Seltene Erinnerungsstücke aufgetaucht
Als am Gabelin noch gekickt wurde

Westerkappeln -

Die „alten“ Kappelner können sich sicher noch gut erinnern: Da, wo heute der Präriesee ist, war früher der Gabeliner Sportplatz. Die Kicker von Westfalia haben dort so manches Spiel bestritten. Aus dem Nachlass von Josef Schüro sind jetzt interessante Erinnerungsstücke an diese Jahre aufgetaucht.

Sonntag, 31.08.2014, 17:08 Uhr

Den Spielerpass ihres Vaters Josef haben Hans und Klaus-Dieter Schüro in dessen Nachlass entdeckt. Ebenso ein altes Westfalia-Trikot (kleines Bild), das der einstige Westfalia-Vorsitzende Udo Hachmann (links) und Hans Schüro präsentieren.
Den Spielerpass ihres Vaters Josef haben Hans und Klaus-Dieter Schüro in dessen Nachlass entdeckt. Ebenso ein altes Westfalia-Trikot (kleines Bild), das der einstige Westfalia-Vorsitzende Udo Hachmann (links) und Hans Schüro präsentieren. Foto: ass

Dass Hans Schüro im Nachlass seines verstorbenen Vaters ein Sport-Trikot aus dessen Jugendtagen findet, hätte er nicht erwartet. „Das Trikot muss mindestens sechzig Jahre alt sein“, sind sich der ehemalige Westfalia-Vorsitzende Udo Hachmann und Schüros Söhne einig. Das Westfalia 06-Shirt hatte für den Vater offenbar Erinnerungswert. „Es stammt eindeutig aus Zeiten des Gabelins“, erklärt Hachmann, der auf dem Gabeliner Sportplatz selbst von 1959 bis 1962 spielte. „Unser Vater war leidenschaftlicher Sportler“, weiß Schüro. Auf alten Fotos ist er als junger Fußballer in einem solchen Trikot zu sehen und sogar der Spieler-Pass existiert noch.

Der Gabeliner Sportplatz war einst auf der Anhöhe nahe des Sloopsteinwegs gelegen. Er bot reichlich Platz, denn der Präriesee war zu dieser Zeit viel kleiner. Diese Lage hatte allerdings einen Nachteil: „Wenn einer unserer drei Bälle über den Abhang ging, wurde gelost, wer den holen musste“, erinnert sich Klaus-Dieter Schüro.

Die erhöhte Lage und der Sandplatz waren aber so etwas wie eine Spielgarantie, „Ich kann mich nicht erinnern, dass hier mal wegen Regen- oder Hochwasser ein Spiel ausgefallen wäre“, weiß Klaus-Dieter Schüro. Bestenfalls habe es einmal eine Unterbrechung gegeben.

Eine ebensolche führte einmal zu einer dramatischen Spielwendung zugunsten der Westerkappelner. Die lagen bereits vier Tore zurück, als ein Regenguss das Spiel gegen Preussen Lengerich unterbrach. „Ich sehe es noch vor mir“, berichtet Klaus-Dieter Schüro, „Westfalia ging anschließend mit sieben Toren in Führung.“

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Platz durch Panzer schwer in Mitleidenschaft gezogen. „Mit Schlamm aus der Gräfte des Gutes Cappeln haben wir die Spielfläche wieder eingeebnet“, berichtet der ehemalige Spieler Heinz Twiehaus aus Wersen. Umkleiden oder Duschen gab es auf dem Gabelin allerdings auch danach nicht. „Wir haben uns in der Regentonne von Sparenbergs gewaschen“, berichtet Twiehaus. Nach dem Spiel kehrte man in der Gaststätte Hagemeier ein, die an der Osnabrücker Straße in Richtung Westerkappeln lag. Der Gabeliner Sportplatz wurde bis 1962 genutzt.

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