Theaterstück „Mein Körper gehört mir!“
Selbstvertrauen und Mut für Kinder

Westerkappeln -

An drei aufeinanderfolgenden Montagen ist die Theaterpädagogische Werkstatt aus Osnabrück in der Grundschule zu Gast. Sie spielen das Stück „Mein Körper gehört mir!“

Montag, 12.01.2015, 16:01 Uhr

Ernstes Thema, trotzdem Spaß: Die Klasse 4c der Grundschule am Bullerdiek scheint die Aufführung von Sarah Rose und Georg Johann zu gefallen.
Ernstes Thema, trotzdem Spaß: Die Klasse 4c der Grundschule am Bullerdiek scheint die Aufführung von Sarah Rose und Georg Johann zu gefallen. Foto: Karin C. Punghorst

„Mein Körper gehört mir!“, heißt eine Theateraufführung für Kinder im Grundschulalter. Stück und Präventionsprogramm sind hinlänglich bekannt. Seit etlichen Jahren gehört es in der Westerkappelner Grundschule am Bullerdiek und der benachbarten Peter-Pan-Förderschule zum jährlichen Programm. Doch von wegen alt und abgedroschen: Das Stück wird immer wieder aktualisiert, neue Themen werden berücksichtigt, wie etwa die Risiken des Chattens.

An drei aufeinanderfolgenden Montagen ist die Theaterpädagogische Werkstatt aus Osnabrück in der Grundschule zu Gast. Besucht werden die Mädchen und Jungen der vierten Klassen sowie 16 Schüler der Peter-Pan-Schule.

Sarah Rose und Georg Johann entwickeln als Akteure auf der Bühne schnell einen Draht zu ihrem Publikum. Nicht nur Zuschauen ist gewünscht, sondern vielmehr der direkte Austausch miteinander. Die Kinder werden ermutigt, sich zu melden und zu erzählen. Von scheinbar belanglosen Dingen, was ihnen ein gutes und was ihnen ein schlechtes Gefühl vermittelt. So lernen die Kinder zu unterscheiden zwischen Ja-Gefühl und Nein-Gefühl.

Die beiden Schauspieler geben szenische Bespiele, etwa wenn Sarah Rose die Haare von Georg Johann bürstet. Aber das ziept! Ein klarer Fall von Nein-Gefühl, auch wenn der Kopf von Georg Johann ziemlich kahlgeschoren ist.

Diese und weitere kurzen Szenen von „Mein Körper gehört mir!“ schildern Situationen, in denen die körperlichen Grenzen von Kindern überschritten und verletzt werden und thematisieren Facetten sexueller Gewalt. Dabei sind sie nah am Alltag erzählt.

Grundsätzlich geht es darum, dass Kinder Grundfertigkeiten lernen, die ihr Selbstvertrauen stärken. Sie lernen, ihren Körper als wertvoll zu betrachten. Nur so wird auch ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Körper erklärbar.

Im zweiten Modul, eine Woche später, setzen sich die Kinder mit dem Thema sexuelle Misshandlung durch Fremde auseinander. Da ist der Nachbar, der dem Jungen nur beibringen will, wie man Tennis spielt. Plötzlich fasst er ihn an den Po: Ein klarer Fall von Nein-Gefühl!

Der dritte Teil handelt von Inzest durch Familienmitglieder oder andere vertraute Personen. Den Schülern wird unter anderem erklärt, wie sie nach Hilfe suchen können.

Denn: Alle fünf Minuten wird in Deutschland ein Kind gegen seinen Willen zu sexuellen Handlungen gezwungen, stellt der Verein „Menschen gegen Kindesmissbrauch heraus. Der Verein ist langjähriger Sponsor des Theaterprojekts „Mein Körper gehört mir!“

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