Ausstellung „Menschenbilder“ eröffnet
Wie auf einem Schlachtfeld

Westerkappeln -

„Irgendwie auf ein Schlachtfeld versetzt“ fühlt sich Adelheid Zühlsdorf-Maeder. Das geht wohl nicht nur ihr so. „Häute, Torso, Köpfe, Hemden“, Hiltrud Schäfer greift in ihren Objekten die Themen Tod und Gewalt, Zerfall und Vergänglichkeit auf. Seit Donnerstag zeigt sie ihre „Menschenbilder“ in der Stadtkirche Westerkappeln.

Freitag, 27.02.2015, 17:02 Uhr

Tod und Gewalt, Zerfall und Vergänglichkeit greift Hiltrud Schäfer in ihren Werken auf.
Tod und Gewalt, Zerfall und Vergänglichkeit greift Hiltrud Schäfer in ihren Werken auf. Foto: Dietlind Ellerich

„Haben Sie sich schon eins ausgesucht ?“ „Ja, das da ist meins !“ Wortwechsel wie diesen wünscht sich und kennt Hiltrud Schäfer von den Betrachtern ihrer Werke. Die Künstlerin aus Osnabrück war am Donnerstag bei der Eröffnung ihrer Ausstellung „ Menschenbilder “ in der Westerkappelner Stadtkirche dabei und freute sich nicht nur über recht viele Besucher, sondern auch darauf, dass sich die Menschen mit den sieben Installationen auseinandersetzen, dass sie über sie miteinander ins Gespräch kommen.

Auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde Westerkappeln und der Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Tecklenburg hat sie die Objekte aus meistens selbst geschöpften Pflanzenpapieren gemeinsam mit den Pastoren Adelheid Zühlsdorf-Maeder und Olaf Maeder in die Kirche gestellt und gehängt und ist nun gespannt auf Reaktionen.

Die 20 Hemden, die unter dem Titel „Vergänglichkeit und Zerfall“ im Halbkreis den Altarraum füllen, lösen schnell die Zungen und inspirieren zu Gesprächen wie dem eingangs zitierten Wortwechsel. Zwischen Ernst und Galgenhumor schwankend versuchen ältere Semester, ihren persönlichen „Zerfallsstatus“ den mehr oder weniger löchrigen Hemden zuzuordnen.

Ausstellung „Menschenbilder“ eröffnet

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  • Sieben Installationen von Hiltrud Schäfer laden bis Karfreitag zum betrachten und zur Auseinandersetzung ein. Foto: Dietlind Ellerich
  • Sieben Installationen von Hiltrud Schäfer laden bis Karfreitag zum betrachten und zur Auseinandersetzung ein. Foto: Dietlind Ellerich
  • Sieben Installationen von Hiltrud Schäfer laden bis Karfreitag zum betrachten und zur Auseinandersetzung ein. Foto: Dietlind Ellerich
  • Sieben Installationen von Hiltrud Schäfer laden bis Karfreitag zum betrachten und zur Auseinandersetzung ein. Foto: Dietlind Ellerich
  • Sieben Installationen von Hiltrud Schäfer laden bis Karfreitag zum betrachten und zur Auseinandersetzung ein. Foto: Dietlind Ellerich
  • Sieben Installationen von Hiltrud Schäfer laden bis Karfreitag zum betrachten und zur Auseinandersetzung ein. Foto: Dietlind Ellerich
  • Adelheid Zühlsdorf-Maeder (rechts) interviewte die Künstlerin zur Ausstellungseröffnung.

    Foto: Dietlind Ellerich
  • Sieben Installationen von Hiltrud Schäfer laden bis Karfreitag zum betrachten und zur Auseinandersetzung ein. Foto: Dietlind Ellerich
  • Sieben Installationen von Hiltrud Schäfer laden bis Karfreitag zum betrachten und zur Auseinandersetzung ein. Foto: Dietlind Ellerich
  • Sieben Installationen von Hiltrud Schäfer laden bis Karfreitag zum betrachten und zur Auseinandersetzung ein. Foto: Dietlind Ellerich
  • Sieben Installationen von Hiltrud Schäfer laden bis Karfreitag zum betrachten und zur Auseinandersetzung ein. Foto: Dietlind Ellerich
  • Sieben Installationen von Hiltrud Schäfer laden bis Karfreitag zum betrachten und zur Auseinandersetzung ein. Foto: Dietlind Ellerich
  • Sieben Installationen von Hiltrud Schäfer laden bis Karfreitag zum betrachten und zur Auseinandersetzung ein. Foto: Dietlind Ellerich
  • Sieben Installationen von Hiltrud Schäfer laden bis Karfreitag zum betrachten und zur Auseinandersetzung ein. Foto: Dietlind Ellerich
  • Sieben Installationen von Hiltrud Schäfer laden bis Karfreitag zum betrachten und zur Auseinandersetzung ein. Foto: Dietlind Ellerich
  • Sieben Installationen von Hiltrud Schäfer laden bis Karfreitag zum betrachten und zur Auseinandersetzung ein. Foto: Dietlind Ellerich
  • Sieben Installationen von Hiltrud Schäfer laden bis Karfreitag zum betrachten und zur Auseinandersetzung ein. Foto: Dietlind Ellerich
  • Sieben Installationen von Hiltrud Schäfer laden bis Karfreitag zum betrachten und zur Auseinandersetzung ein. Foto: Dietlind Ellerich
  • Sieben Installationen von Hiltrud Schäfer laden bis Karfreitag zum betrachten und zur Auseinandersetzung ein. Foto: Dietlind Ellerich

Die von der Empore hängenden Häute sind Körperabformungen, die die Künstlerin vor Jahren für eine Tanztheateraufführung in Osnabrück angefertigt hat. In der Stadtkirche können sie nun von allen Seiten bewundert und hinterfragt werden.

„Häute, Torso, Köpfe, Hemden“, Schäfer greift in ihren Objekten die Themen Tod und Gewalt, Zerfall und Vergänglichkeit auf. „Irgendwie auf ein Schlachtfeld versetzt“ fühlt sich Adelheid Zühlsdorf-Maeder, die die Gäste der Ausstellungseröffnung in einem Live-Interview mit der Künstlerin bekannt macht.

So ganz weit hergeholt sei das nicht, räumt Schäfer ein, die früh den Tod des Vaters, des Ehemanns und von Freunden verkraften musste.

Die Schalen vor dem Altartisch haben ebenso ihre Geschichte wie das Gewand und die beiden Häute unter dem Titel „Körper und Seele“ sowie die vier Stühle am Eingang oder das Kreuz mit Körper neben der Kanzel.

Hiltrud Schäfer und die Veranstalter laden ein, genau hinzuschauen, sich den Objekten zu stellen. „Schauen Sie und machen Sie sich Ihr eigenes Bild“, ermuntert die Künstlerin die Gäste. Das Kunstwerk vollende sich erst im Auge des Betrachters, ist sie sicher.

Das Flötenensemble unter der Leitung von Martin Ufermann sorgte am Donnerstag für die musikalische Umrahmung der Vernissage.

Die Ausstellung „Menschenbilder“ ist bis zum Karfreitag in der Stadtkirche zu sehen und wird in den kommenden Wochen durch verschiedene Veranstaltungen wie Meditationen, Lesungen, Themengottesdienste sowie einen Kreativworkshop und ein Konzert begleitet.

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