Theaterprojekt
Der Bus der Emotionen

Westerkappeln -

Der „Bus der Emotionen“ ist jetzt durch den Wohnbereich der Ledder Werkstätten (LeWe) in Westerkappeln gerollt. Dahinter verbirgt sich ein Theaterprojekt von holländischen Studenten mit Kindern der Offenen Ganztagsgrundschule (OGGS).

Mittwoch, 25.03.2015, 10:03 Uhr

Viel Spaß bei der gemeinsamen Vorbereitung und beim Aufführen hatten die OGGS-Kinder, drei LeWe-Bewohner und die fünf Studenten.
Viel Spaß bei der gemeinsamen Vorbereitung und beim Aufführen hatten die OGGS-Kinder, drei LeWe-Bewohner und die fünf Studenten. Foto: Ledder Werkstätten

Zwei Streetdancerinnen steigen zu. Eine ältere Dame, die gerne ein wenig jammert. Die Tochter aus feinem Hause auch, der der Bus aber viel zu schmuddelig ist. Eine junge Reiterin wartet an der Haltestelle, ebenso zwei Fußballfans auf ihrem Weg zum Spiel. Sogar Dieter Bohlen , dank großer, dunkler Sonnenbrille völlig incognito, nutzt öffentliche Verkehrsmittel. Der „Bus der Emotionen“ rollt und Busfahrerin Sarah ist trotz regen Verkehrs bestens gelaunt.

Zur Bühne für dieses 15-minütige Theaterstück wurde laut Mitteilung jetzt der große Gruppenraum im Wohnbereich der Ledder Werkstätten (LeWe) an der Steinkampstraße: Fünf Studenten der Saxion Hogeschool im holländischen Enschede hatten mit Kindern der Offenen Ganztagsgrundschule (OGGS) am Schulzentrum über fünf Wochen geprobt.

Die angehenden Sozialpädagogen steuern laut Mitteilung auf den Bachelor of Social Work zu. In diesem Semester ist ein Projekt in Theorie und Praxis zu stemmen, das musische Aspekte, aber auch die Vernetzung mit einer Kommune oder Einrichtung beinhaltet.

Da kommt Stephan Haarlammert in Spiel: Wie die anderen absolviert er den Bildungsgang am Fachbereich Sozialwesen als duales Studium. Seine 20 praktischen Wochenstunden leistet er als Mitarbeiter im Gruppendienst des LeWe-Wohnbereiches.

Busfahrerin Sarah und ihre illustren Fahrgäste: Gerade steigt Dieter Bohlen zu – dank großer, dunkler Brille völlig incognit

Busfahrerin Sarah und ihre illustren Fahrgäste: Gerade steigt Dieter Bohlen zu – dank großer, dunkler Brille völlig incognit Foto: Ledder Werkstätten

Als Partnereinrichtung gewann er den Förderverein Wespe, der in der OGGS am Schulzentrum aktuell über 160 Grundschüler betreut. Die Wespe-Mitarbeiterinnen Elke Schröer und Katharina van Putten saßen am Freitag auch im Publikum, als nach und nach die Fahrgäste zustiegen, sich begrüßten und unterhielten, ein wenig stichelten und an ihren Zielstationen wieder ausstiegen, etwas aufs große Werbeplakat mit dem gelben Omnibus zu malen – womit auch der kunstgrafische Aspekt des Projektes erfüllt war.

Die drei Menschen mit Behinderungen (Elisabeth Lohmeyer, Michelle Herkenhoff und Nico Rogel) hatten – ebenso wie die sechs Dritt- und Viertklässler – viel Spaß bei der Vorbereitung und Aufführung. Alle seien neugierig auf die jeweils anderen gewesen, von Berührungsängsten keine Spur, berichten die Wespe-Mitarbeiterinnen. Getroffen habe man sich freitags abwechselnd im LeWe-Wohnbereich oder im „Haus der Wespe“. In dieser Woche wollen die Studenten Sarah Dreiskemper, Franziska Overmeyer, Nadine Hoof, Jana Eggenkämper und Stephan Haarlammert ihr Projekt namens „inklusiv-kreativ“ in Enschede vorstellen.

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