auf einen Auslieferungsfahrer in GMHütte gehandelt haben. Ihm drückten sie laut Anklage eine Pistole in den Nacken und direkt auf die Stirn. Und: Würde das Opfer beim Öffnen des Tresors den Alarmknopf drücken, breche man ihm das Genick. Den beiden Räubern gelang die Flucht mit über 2000 Euro.

Wie seine Taten im Zusammenhang mit seinem massiven Drogenmissbrauch stehen, ließ das Gericht von einem Gutachter untersuchen, der gestern gehört wurden.

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