Dreschtage am Traktorenmuseum Westerkappeln
Technik-Geschichte zum Anfassen

Westerkappeln -

Technik-Geschichte zum Anfassen gab es am Wochenende bei den Dreschtagen am Traktorenmuseum.

Sonntag, 21.09.2014, 14:09 Uhr

Eine alte Häckselmaschine setzten Peter Knetsch (links) und Lars Kellemeyer in Betrieb.
Eine alte Häckselmaschine setzten Peter Knetsch (links) und Lars Kellemeyer in Betrieb. Foto: Christoph Pieper

Windfege, Dreschflegel, Zinkendrescher. Das sind Begriffe, die für Stadtmenschen und junge Leute wie Fremdwörter anmuten. Sie bezeichnen Gerätschaften, die im Alltag vieler Bauern zu Beginn des 20. Jahrhunderts unabdingbar waren. Warum das im September 2014 ein Thema ist ? Am Wochenende hatte das Traktorenmuseum Westerkappeln zu den Dreschtagen eingeladen und viele der erwähnten Maschinen nicht nur ausgestellt, sondern auf ihre alten Tage sogar noch in Betrieb vorgestellt.

„Dieser Zinkendrescher wurde im Jahr 1900 gebaut“, weiß Peter Knetsch vom Traktorenmuseum zu berichten. Nur eine kleine Restauration sei nötig gewesen, um das Gerät in Schwung zu halten. Und wie es funktioniert: Kurz den Traktor gestartet, einige Ähren in den Zinkendrescher gehalten und die Maschine macht zuverlässig ihre Arbeit.

Was für viele jüngere Besucher möglicherweise etwas antik anmutet, war für die Bauern auch in der hiesigen Region eine enorme Arbeitserleichterung.

Der Zinkendrescher, den Horst Kellemeyer hier zeigt, war eine deutliche Arbeitserleichterung gegenüber dem Dreschflegen.

Der Zinkendrescher, den Horst Kellemeyer hier zeigt, war eine deutliche Arbeitserleichterung gegenüber dem Dreschflegen. Foto: Christoph Pieper

Der Zinkendrescher ersetzte beispielsweise auf vielen Bauernhöfen den sogenannten Dreschflegel. Das ist ein langer Holzstil, an dessen ende ein beweglicher Holzknüppel befestigt war. Mit einer gewissen Schlagweise wurde mit mehreren Männern stundenlang auf das Getreide eingeschlagen. „Das ging oft einen ganzen Arbeitstag lang“, erläutert Peter Knetsch. Wer den Dreschflegel einmal selbst in der Hand hatte, kann sich ansatzweise vorstellen, was für eine riesige körperliche Belastung diese Arbeit war.

Und genau darum geht es Knetsch und seinen Mitstreitern. Sie wollen den Besuchern näher bringen, wie hart und in welcher Art und Weise in der Vergangenheit auf Bauernhöfen gearbeitet wurde. Der Dreschflegel beispielsweise wurde gerade auf kleineren Höfen bis in die 1940er Jahre hinein genutzt.

Die großen Dreschkästen kennt Knetsch noch aus seiner eigenen Kindheit. Auch so einen Dreschkasten wollen Knetschs Mitorganisatoren Horst Kellemeyer und dessen Sohn Lars vorführen. Kurz nach dem Start des Traktors reißt unter einem lauten Knall allerdings das schwere Antriebsgummi. Das war´s dann mit der Vorführung. „Da haben wir ein typisches Alltagsproblem“, sagt Knetsch mit einem Schmunzeln. „Die Bauern hatten auch damals mit Pannen zu kämpfen“.

Heute geht alles etwas einfacher. Mit einem modernen Mähdrescher drescht es sich ungefähr fünf Mal schneller, als mit einem Dreschkasten, der allerdings nicht fürs Mähen zuständig war. Die alte Landtechnik lockte am Samstag und Sonntag Besucher aus allen Generationen in die Bauerschaft Düte. Für viele Senioren war es auch eine kleine Rückkehr in die eigene Kindheit. Und für die Jüngsten war es abseits von Computern und Konsolen sicherlich Technik-Geschichte zum Anfassen.

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