Inge Knoll zeigt Engagement
Neuer Schwung für die AWO

Westerkappeln -

Erst mal sind die Kleinen dran: Jeden Dienstag besucht Inge Knoll „ihre“ Grundschüler am Bullerdiek, um die emsigen Erst- und Drittklässler beim Lesenlernen zu unterstützen. Ihre Hauptaufgabe dabei ist allerdings – das Zuhören. Neben der Arbeit mit den Kindern liegt Inge Knoll noch etwas anderes am Herzen: die Arbeiterwohlfahrt.

Donnerstag, 19.02.2015, 06:02 Uhr

Lesepatin Inge Knoll hört aufmerksam zu – denn das Vorlesen übernehmen an diesem Tag (von links) Suhartina (8 Jahre), Shake (8) und Josh (9).
Lesepatin Inge Knoll hört aufmerksam zu – denn das Vorlesen übernehmen an diesem Tag (von links) Suhartina (8 Jahre), Shake (8) und Josh (9). Foto: Ulrike Havermeyer

Erst mal sind die Kleinen dran: Jeden Dienstag besucht Inge Knoll „ihre“ Grundschüler am Bullerdiek, um die emsigen Erst- und Drittklässler beim Lesenlernen zu unterstützen. Seit fünf Jahren engagiert sich die 57-jährige Westerkappelnerin ehrenamtlich als Lesepatin im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung.

Ihre Hauptaufgabe dabei ist allerdings – das Zuhören. Neben der Arbeit mit den Kindern liegt Inge Knoll noch etwas anderes am Herzen: die Arbeiterwohlfahrt . Genauer gesagt: „ihre“ AWO. Am 1. März feiert der Ortsverein, den ihr Vater Heinrich Beckemeyer 1970 gegründet hat, sein 45-jähriges Bestehen.

Immer nur Bingo, Bingo, Bingo. „Es war irgendwie kein Schwung mehr drin“, erinnert sich Inge Knoll kopfschüttelnd. Aber als der AWO-Ortsverein Westerkappeln – Durchschnittsalter der Mitglieder 83 Jahre – dann im Dezember 2013 kurz vor seiner Auflösung stand, da sei ihr das drohende Ende der über so viele Jahrzehnte gewachsenen Gemeinschaft doch sehr nahe gegangen. „Das kann ich einfach nicht haben“, schoss es ihr durch die Seele.

„Ich war zwölf Jahre alt, als mein Vater den Verein gegründet hat, meine Mutter Elfriede war lange Zeit stellvertretende Vorsitzende“, sagt sie kämpferisch: „Ich bin doch mit der AWO aufgewachsen.“

Also fällte Inge Knoll eine Entscheidung, um die Vereinsvorsitzende Lieselotte Lamping zu unterstützen und die Westerkappelner AWO zu päppeln: „Dann mache ich das!“, teilte sie ihren erleichterten Vereinskollegen mit. Hinter dem schlichten Wort „das“ verbirgt sich die Organisation der regelmäßigen Treffen, die der Verein alle 14 Tage donnerstags in ungeraden Wochen anbietet.

Im Januar 2014 legte Inge Knoll los und ließ sich, um wieder Schwung in „ihren“ Laden zu bringen, jede Menge einfallen. Statt Bingo gibt es seitdem Vorträge, Halbtagsfahrten und Ganztagsausflüge. „Und manchmal“, räumt die 57-Jährige mit versöhnlichem Schmunzeln ein, „spielen wir natürlich auch noch Bingo.“

Sie koche den Kaffee, sorge für das Programm und freue sich über jedes „Haste gut gemacht, Inge“, erzählt die Rentnerin und nickt zufrieden. Am 4. März steht bereits der nächste Ausflug für die Gruppe an: eine Fahrt zum Seniorenzentrum der AWO nach Ibbenbüren inklusive Führung. „Man muss sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen“, sagt Inge Knoll. „Und ja: Ich hab immer noch Ideen.“

Eine Geburtstagsfeier zum 45-jährigen Jubiläum des Westerkappelner Ortsvereins sei übrigens nicht geplant. „Wenn wir es bis 50 schaffen“, sagt Inge Knoll, „dann wird gefeiert.“

Die nächsten Vorstandswahlen finden voraussichtlich im März statt. Egal, wer danach den AWO-Ortsverein leiten wird: Auf die Frage, ob sie sich auch weiterhin in Sachen „Alles, außer Bingo“ engagieren würde, beantwortet Inge Knoll mit einem klaren: „Natürlich mache ich das.“

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