Stefan-Morsch-Stiftung typisiert potenzielle Stammzellenspender
Ein paar Blutstropfen mehr

Westerkappeln -

„Frauen mit mehreren Schwangerschaften sind eine Niete“, sagt Dieter Engbersen. Upps, das sitzt ! Doch bevor das Schweigen peinlich wird und frau sich düpiert fühlt, erklärt der Freundliche Mann, warum es diese Regeln bei der Typisierungsaktion von Stammzellenspendern gibt.

Sonntag, 09.11.2014, 15:11 Uhr

Jan Grote (links) ist dabei, und Dieter Engbersen, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung, erklärt ihm, wie´s geht. Nur fünf Milliliter mehr als bei einer normalen Blutspende werden ihm abgezapft. Das reicht für eine Bestimmung der Gewebemerkmale.
Jan Grote (links) ist dabei, und Dieter Engbersen, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung, erklärt ihm, wie´s geht. Nur fünf Milliliter mehr als bei einer normalen Blutspende werden ihm abgezapft. Das reicht für eine Bestimmung der Gewebemerkmale. Foto: Dietlind Ellerich

„Frauen mit mehreren Schwangerschaften sind eine Niete “, sagt Dieter Engbersen. Upps, das sitzt ! Sowohl die beiden Blutspenderinnen als auch ich, alle drei Mütter mehrerer Kinder, schauen ein wenig betreten aus der Wäsche. Doch bevor das Schweigen peinlich wird und frau sich düpiert fühlt, fährt der freundliche Mann fort und beruhigt die Gemüter.

Am Freitag hatte das Deutsche Rote Kreuz in die Aula des Schulzentrums zur Blutspende eingeladen – dieses Mal zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung, die eine Typisierungsaktion von Stammzellenspendern macht. Und da hat die Stiftung klare Regeln: „Der Jüngere wird dem Älteren bevorzugt. Junge Männer sind besser als junge Frauen, da während einer Schwangerschaft Antikörper gebildet werden können, die den Erfolg einer Transplantation gefährden können“, zählt Dieter Engbersen auf.

Mit der Erklärung des Mitarbeiters der Stefan-Morsch-Stiftung und dem Gefühl, wenigstens für potenzielle Stammzellenspender gesorgt zu haben, kann das Trio gut leben. Schließlich kostet eine Typisierung 50 Euro, da sollte die Stiftung, die auf Spendengelder angewiesen ist, diese so optimal wie möglich nutzen.

Engbersen wirbt deshalb am Freitagabend während des Blutspendetermins des DRK-Ortsvereins Westerkappeln um junge Leute, die Leben retten möchten und sich nach ihrer Blutspende weitere fünf Milliliter ihres Blutes abzapfen lassen, um dessen Gewebemerkmale bestimmen zu lassen. Im Idealfall sind sie der genetische Zwilling eines an Leukämie Erkrankten irgendwo in der Welt, dem sie Stammzellen spenden können.

Dieter Engbersen ist am Freitag recht erfolgreich, hat bereits mehrere junge Leute überzeugen können. So hat eine 27-Jährige, Tochter einer der beiden Westerkappelnerinnen, die als „Nieten“ ausgeschieden sind, die erste Blutspende ihres Lebens mit der Zustimmung zur Typisierung verknüpft.

Auch Jan Grote , Mitglied des DRK-Ortsvereins, hat es getan. Er sei schockiert, dass lediglich drei Prozent der Bevölkerung Blutspender seien, sagt der 19-jährige Westerkappelner, der gerne helfen möchte.

Engbersen ist am Freitag unermüdlich am Werk. Er spricht die Kandidaten an, die fürs Zentralregister geeignet sind, er wirbt, erklärt und ist zufrieden mit der Ausbeute. „Zehn Prozent der Blutspender lassen sich typisieren“, weiß er von anderen Aktionen. „Blutspender sind die Besseren, denn sie gehören zu den drei Prozent, die sich Gedanken machen“, ist er überzeugt, und der kleine Stapel an ausgefüllten Formularen gibt ihm recht.

Anderen Spendewilligen wie älteren Menschen oder Müttern von mehreren Kindern muss er eine Abfuhr erteilen. Er macht das freundlich aber bestimmt. Mit 60 Jahren werde man aus der Kartei rausgeschmissen, er sei selber in zwei Jahren dran, und dass er in den 20 Jahren, die er schon registriert sei, noch keine Stammzellen habe spenden müssen, liege eben daran, dass sein genetischer Zwilling genauso gesund sei wie er selbst. Engbersen redet nicht um den heißen Brei herum, ist schnell mit den Menschen in Kontakt.

Dietmar Jordan, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins, freut sich über die gute Resonanz auf die Typisierungsaktion im Rahmen des Blutspendetermins und lobt die gute Zusammenarbeit des DRK und der Stefan-Morsch-Stiftung.

Zu weiteren Blutspendeterminen mit Stammzellen-Typisierung laden das DRK und die Stefan-Morsch-Stiftung am Freitag, 14. November, von 16.30 bis 20.30 Uhr nach Westerkappeln-Velpe ins Martin-Niemöller-Haus, (Hambürener Straße 5) sowie am Freitag, 28. November, von 16.30 bis 20 Uhr nach Lotte-Wersen ind die Gemeinschaftshauptschule, Am Herrengarten 20. ein.

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