Discounter möchte am Standort Westerkappeln bleiben
Netto: Tür ist noch nicht zugeschlagen

Westerkappeln -

Der Neubau eines Netto-Marktes an der Osnabrücker Straße ist erst einmal vom Tisch. Ganz zugschlagen ist die Tür damit aber noch nicht. Zumindest Netto hofft, dass sich noch eine Lösung findet.

Mittwoch, 01.04.2015, 17:04 Uhr

Netto will seinen Standort an der Osnabrücker Straße aufgeben. Der Konzern hofft, in Gesprächen mit der Gemeinde doch noch eine einvernehmliche Lösung zu finden.
Netto will seinen Standort an der Osnabrücker Straße aufgeben. Der Konzern hofft, in Gesprächen mit der Gemeinde doch noch eine einvernehmliche Lösung zu finden. Foto: Frank Klausmeyer

Der Rat hatte vergangene Woche einstimmig einen Dringlichkeitsbeschluss bestätigt, mit dem die gemeinde dem an der Ecke Steinkampstraße geplanten Netto-Neubau das sogenannte gemeindliche Einvernehmen versagt wird. Diese Entscheidung wird damit begründete, dass die Verkehrserschließung nicht geregelt ist. Der Investor hatte bis zu einer von der Verwaltung gesetzten Frist keine rechtsverbindliche Versicherung abgegeben, die Kosten für den Bau einer Linksabbiegespur voll zu übernehmen. Es geht um eine Summe von etwa 130 000 Euro. Der Kreis hat gegenüber den WN erklärt, dass er sich bei der Baugenehmigung nicht über die Entscheidung des Rates hinwegsetzen werde.

Und nun ? „Wir sind zuversichtlich, dass die Gespräche fortgesetzt werden können, um das angestrebte Ziel, in Westerkappeln langfristig einen neuen attraktiven Markt anzusiedeln, zu erreichen“, heißt es aus der Netto-Konzernzentrale.

Leider sei der vom Gemeinderat gewährte Zeitrahmen zur Erfüllung der Auflagen zu kurz bemessen gewesen, bedauert das Unternehmen. Die bisherigen Gespräche mit der Gemeinde Westerkappeln seien gewesen gekennzeichnet von gegenseitigem Verständnis und konstruktiver Zusammenarbeit. Deshalb hofft Netto, dass in den nächsten Wochen mit den zuständigen Behörden doch noch eine einvernehmliche Lösung erzielt werden kann.

Auch wenn die Beschlusslage des Rates eindeutig sei, „werden wir uns Gesprächen sicher nicht verschließen“, erklärt der stellvertretende Verwaltungschef Thomas Rieger . Es sei politischer Wille aller im Rat vertretenden Fraktionen, eine Nahversorgung im östlichen Bereich der Ortslage aufrechtzuerhalten.

Netto hat in der Vergangenheit mehrfach angekündigt, den Standort an der Vidumstraße schließen zu wollen. Wann das sein wird, hänge auch vom weiteren Verlauf der Gespräche mit den Behörden ab, teilte das Unternehmen mit. Die Suche nach einem Ersatzstandort begründe sich mit der fehlenden Zukunftsperspektive der derzeitigen Filiale, erläutert Netto- „Da der Markt nicht mehr unserem modernen Konzept entspricht, suchen wir dringend nach einer Möglichkeit, den Standort Westerkappeln zu erhalten, um den Bürgern auch weiterhin eine qualifizierte Nahversorgung zu garantieren.“

Wolfgang Jonas , Fraktionschef CDU , schlägt eine Schlichtung vor. Die Verwaltung solle Netto und den Eigentümer des jetzigen Standortes an einen Tisch bringen, um zu klären, ob nicht doch der Markt an der Vidumstraße auf das von Netto gewünschte Maß erweitert werden kann. Flächen gebe es ja noch. Schließlich stehe das frühere Reisebüro seit langem leer, meinte Jonas in der jüngsten Ratssitzung.

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